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Hashemian: "Die Oberliga ist genau der richtige Anfang"

28.03.2013, 11:09 Uhr | FUSSBALL.DE

Vahid Hashemian, VfL Bochum.  (Quelle: imago\Ulmer )

Vahid Hashemian war 2009 noch für den VfL Bochum am Ball. (Quelle: Ulmer /imago)

Von Jochen Breideband

Den "Hubschrauber" haben sie ihn in der Bundesliga getauft. Weil er beim Kopfball abhob und in der Luft stand wie kaum ein anderer. 38 Tore hat Vahid Hashemian in der Bundesliga erzielt, bei 208 Einsätzen für den Hamburger SV, VfL Bochum, FC Bayern München und Hannover 96. Für den Iran bestritt er 50 Länderspiele und traf 14-mal.

Heute ist Hashemian nicht mehr in den großen Stadien dieser Welt tätig. Die Gegenwart für ihn heißt Oberliga Hamburg. Nach seinem Karriereende als aktiver Fußballer ist der 36-Jährige im Oktober 2012 beim SV Halstenbek-Rellingen eingestiegen. Dort bildet er mit dem früheren HSV-Profi Thomas Bliemeister das Trainergespann. Im FUSSBALL.de-Interview spricht Hashemian über neue Erfahrungen, schlechtes Wetter, Respekt vor dem Trainer und das Geheimnis seines Spitznamens.

FUSSBALL.de: In der Oberliga ruht wegen des Wetters bis nach Ostern der Ball. Haben Sie schon einmal so viele Spielabsagen erlebt wie in diesen Wochen, Herr Hashemian?
Vahid Hashemian: Nein, diese Erfahrung ist neu für mich. So etwas hat hier noch keiner erlebt. Die meiste Zeit können wir nur laufen oder in die Halle gehen, das macht die Arbeit schwierig. Im April warten jetzt acht Spiele auf uns. Eine ganz schlechte Situation, weil die Spieler keine Profis sind.

Wie hält man bei diesen widrigen Bedingungen ein Oberligateam bei Laune?
Das ist sehr schwierig. Wir hatten seit Wochen kein Punktspiel mehr. Allerdings wissen die Spieler ja, dass es nicht am Verein oder an den Trainern liegt.

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Gehören genau diese Erfahrungen zu dem Lernprozess, von dem Sie sprachen, als Sie im vergangenen Oktober beim SV Halstenbek-Rellingen angefangen haben?
Ich wollte immer Trainer werden. Deswegen habe ich die Lizenz gemacht, deswegen möchte ich den Fußball-Lehrer machen. Darum besuche ich auch vormittags Sprachkurse, um mein Deutsch weiter zu verbessern. Wenn wir trainingsfrei haben, gehe ich auf Fortbildungen, schaue mir Spiele an. Ich bin immer aktiv. Die Oberliga ist für mich ein guter Anfang, ich habe mich richtig entschieden. Aber das soll erst der Anfang sein. Mein nächstes Ziel ist die Regionalliga oder die Junioren-Bundesliga.

Was haben Sie bisher im Amateurbereich gelernt? Und wie groß war die Umstellung?
Anfangs war ich sauer, wenn Spieler im Training gefehlt haben. Ich habe mich gefragt: Warum sind schon wieder vier Mann nicht da? Ich musste mir erst richtig bewusst werden, dass die Spieler alle einen anderen Beruf haben, dass sie von der Arbeit leben, nicht vom Fußball. Darum haben wir auch im Training reagiert. Wir haben anfangs viermal pro Woche trainiert. Die Jungs gehen morgens um 6 Uhr auf die Arbeit und standen abends fast täglich auf dem Platz. Da waren sie am Wochenende oft kaputt. Jetzt trainieren wir nur noch dreimal.

Sie galten als leiser, zurückhaltender Spieler. Sind Sie auch ein leiser, zurückhaltender Trainer?
Ich hatte immer gute Trainer. Und die haben von mir verlangt, hart zu trainieren und gut zu spielen. Für mich ging es nie darum, Theater zu machen oder Schauspieler zu sein. Als Trainer habe ich Respekt vor jedem Spieler – und zwar nicht abhängig von seinen sportlichen Fähigkeiten, sondern vor ihm als Mensch. Manche haben leider nur Respekt vor den Fähigkeiten.

Wie bringen Sie einem Spieler bei, wenn es für Ihn trotz guter Einstellung nicht reicht?
Das ist immer eine schwere Entscheidung. Ein Spieler kommt ins Training, bemüht sich, arbeitet hart, doch er spielt nicht. Man kann das nicht ändern. Ich habe das als Profi auch erlebt. Ich hatte dabei immer Respekt vor dem Trainer und seiner Entscheidung. Ich wusste: Der Trainer will nur Erfolg haben. Wichtig ist, dass man nicht sofort aufgibt. Bei Peter Neururer saß ich anfangs auf der Bank und habe als Joker zehn Tore erzielt. Im zweiten Jahr war ich Stammspieler.

Wie hat es Sie eigentlich zum SV Halstenbek-Rellingen verschlagen?
Ich habe SVH-Trainer Thomas Bliemeister bei der Altliga kennen gelernt, und er hat mir angeboten, dass wir zusammenarbeiten. Das funktioniert gut. Ich gestalte das Training, die Aufstellung machen wir gemeinsam. Bisher waren wir immer einer Meinung. Thomas hat in der Liga viel mehr Erfahrung als ich, auf der anderen Seite versuche ich, neue Methoden ins Training einfließen zu lassen.

Einer Ihrer Schützlinge ist Ihr ehemaliger Bundesligakollege Claus Reitmaier…
Claus ist eingesprungen, weil die anderen Torhüter ausgefallen sind. Er ist immer der erste Spieler in der Kabine, trainiert wie ein Junger und hat uns in dieser Saison schon oft gerettet. Er ist zu 100 Prozent ein Vorbild.

Rückblickend auf Ihre aktive Zeit als Bundesliga-Profi: Wie sind Sie eigentlich zu solch einem herausragenden Kopfballspieler geworden?
Ein guter Kopfball fängt mit Mut an. Außerdem braucht man viel Training, das richtige Timing und gute Flankengeber.

Hat Ihnen ihr Spitzname "Hubschrauber" eigentlich gefallen?
Frank Pagelsdorf hat mir den Namen damals beim HSV im Training gegeben. Ich habe mir immer gedacht: Für einen Spitznamen bedarf es der entsprechenden Leistung. Ich konnte damit gut leben.

Zu welchem Ihrer Ex-Vereine spüren Sie noch den größten Bezug?
Ich habe mit jedem Klub gute Erfahrungen gemacht. Mein Lieblingsverein ist der VfL Bochum. Wir hatten damals eine sehr familiäre Mannschaft und haben – gemessen am Potenzial – extrem gute Ergebnisse erzielt.

Quelle: FUSSBALL.DE

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