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Eintracht Braunschweig improvisiert

17.02.2010, 15:07 Uhr

Eintracht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht ist derzeit Meister der Improvisation.Eintracht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht ist derzeit Meister der Improvisation. (Foto: imago)Eintracht Braunschweig und Werder Bremens zweite Mannschaft haben vieles gemeinsam. Beide Teams sind Gründungsmitglieder der 3. Liga, beide Städte liegen im Norden und fangen mit dem Buchstaben "B" an. Und noch eines eint die beiden: Vor dem für Samstag geplanten Duell der beiden Nord-Klubs sind Braunschweig und Bremen die einzigen Drittligisten, die in diesem Jahr wegen der winterlichen Witterungsbedingungen noch kein einziges Liga-Spiel absolviert haben.

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Kurz-Trainingslager in Thüringen

Die Trainer, Braunschweigs Torsten Lieberknecht und Bremens Thomas Wolter, bleiben dennoch gelassen. "Die äußeren Gegebenheiten lassen sich ohnehin nicht ändern“, lautet ihre einhellige Meinung. Zumindest lässt sich aber etwas gegen die schwierigen Trainingsbedingungen tun. So absolviert die Eintracht in dieser Woche ein Kurz-Trainingslager im thüringischen Teistungen. "Wir haben dort schon im Sommer ein Trainingslager absolviert und uns an einen angrenzenden Kunstrasenplatz erinnert“, erklärt Eintracht-Trainer Lieberknecht. "Dieser wurde eigens für uns vom Schnee befreit, damit wir endlich einmal wieder auf einem großen Platz trainieren konnten. In Braunschweig war das nicht möglich.“

Improvisationskünste gefragt: Laufen auf der Kartbahn

Schnee und Eis zwangen die Lieberknecht und sein Trainer-Team immer wieder zu improvisieren. Trainingseinheiten wurden häufig in die Soccer-Halle oder ins Fitness-Studio verlegt. Zur Auflockerung ging es einmal an die Kletterwand. Als das Wetter sogar Laufeinheiten im Freien unmöglich machte, konnten sich die Braunschweiger auf ihre Fans verlassen. "Der Betreiber einer Indoor-Kartbahn bot uns an, auf seiner 400 Meter-Bahn zu trainieren. Das haben wir gerne angenommen“, so Lieberknecht, der noch bis März in Köln an seiner Lizenz als Fußball-Lehrer bastelt. Bemerkenswert: Der 36-Jährige ist der einzige Lehrgangs-Teilnehmer, der noch bei einem höherklassigen Verein im Amt ist.

Braunschweigs Ziel: einstelliger Tabellenplatz

In der Restrunde will die Eintracht trotz der aktuellen Startschwierigkeiten noch einmal richtig angreifen. "Wir wollen mindestens einen einstelligen Tabellenplatz erreichen“, gibt Lieberknecht als Marschroute vor. "Unser Ziel ist es aber darüber hinaus, möglichst wieder in die Reichweite der Aufstiegsplätze zu kommen und uns so lange wie möglich dort zu halten. Wer weiß, ob die Mannschaften, die jetzt oben stehen, nicht noch nachlassen. In diesem Fall wollen wir zur Stelle sein.“

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Eintracht mit einer Neuverpflichtung

Auf dem Transfermarkt wurde Braunschweig im Winter nur einmal aktiv, verpflichteten mit Dominick Kumbela von Rot Weiss Ahlen einen alten Bekannten. Der 25-jährige Angreifer absolvierte in der Rückrunde der Saison 2007/2008 bereits 14 Partien für die Eintracht, erzielte zwei Tore und hatte damit Anteil an der Qualifikation für die 3. Liga, die erst auf den letzten Drücker geschafft wurde. Über die Stationen Paderborn und Ahlen landete der Kongolese nun wieder bei den Niedersachsen. Gemeinsam mit dem wieder genesenen Stürmer Kingsley Onuegbu (neun Saisontore) und dem torgefährlichen Mittelfeldspieler Dennis Kruppke (zehn) soll Kumbela den Angriff verstärken. "Kumbela hat seine Qualität bei uns schon nachgewiesen. Er wird uns weiterhelfen“, ist Lieberknecht überzeugt.

Harte Wochen stehen an

Den vielen englischen Wochen, die durch die Spielausfälle vor seiner Mannschaft liegen, sieht Lieberknecht relativ gelassen entgegen. "Das wird kräfteraubend und jeder Spieler wird benötigt. Aber wir haben einen großen Kader und werden das schaffen“, so Lieberknecht.

Werder II liegt auf einem Abstiegsplatz

Viele Spiele in kurzer Zeit kommen auch auf die U 23 von Werder Bremen zu. Die Grün-Weißen rutschten durch die vielen Spielausfälle sogar auf einen Abstiegsplatz ab. In die Winterpause sich die Mannschaft von Trainer Thomas Wolter noch auf Rang 15 verabschiedet. Mittlerweile haben die Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib gepunktet und die Bremer sind nur noch Vorletzter. Trainer Wolter nimmt es mit Humor. "Wir absolvieren so lange kein Spiel, bis wir Letzter sind, und rollen dann das Feld von hinten auf“, grinst der 46-Jährige, der seit Sommer 2002 die "Zwote“ der Werderaner betreut.

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Wolter: "Im Fußball und im Leben geht nicht immer alles glatt"

Immerhin musste Wolter keine einzige Trainingseinheit in der Winter-Vorbereitung ausfallen lassen. Häufig mussten sich aber auch die Grün-Weißen auf Lauftraining beschränken. Der Ball war im Freien nur selten im Spiel. "Auch gegen solche Widerstände muss man angehen. Das versuche ich meinen Spielern zu vermitteln. Für meine Jungs ist das keine unwichtige Lektion. Schließlich geht im Fußball und im Leben nicht immer alles glatt“, kann Wolter den Wetterkapriolen sogar etwas positives abgewinnen.

Bremens Spieler haben gute Fitness-Werte

Auch die englischen Wochen haben für Wolter mehr Vor- als Nachteile. "Meine junge Mannschaft dürfte damit keine Probleme haben. Alle Spieler besitzen gute Fitness-Werte und können marschieren. Und Negativ-Erlebnisse lassen sich bei einem schnellen Rhythmus auch schnell wieder korrigieren“, meint Wolter. Nicht mehr zurückgreifen kann Wolter auf Mittelfeldspieler Torsten Oehrl, der bis zum Winter in 17 Partien sechs Tore für die Bremer Drittliga-Mannschaft erzielt hatte. Der 24-Jährige wurde an den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. "Oehrl war für uns ein wichtiger Spieler. Aber jetzt müssen eben andere in die Bresche springen“, sagt Wolter.

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Ungarischer Neuzugang ist "ungeschliffener Rohdiamant"

Vielleicht kann Marko Futacs den Verlust von Oehrl wettmachen. Der 19-jährige Stürmer, der bei Werder einen Profi-Vertrag besitzt, ist nun für die Grün-Weißen spielberechtigt. Mit Ungarn wurde Futacs bei der letzten U 20-Weltmeisterschaft in Ägypten Dritter. "Ein ungeschliffener Rohdiamant“, urteilt Wolter, für den der Klassenerhalt in dieser Saison oberste Priorität hat. "Wir kennen diese Situation. Das ist unser Vorteil.“

Platzkommission entscheidet, ob Spiel stattfindet

Ob das Duell zwischen den Bremern und Braunschweig wie geplant über die Bühne gehen kann, ist fraglich. Noch liegt viel Schnee auf dem Platz 11 am Weserstadion, der Spielstätte der Werderaner Zweitvertretung. Am Donnerstag soll eine Platzkommission über die Austragung entscheiden. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Werder und die Eintracht weiter auf das erste Liga-Spiel im neuen Jahr warten müssen.

Mehr zur 3. Liga aufdfb.de

Quelle: MSPW

 

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