11.07.2011, 18:23 Uhr
Anhänger von Eintracht Frankfurt brüsten sich damit, als Krawallmacher bekannt zu sein. (Foto: imago)
Die Saison 2011/12 der 2. Bundesliga steht vor der Tür. Wenn die Einführung des eingleisigen Fußball-Unterhaus sich zum 30. Mal jährt, droht Deutschlands beliebtester Sport seine hässliche Fratze zu zeigen. Gleich ein Drittel der Zweitliga-Klubs gehören zu den Vereinen mit hohem Gewalt-Potential. "Die 2. Liga droht zur Chaos-Liga zu werden", warnte Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft im "Kölner Express".
Namentlich sind das die beiden Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt und der FC St. Pauli, dazu kommen die Ost-Klubs Energie Cottbus, Dynamo Dresden und Hansa Rostock sowie der Traditionsverein Eintracht Braunschweig. Außerdem gibt es einige Duelle, bei denen es in der Vergangenheit immer wieder zu Ausschreitungen gekommen ist. Insgesamt drohen bei 17 Hinrunden-Partien Krawalle.
Hooligans von Eintracht Frankfurt sind bereits in der vergangenen Saison des Öfteren unangenehm aufgefallen. Wegen Ausschreitungen in der Partie gegen den 1. FC Köln darf der Verein beim ersten Heimspiel nur 19.000 Zuschauer in die Arena lassen. Beeindruckt scheinen die Randalierer jedoch nicht zu sein, denn erst kürzlich kam es sogar bei einem Testspiel in Bern erneut zu Krawallen.
Der Gegner der Eintracht im ersten Heimspiel heißt FC St. Pauli, der seinerseits wegen des Becherwurf-Skandals mit einer Platzsperre bestraft wurde. Die Partie gegen Ingolstadt wird in Lübeck stattfinden.
Die Anhänger der Frankfurter präsentierten im letzten Erstliga-Spiel ein Banner mit der Aufschrift "Randalemeister 2011". Das könnte gewaltbereite Anhänger anderer Klubs anspornen, beispielweise die von Dynamo Dresden, die für ihre Ausschreitungen gefürchtet werden.
Vereine und Sponsoren versuchen, der Gewalt mit unterschiedlichen Mitteln entgegenzutreten. Dynamos Vermarkter Sportfive hat sich in seinem Vertrag eine Klausel einbauen lassen, die ihm erlaubt, bei erneuter Randale fristlos zu kündigen.
Gleich am ersten Spieltag steigt das Risikospiel Dynamo gegen Cottbus. Auch das zweite Spiel der Dresdner ist wieder eine Hochsicherheits-Partie. Der Gegner heißt Hansa Rostock.
Bereits bei den vergangenen Partien Dresdens gegen Rostock kam es zu Ausschreitungen. Rostock ergreift gleich mehrere Maßnahmen, darunter auch Klagen, die Krawall-Macher zur Vernunft zu bewegen. "Wir sind der erste Verein, der Fans auf Schadensersatz verklagt hat. Das ist ein Präzedenzfall in Deutschland. Wir werden also auch in Zukunft nicht zögern, diese Straftäter, die unserem Verein einen Schaden zufügen, auch zivilrechtlich zu belangen", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hofmann im FUSSBALL.DE-Interview. Dies ist eine härtere Linie als sie Frankfurt fährt. Die Eintracht setzt auf Gespräche, was der DFB bereits kritisiert hat.
Hansa trifft am siebten Spieltag auf Eintracht Braunschweig. Zwischen Anhängern der beiden Klubs ging es auch in der abgelaufenen Saison hoch her. Der Rostocker Hauptbahnhof wurde zeitweise lahmgelegt.
Die Zweite Liga ist 2011/12 durch die vielen Traditionsvereine besonders interessant. Genau diese Konstellation birgt aber auch enormes Randale-Potential.
Spieltag | Partie |
1 | FC Energie Cottbus - Dynamo Dresden |
2 | Eintracht Frankfurt - FC St. Pauli |
Dynamo Dresden - FC Hansa Rostock | |
4 | Dynamo Dresden - 1. FC Union Berlin |
5 | FSV Frankfurt - Eintracht Frankfurt |
7 | FC Hansa Rostock - Eintracht Braunschweig |
8 | Eintracht Frankfurt - FC Hansa Rostock |
9 | Dynamo Dresden - Eintracht Frankfurt |
10 | Erzgebirge Aue - FC Hansa Rostock |
FC Energie Cottbus - FC St. Pauli | |
12 | Eintracht Braunschweig - Dynamo Dresden |
13 | FC Hansa Rostock - FC Energie Cottbus |
15 | FC Hansa Rostock - FC St. Pauli |
Dynamo Dresden - Erzgebirge Aue | |
16 | FC St. Pauli - Dynamo Dresden |
FC Hansa Rostock - 1. FC Union Berlin | |
17 | Eintracht Frankfurt - Karlsruher SC |
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Quelle: FUSSBALL.DE
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