21.03.2010, 17:59 Uhr
Bielefelds frühere Nummer eins Uli Stein als Experte bei LIGA total! (Foto: LIGA total!)133 Mal hütete Uli Stein den Kasten der Bielefelder Arminia in der 2. Bundesliga, genau 60 Mal in der höchsten deutschen Spielklasse. Was derzeit beim DSC passiert, ist dem früheren Nationaltorwart alles andere als egal. Der 55-Jährige bietet sich an, das Chaos zu beseitigen.
"Ich habe schon gedacht, letztes Jahr im November bei der Jahreshauptversammlung, der Tiefpunkt bei Arminia wäre erreicht – da hat man sich ja nun wirklich über die Grenzen hinaus lächerlich gemacht", sagte Stein als Experte bei LIGA total!. "Aber sie scheinen es immer noch wieder toppen zu können. Das ist für mich unverständlich. Es wird Zeit, dass da wirklich mal Leute ans Ruder kommen, die seriös und vernünftig arbeiten!"
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Am 10. März feuerte der Tabellen-Fünfte der 2. Bundesliga seinen Cheftrainer Thomas Gerstner. Eine Woche später rächten sich Anfängerfehler der sportlichen Führung in Sachen Lizenzierungsverfahren mit der DFL. Den wahren Schuldenstand über 15,5 Millionen Euro verbargen die Ostwestfalen vor den Liga-Oberen. Die zogen daraus die Konsequenz und den Bielefeldern zum Saisonende vier Punkte ab. Zudem muss einer der Skandalvereine der Saison 1970/71 50.000 Euro Strafe bezahlen.
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"Die DFL hat uns einen Neuanfang nahelegt", sagte Rechtsanwalt Christoph Schickardt, der Bielefeld in den Gesprächen mit der DFL juristisch vertreten hatte. Gleichwohl geht der Jurist von einem Verbleib Bielefelds in der 2. Liga aus: "Die Arminia ist mit einem blauen Auge davongekommen. Ich bin zuversichtlich, dass sie die Lizenz bekommt." Den angepeilten Wiederaufstieg muss sich der Rekordabsteiger aus der Bundesliga allerdings angesichts der neuen Faktenlage abschminken.
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Die Arminia hat sich bei der Modernisierung des Stadions und der Zusammenstellung des Kaders schwer verhoben und im Februar eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,5 Millionen Euro für die laufende Spielzeit eingeräumt. Deshalb war er von der DFL zu einer Nachbesserung bis zum 5. März aufgefordert worden. Wie der Klub mitteilte, beläuft sich die aktuelle Unterdeckung sogar auf 4,2 Millionen Euro. Zwar bestätigte die DFL der Arminia die fristgerechte Auflagenerfüllung im Hinblick auf die zuvor festgestellte Finanzlücke, ahndete aber einen Verstoß gegen die Lizenzierungsordnung im Nachlizenzierungsverfahren der Saison 2009/10.
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Stein sieht eine Kollektivschuld: "Das an einer Person festzumachen, wäre verkehrt - sie sitzen alle in einem Boot. Das geht beim Präsidenten los, bis runter zum Sportdirektor. Sie haben alle Fehler gemacht, und letztendlich haben sie alle die Verantwortung dafür zu tragen." Die wäre der Torwarttrainer des deutschen EM-Qualifikationsgegners Aserbaidschan bereit, zu übernehmen. "Es ist sicherlich eine interessante Aufgabe, in Bielefeld was zu bewegen. Ich weiß, dass viele aus der Wirtschaft auf der Lauer liegen und darauf warten, dass das Ganze in vernünftige Hände kommt. Und ich glaube, dass dann wirklich unheimlich viel machbar ist in Bielefeld. Da ist eine ganz starke Wirtschaft im Rücken, und es ist schade, dass das seit Jahren brach liegt. Es wird Zeit, dass da mal einer das Heft in die Hand nimmt und das Ganze […] vernünftig führt!"
Quelle: dpa
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