14.01.2010, 10:18 Uhr
Das Interview führte Johann Schicklinski
Kapitän Martin Amedick ist der FCK-Anführer auf dem Platz. (Foto: imago)Nach einer überragenden Hinrunde startet der 1. FC Kaiserslautern bei der SpVgg Greuther Fürth in die Rückserie. Bester Mannschaftsteil des souveränen Herbstmeisters ist die Abwehr. Das liegt auch an Martin Amedick. Der Mannschaftskapitän ist in der Defensive der Pfälzer Chef, Organisator und Motivator für seine Mitspieler.
Im Interview mit FUSSBALL.DE erzählt Amedick über die Testspiele in der Vorbereitung, die Neuzugänge sowie seine Saisonziele mit den Roten Teufeln.
MSV DuisburgBaljak kommt zur Rückrunde
Fortuna DüsseldorfMeier verlängert Vertrag
Ergebnisse und Tabelle der2. Bundesliga
FUSSBALL.DE: Herr Amedick, gegen Hoffenheim gab es ein 1:2, die Generalprobe gegen den FSV Mainz 05 endete 2:2. Wo steht der FCK knapp fünf Tage vor dem Rückrundenbeginn?
Martin Amedick: Wir hatten mit Hoffenheim und Mainz hochkarätige Testgegner, das hat der Verein gut organisiert. Wir wissen jetzt, dass die Form stimmt, aber auch, dass wir weiter arbeiten müssen. Im Großen und Ganzen stimmen die Abläufe, an den Feinheiten sind wir dran. Gerade gegen Mainz hat man gesehen, dass wir gut drauf sind. Am Ende hatten wir ja noch einige Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden.
Wie ist die Stimmung im Team so kurz vor dem Rückrundenstart?
Die Stimmung im Team ist gut, wir freuen uns, dass es wieder losgeht. Die Pause war ja dieses Jahr auch nur sehr kurz.
Sie sprechen es an: Die Winterpause dauerte für Sie nicht mal vier Wochen. Wie bewerten Sie die veränderte Vorbereitung?
Nun gut, wir hatten ja auch noch das letzte Montags-Spiel vor Weihnachten, dadurch ist die Pause ja nochmals etwas kürzer als wenn wir Freitagabend gespielt hätten. Aber wir müssen es nehmen, wie es kommt. Wir haben gut gearbeitet und müssen nicht groß unseren Rhythmus finden, weil wir ihn nie richtig verloren hatten. Das ist natürlich massiv anders als früher, als sich die Winterpause teilweise bis zum letzten Januar-Wochenende erstreckte.
TuS Koblenz Verstärkung durch Kapllani und Glockner
TrainingslagerVergiftung legt RWO-Sextett flach
Der FCK flog nicht in ein Trainingslager in den wärmeren Süden, sondern blieb in der Heimat. War trotz des Schneetreibens und teils eisiger Temperaturen ein geregelter Trainingsablauf möglich?
Ja, angesichts des schlechten Wetters hatten wir gute Bedingungen und konnten auch dementsprechend trainieren. Wir müssen uns da auch bei den vielen Helfern des Vereins bedanken, die beispielsweise den Platz vor dem Mainz-Spiel vom Schnee befreit haben. Im Training war der Untergrund natürlich tief, teilweise auch etwas seifig, aber wir hatten im Ablauf keinerlei Einschränkungen.
Aus Ihrer Sicht also die richtige Entscheidung, in Deutschland zu bleiben?
Definitiv. Wir haben unter den Bedingungen trainiert, unter denen wir jetzt auch spielen müssen. Wer sagt denn, dass sich das Wetter im restlichen Januar oder im Februar entscheidend bessert? Wir haben schon das richtige gemacht und sind, egal wie das Wetter wird, gut vorbereitet.
Der 1.FC Kaiserslautern hat eine überragende Hinserie gespielt und fast einen Rekord geschafft. Der Vorsprung auf einen Nichtaufstiegs-Platz beträgt bereits neun Punkte. Da lässt es sich gut Weihnachten und Silvester feiern, oder?
Wenn mir das jemand im Sommer gesagt hätte, hätte ich es wohl so nicht geglaubt. Wir wissen, was wir im letzten Halbjahr geleistet haben. Die Saison läuft bisher natürlich toll. Trotzdem dürfen wir uns nicht blenden lassen. Wenn wir jetzt den Fehler machen und uns auf dem erreichten ausruhen, dann schmilzt der Vorsprung auch ganz schnell. Wir müssen weiter hart arbeiten und uns vor Augen halten, dass wir noch nichts erreicht haben.
Der FCK stand ja auch nach der Hinrunde der letzten Saison in der Tabelle weit oben, in der Rückrunde gab es dann einen kleinen sportlichen Absturz? Was macht Sie optimistisch, dass sich die Geschichte nicht wiederholt?
Wir dürfen uns nicht von den Schulterklopfern, die es ja gibt, blenden lassen. Das Rezept kann nur lauten: harte Arbeit und von Spiel zu Spiel denken. Damit sind wir in der Hinrunde gut gefahren und wollen dies auch zukünftig.
Hinrunde FCK verpasst den Rekord
Greuther Fürth Büskens neuer Trainer
Neun Punkte Vorsprung auf Rang drei, es scheint fast unmöglich, einen solchen Vorsprung noch zu verspielen. Trotzdem geben sich Klubchef Stefan Kuntz und Trainer Marco Kurz zumindest nach außen hin defensiv, wenn sie auf den Aufstieg angesprochen werden. Beide verweisen auf das Ziel, Anfang Mai noch zur Tabellen-Spitze zu gehören. Herr Amedick, Sie als Kapitän, es darf doch an einem Aufstieg des FCK kein Weg mehr vorbeiführen, oder?
Stefan Kuntz und Marco Kurz haben schon Recht, wenn sie den Ball flach halten. Das ist für mich auch keine defensive, sondern eine realistische Sichtweise. Ich werde den Teufel tun und mich jetzt als Kapitän hinstellen und etwas fordern. Wir haben eine junge Truppe, in der es keine Hirngespinste gibt. Wir wissen alle, was möglich ist. Doch durch das Propagieren von Saisonzielen erreichen wir nichts, sondern nur durch harte Arbeit. Ich kann ihnen versichern: In der Mannschaft denkt noch keiner an den Mai, sondern alle an Fürth.
Welche anderen Teams sehen Sie als Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg?
Ich will hier keine großen Tipps abgeben. Es gibt immer Vereine, die gut drauf sind und eine Serie starten können. So wie Arminia Bielefeld in der Hinrunde, die einmal acht Siege in Serie geholt haben. Oder der FC St. Pauli, der auswärts überragend gespielt hat. So gesehen werden wohl die Mannschaften oben mitspielen, die das auch schon in der Hinrunde getan haben. Vielleicht gibt es ja auch noch ein Überraschungsteam.
Mit Marco Kurz kam vor der Runde ein neuer Trainer an den Betzenberg. Was zeichnet ihn als Coach aus?
Die wichtigste Eigenschaft ist, dass er der Mannschaft das vorlebt, was er predigt. Er ist ein akribischer Arbeiter, er kommt als erstes und geht als Letzter. Er arbeitet sehr viel, er macht neue Dinge mit dem Team, er redet auch viel mit den Jungs. Er besitzt eine hohe Autorität, ist aber trotzdem Ansprechpartner, wenn einer Probleme hat. Außerdem ist er ein guter Motivator, der uns vor den Spielen richtig heiß macht.
Mit Pierre de Wit und Markus Steinhöfer hat der FCK im Winter zwei Neuzugänge fürs Mittelfeld verpflichtet. Helfen Sie dem Klub weiter?
Man sollte sich vor einem vorschnellen Urteil hüten, die beiden sind ja erst zwei Wochen da. Aber Stefan Kuntz und Marco Kurz haben da mal wieder ein gutes Händchen bewiesen. Man sieht schon, dass sie uns helfen können. Markus hat gegen Mainz gezeigt, wie stark er im rechten Mittelfeld spielen kann. Pierre hat zentral gespielt und dort auch überzeugt. Die beiden haben sich gut eingelebt, ich bin überzeugt davon, dass sie sich schnell an unsere Spielweise anpassen. Für ein abschließendes Fazit sollte man allerdings noch ein paar Wochen abwarten.
Martin Amedick erzielte bereits vier Saisontreffer. (Foto: imago)Sie selbst verpassten in der Hinrunde keine Minute. Neben Ihnen fehlten auch die anderen Abwehrspieler Rodnei, Florian Dick sowie Alexander Bugera in den ersten 17 Spielen nie? Ist die Konstanz des Defensivpersonals der Schlüssel dafür, dass es nur 13 Gegentreffer gab, davon vier im letzten Spiel beim FC Augsburg?
Es ist sicherlich von Vorteil, dass wir absolut eingespielt sind und jeder weiß, was der Nebenmann macht. Die Abläufe sind bei uns längst zu Automatismen geworden. Das wir nur 13 Gegentore kassiert haben liegt allerdings nicht allein an der Abwehr, sondern ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Die Defensivarbeit beginnt ja bereits bei den Stürmern, auch unsere beiden Sechser haben vor der Abwehr viel abgeräumt und so Chancen für den Gegner gar nicht erst entstehen lassen.
VerstärkungMarkus Steinhöfer kommt zum FCK
Im Halbjahres-Ranking des Fachmagazins "kicker“ stehen bei den Innenverteidigern zwei FCK-Akteure vorne: Sie selbst und Rodnei. Warum harmonieren Sie beide so gut?
Rodnei ist einfach ein Vollblutfußballer, da versteht man sich einfach auf dem Platz. Zumal er als Brasilianer mittlerweile auch meine Anweisungen auf Deutsch verstehen kann.
Was zeichnet Ihren Nebenmann in der Viererkette aus?
Er handelt oft intuitiv richtig, hat ein gutes Auge im Spielaufbau, daneben sicher ein in der 2. Bundesliga überragendes Kopfballspiel. Er ist einfach ein super Innenverteidiger, der ein hohes Maß an Spielverständnis mitbringt.
Sie haben bereits vier Treffer erzielt? Wie viele sollen es am Saisonende sein?
Ich setze mir keine Marken, wäre aber froh, wenn es weiter so gut läuft (lacht). Wichtig ist, dass wir in allen Mannschaftsteilen torgefährlich sind und somit die Gegner vor Probleme stellen können.
Woran liegt es, dass der FCK so torgefährliche Abwehrspieler hat?
Der Schlüssel sind bei uns die guten Standardsituationen und Vorlagen. Gerade Alexander Bugera tut sich hier mit seinen Ecken und Freistößen hervor. Da muss man dann oft nur noch den Kopf hinhalten. Ob dass dann Nemec, Lakic, Rodnei oder ich machen ist egal, Hauptsache der Ball geht rein.
Anzeige - Nike-Aktion:Kampf gegen Aids in Afrika
Quelle: FUSSBALL.DE
Einspruch von Hertha hat gute Chancen.
mehr zur RelegationAmateurtor der Woche: Wähle aus drei Treffern!
zum Voting-VideoChaos bei Relegationsspiel gegen Hertha BSC.
VideoEx-Chelsea-Scout Bonhof analysiert Engländer.
VideoChaos bei Relegationsspiel gegen Hertha BSC.
VideoEx-Chelsea-Scout Bonhof analysiert Engländer.
Video