17.06.2009, 12:22 Uhr
Ägyptens Mohamed Al Muhamadi wurde für ein Spiel gesperrt. (Foto: dpa)Die FIFA hat den Einspruch des Ägyptischen Fußball-Verbands gegen die Rote Karte für Mohamed Al Muhamadi und den Elfmeter bei der 3:4-Niederlage gegen Brasilien wie erwartet abgewiesen. Schiedsrichter Howard Webb (England) habe seine Entscheidung beim Confederations-Cup-Spiel am Montag in Bloemfontein nach Rücksprache mit seinem Assistenten Mike Mullarkey getroffen. Dieser habe einen freien Blick auf die fragliche Szene gehabt, teilte der Weltverband mit. Al Muhamadi ist nun für eine Partie beim Confederations Cup gesperrt worden. Das teilte der Weltverband FIFA am Mittwoch mit. Al Muhamadi muss seine Sperre im Spiel am Donnerstag in Johannesburg gegen Weltmeister Italien absitzen. Eine Sperre von einem Spiel ist das Minimum nach einem Platzverweis.
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Entscheidung nach TV-Bildern?
Die Ägypter hatten zuvor den Vorwurf geäußert, die Entscheidung in der Nachspielzeit sei erst getroffen worden, nachdem der vierte Offizielle, Matthew Breeze (Australien), das Handspiel von Al Muhamadi auf der Torlinie am Spielfeldrand auf TV-Bildern gesehen hatte. Kaká nutzte den Elfmeter zum Siegtreffer für Brasilien beim WM-Testlauf in Südafrika. Der Engländer Webb hatte in der Szene offenbar zunächst auf Eckball für Brasilien entscheiden wollen.
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Teamwork der Schiedsrichter
"Seit wann gibt es einen Elfmeter aufgrund von TV-Bildern", begründete der ägyptische Co-Trainer Shawki Gharib den Protest. Die FIFA folgte dieser Ansicht erwartungsgemäß nicht. Nach Studium eines angeforderten Sonderberichts von Webb kam wenige Stunden nach Eingang der Beschwerde bereits die Ablehnung. "Eine gründliche Analyse der genannten Dokumente brachte hervor, dass die fragliche Entscheidung durch Teamwork des Schiedsrichters mit seinem Assistenten erfolgt ist", hieß es in einer schriftlichen Erklärung.
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Keine Boykottdrohung Ägyptens
Eine angebliche Boykott-Drohung der Ägypter für die nächste Partie gegen Weltmeister Italien am Donnerstag in Johannesburg war mit dem Einspruch offenbar nicht verknüpft. "Darüber ist uns nichts bekannt", sagte FIFA-Sprecher Nicolas Maingot noch vor der Beschwerde-Ablehnung. Entscheidungen nach Video-Beweis sind nach den FIFA-Statuten nicht erlaubt. Eine ähnliche Kontroverse hatte es nach der Roten Karte gegen Frankreichs Zinedine Zidane im WM-Endspiel 2006 gegen Italien gegeben. Damals war der Platzverweis erst nach Intervention des vierten Offiziellen ausgesprochen worden, der den Kopfstoß Zidanes am Spielfeldrand eventuell auf einem TV-Gerät oder über die Stadion- Leinwand wahrgenommen hatte.
dpa/FUSSBALL.DE
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