22.04.2010, 14:33 Uhr
Der FCK spielt eine grandiose Saison und kann sich schon am 32. Spieltag mit dem Aufstieg belohnen. (Foto: imago)Der Betzenberg erlebt einen Rekordbesuch, tausende Aufstiegs-Partys sind organisiert, überall sind rot-weiße Fahnen an den Häusern zu sehen: Die ganze Pfalz fiebert dem Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Hansa Rostock entgegen
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Und keiner zweifelt daran, dass die Roten Teufel mit einem Sieg schon am drittletzten Spieltag die 2. Bundesliga endlich wieder verlassen und nach vier Jahren Abstinenz in die Eliteklasse zurückkehren werden. Nur Trainer Marco Kurz will von dem Rummel vor der Partie nichts wissen und schlüpft in die Rolle der Stimmungsbremse. "Ich wundere mich, dass es schon überall darum geht, was nach dem Spiel ist", sagte Kurz und hob mahnend den Zeigefinger: "Wir wollen eine hohe Konzentration über 90 Minuten hinbekommen. Da können zu viele andere Gedanken störend sein - und davor warne ich."
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Die mahnenden Worte des Trainers verhallten allerdings weitgehend ungehört in den Weiten des Pfälzer Waldes. Zu groß ist die Euphorie in der gesamten Region, die sich auf ein kollektives Freudenfest vorbereitet. Dank der erhöhten Kapazität des Fritz-Walter-Stadions konnten sich 50.000 Fans Eintrittskarten sichern. Sie wollen Zeuge sein, wenn der viermalige Deutsche Meister die schmachvolle Leidenszeit in der 2. Liga beendet.
Vor zwei Jahren wäre die Zeit in der 2. Liga auch schon fast zu Ende gegangen - allerdings auf eine andere Weise. Erst am letzten Spieltag konnte sich der FCK vor dem Abstieg retten. "Wir standen wir kurz vor dem Abgrund. Jetzt kann der ganze Verein den Berg hochmarschieren", so der seit seinem achten Lebensjahr in Lautern spielende Torwart Tobias Sippel. Kurz vor dem drohenden Absturz in die 3. Liga und dem möglichen finanziellen Kollaps hatte Stefan Kuntz das Ruder bei seiner alten Liebe übernommen. Innerhalb von zwei Jahren hat der Klubchef, der mit den Pfälzern 1990 Pokalsieger und 1991 Meister wurde, den mehrfach totgesagten Verein wiederbelebt.
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Kuntz kann eine außerordentliche Erfolgsbilanz vorweisen: In der laufenden Saison sahen durchschnittlich 35.376 Zuschauer die Heimspiele der jüngsten Mannschaft der 2. Liga. Der so gut wie sichere Aufstieg wurde mit dem von den Medien als "dritte Wahl" bezeichneten Coach Kurz und dem relativ kleinen Etat von 8,5 Millionen geschafft. In der kommenden Saison soll der Haushalt auf 15 Millionen Euro steigen. Der geplante Gesamt-Etat wird sich dann auf 36 Millionen Euro belaufen. Darin enthalten sind Rückstellungen in Höhe von drei Millionen Euro aufgrund einer anstehenden Steuernachzahlung. "Erst wenn wir drei Jahre in der Bundesliga spielen, sind wir finanziell konsolidiert", erklärte Kuntz mit Blick auf die Altlasten, die ihm seine Vorgänger hinterlassen haben.
Trotz dieser Probleme bastelt der Europameister von 1996 bereits am Kader der kommenden Spielzeit. Christian Tiffert wurde ablösefrei vom MSV Duisburg verpflichtet. Im Gespräch ist zudem Chadli Amri von FSV Mainz 05. Hartnäckig halten sich auch die Gerüchte um einen Transfer von Nationalstürmer Miroslav Klose. Der Torjäger hat schließlich immer erklärt, dass er zum Ende seiner Karriere wieder bei seinem Heimatverein spielen wolle. Darüber würde sich auch Edelfan Kurt Beck freuen. Den Aufstieg muss der FCK allerdings ohne den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten schaffen. Der Südpfälzer ist am Freitag auf einem Wahlkampf-Termin in Nordrhein-Westfalen und kann den Roten Teufeln nur aus der Ferne die Daumen drücken.
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Quelle: sid
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