30.10.2010, 17:37 Uhr | FUSSBALL.DE
Christian Ziege steht als Trainer bei Arminia Bielefeld vor dem Aus. (Foto: dpa)
Mit dem 1:2 gegen Union Berlin scheint das berufliche Schicksal Christian Zieges vorläufig besiegelt zu sein. In Augsburg und gegen Osnabrück muss der Trainer des Tabellenletzten der 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld, sechs Punkte oder zwei Siege einsammeln, um seinen Job zu retten. Die Vorgabe der Führungsriege des Klubs steht. Sie stand bereits vor Unions Gastspiel auf der Alm. Und: Schon seit drei Wochen sucht der Vorstand des Bundesliga-Rekordabsteigers nach einem Nachfolger für Ziege.
Der räumt trotz aller Widrigkeiten und ausbleibenden Punkte seinen Posten nicht kampflos. "Ich lasse mich nicht in der Öffentlichkeit vorführen und werde mit Sicherheit nicht aufgeben", sagte der glücklose Coach nach der achten Saisonpleite bei Sky. "Fast unmöglich heißt nicht unmöglich", kommentierte Ziege die unlösbar erscheinende Aufgabe, in Augsburg und gegen Osnabrück seinen Job zu retten.
Die Statistik fällt ein vernichtendes Urteil: Von ihren bisherigen zehn Chancen, zu gewinnen, nutzten Zieges Spieler nur eine. Dieses 1:0 über Ingolstadt liegt bereits vier Wochen zurück. Danach setzte es ein 1:3 in Bochum, ein 0:1 gegen Aue und ein 1:3 in Paderborn. Dann war Länderspielpause - und Bielefelds Vorstand nutzte die Zeit, von seinem Coach abzurücken. Dass dies öffentlich geschehen ist und geschieht, bezeichnet Ziege auf Grund seiner offenbar guten Erziehung nur als "unglücklich". Sein früherer Gegenspieler und Kollege, Unions Teammanager Christian Beeck, betonte bei Sky die Respektlosigkeit der Arminen-Oberen im Umgang mit ihrem Trainer. Die dokumentiere sich in dem Sechs-Punkte-Ultimatum nach nur sieben Partien der Saison.
Schnitzmeier selbst wurde bei Sky vor dem Anpfiff gegen Union mit der Meinung der Bielefelder Fans konfrontiert und mit in deren Kreisen wohlklingenden Namen wie Ewald Lienen oder Uwe Rapolder. Lienen erwarb sich als Spieler unvergessene Verdienste bei den Schwarz-Weiß-Blauen. Rapolder ging als Aufstiegstrainer 2004 in die Herzen des Anhangs ein. Schnitzmeier hingegen bezeichnete Ziege wie zum Trotz als seinen "Wunschkandidaten". Wie wahrscheinlich es jedoch sei, dass der mit zwei Siegen seiner frühen Entlassung noch von der Schippe springe, davon müsse sich jeder sein eigenes Bild machen. Dem Beobachter bleibt, sich ein Bild zu machen von der Vorgehensweise von Schnitzmeier und Co.
Quelle: FUSSBALL.DE
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