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WM 2010

Schaffen die Socceroos den nächsten Schritt?

03.12.2009, 17:11 Uhr

Australiens Harry Kewell. (Foto: imago) Australiens Harry Kewell. (Foto: imago)Die Kontinentalverschiebung Australiens hat sich gelohnt. Souverän sicherte sich das Team bei seinem Debüt als Asienvertreter die dritte WM-Teilnahme nach 1974 und 2006.

Während die Socceroos früher gleich vier Mal als bester Vertreter Ozeaniens in der Relegation gegen eine Mannschaft aus Südamerika scheiterten, konnten sie nun direkt einen WM-Platz ergattern.

Die Qualifikation

 

Der Wechsel zum asiatischen Fußballverband hatte für die Aussis gleich mehrere Vorteile. Zum einen spielten sie in der Qualifikation nicht mehr gegen Ozeanien-Fallobst wie Fidschi und Samoa, gegen die es häufig sportlich wertlose zweistellige Ergebnisse gab. Vom gestiegenen Wettbewerb profitierte das Team in Hinblick auf das Weltturnier. Außerdem stehen Asien vier direkte WM-Tickets zu und Ozeanien nur ein Relegations-Platz. Nachdem die erste Runde noch etwas holprig verlief, setzte sich Australien in der zweiten und entscheidenden Phase ohne Niederlage als klarer Gruppensieger gegen Japan, Bahrain, Katar und Kasachstan durch.

Der Trainer

Australiens Trainer Pim Verbeek. (Foto: imago) Australiens Trainer Pim Verbeek. (Foto: imago)Einigen Fußball-Fans in Deutschland wird Peter Vim, genannt Pim, Verbeek noch in Erinnerung sein, den Gladbach-Fans vielleicht nicht in allerbester. Denn der Holländer war Co-Trainer des ungeliebten Dick Advoocat, mit dem er es ab Sommer 2004 nur eine Saison am Niederrhein aushielt. Schon mit 25 Jahren schlug Verbeek die Trainerlaufbahn ein und tingelte in Holland über die Dörfer, ehe er 1989 bei Traditionsklub Feyenoord Rotterdam unterkam - in der merkwürdigen Reihenfolge Cheftrainer, Co-Trainer. Als frisch gebackener Pokalsieger wagte er sich dann wieder in die hauptverantwortliche Rolle bei einigen Vereinen in Holland, Belgien und Japan. 2002 feierte er als Co-Trainer von Guus Hiddink seinen größten Erfolg, nämlich den vierten WM-Platz mit Südkorea. Einige Zwischenstationen später landete Verbeek erneut in Südkorea, diesmal als Assistent von Advoocat, den er dann dort ebenso als Cheftrainer beerbte wie 2007 als Trainer Australiens. Seine 18 Jobs in 28 Jahren sprechen nicht unbedingt für Kontinuität. Von den Medien in Australien wird er bisweilen für langweiligen Ergebnisfußball kritisiert.

 

Der Star

Vielleicht liegt es ja an seinem englischen Vater, dass Harry Kewell das Fußballtalent in die Wiege gelegt wurde. Schon mit 15 Jahren verließ er seine Heimat Australien, um im Mutterland des Fußballs die Schuhe zu schnüren. Kewells erster Klub war Leeds United, für das er 181 Spiele absolvierte und 45 Tore schoss. Mit Leeds erreichte er 2001 das Halbfinale der Champions League. 2003 machte der offensive Mittelfeldspieler einen Karriereschritt und wechselte für fünf Millionen Pfund zum großen FC Liverpool. 2005 feierte er dort seinen größten Erfolg mit dem Gewinn der europäischen Königsklasse. Seit 2008 kickt Publiumsliebling Kewell bei Galatasaray Istanbul, die Fans singen ihm zu Ehren eine gewandelte Version des Boney-M-Hits „Daddy Cool“ - „Harry - Harry Kewell“. Er kann in der Mitte spielen, als starker Dribbler aber auch auf den Außenpositionen. Selbst als zweite Sturmspitze - und als Model für Herrenmode - gibt er eine gute Figur ab. Manko: die große Anfälligkeit für Verletzungen.

Die Aussichten

Der Fußball spielt in Australien eine eher untergeordnete Rolle. Sportarten wie Rugby und Cricket stehen deutlich höher im Kurs. Doch spätestens seit der WM 2006 in Deutschland haben die Aussies Blut geleckt. Nachdem der erste Anlauf 1974 ohne ein einziges Tor gründlich daneben ging, stürmten sie unter Magier® Guus Hiddink ins Achtelfinale, das sie unglücklich gegen den späteren Weltmeister Italien verloren. Dieses Mal will das Team aus Down Under den nächsten Schritt machen, und unter die besten Acht kommen. Leicht wird das nicht, denn trotz bekannter Namen wie Kewell oder Tim Cahill fehlt es den Australiern an individueller Klasse. Schon der erneute Sprung ins Achtelfinale wäre ein großer Erfolg.

 

Australien im Überblick:

Spitzname

Socceroos

Trainer

Pim Verbeek

Kapitän

Lucas Neill

Größter Erfolg

Achtelfinale 2006, Ozeanienmeister 1980, 1996, 2000, 2004

FIFA-Weltranglistenplatz

21

Bisherige WM-Teilnahmen

2

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland

Quelle: t-online.de

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