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Berlin setzt Zeichen gegen Gewalt

22.09.2011, 12:32 Uhr | berliner-fussball.de

BFV-Präsident Bernd Schultz (Foto: imago)

BFV-Präsident Bernd Schultz (Foto: imago)

Der Fall des Berliner Schiedsrichters Gerald Bothe, der am 16. September in einer Partie der Senioren-Landesliga von einem Spieler tätlich angegriffen wurde, ging bundesweit durch die Medien und sorgte für Bestürzung bei allen Fußballfans. Der Berliner Fußball-Verband setzt nun ein deutliches Zeichen gegen jede Form von Gewalt auf dem Fußballplatz. "Gewalt ist nicht akzeptabel", so BFV-Präsident Bernd Schultz.

In der Saison 2011/12 muss der Berliner Fußball-Verband (BFV) bereits nach wenigen Spieltagen acht Spielabbrüche verzeichnen, von denen vier durch tätliche Angriffe auf Schiedsrichter resultieren. Diese Entwicklung und die Heftigkeit der jüngsten Vorkommnisse gegen einen BFV-Schiedsrichter, der in Folge eines Faustschlages durch einen Spieler seit vergangenen Freitag stationär behandelt werden muss, veranlasst den BFV, ein deutliches Zeichen gegen Gewalt auf dem Fußballplatz zu setzen.

Alle Spiele für fünf Minuten unterbrochen

Am Wochenende 21. bis 24. Oktober 2011 werden deshalb sämtliche Pflichtspiele, die in die Zuständigkeit des BFV fallen, in der 10. Spielminute vom jeweiligen Schiedsrichter für fünf Minuten unterbrochen. Während dieser Spielunterbrechung soll durch verschiedene Maßnahmen - zum Beispiel mittels Durchführung einer Stadiondurchsage -  für mehr Fairplay und gegen Gewalt gegenüber Schiedsrichtern appelliert werden. Diese Aktion gilt für alle Spielklassen, vom Herren- bis in den Juniorenbereich. Im Anschluss an die Spielunterbrechung wird die Partie ordnungsgemäß fortgesetzt.

BFV-Präsident Schultz: "Gewalt nicht akzeptabel"

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, begründet diese Maßnahme wie folgt: "Leider müssen wir in der noch jungen Saison vermehrt körperliche Angriffe gegen unsere Schiedsrichter feststellen. Auch wenn die betroffenen Spieler und Vereine bisher nicht negativ in Erscheinung getreten sind, muss der Berliner Fußball-Verband seine 1.100 Schiedsrichter vor tätlichen Übergriffen schützen. Die Unparteiischen stehen für Fairplay und Toleranz auf dem Fußballplatz ein und sollen den Fußballregeln Geltung verschaffen. Wenn sie nun aber körperlich und in ihrer Integrität angegriffen werden, ist dieses nicht akzeptabel. Mit der Aktion appellieren wir deshalb an alle Vereine, Trainer und Eltern, dem Schiedsrichter wie auch dem Gegner mit dem nötigen Respekt und Fairplay zu begegnen.“

Appell an die "Fußballfamilie"

Bodo Brandt-Chollé, Präsidialmitglied und Vorsitzender des BFV-Schiedsrichterausschusses, ergänzt: "Es gilt herauszustellen, dass es sich bei den Tätlichkeiten gegen unsere Schiedsrichter nur um die Spitze des Eisbergs handelt. Über Beleidigungen, Drohungen, Beschimpfungen und Belästigungen wird kaum noch gesprochen. Hier muss angesetzt und das Klima auf unseren Plätzen insgesamt verbessert werden. Es wäre verheerend, wenn sich die Schiedsrichter aus Angst vor Gewalt nicht mehr trauen würden, die Wahrnehmungen während einer Spielleitung in entsprechende Entscheidungen umzusetzen. Die Berliner Fußballfamilie wird daher aufgerufen, ein deutliches Zeichen gegen Gewalt - insbesondere gegen Schiedsrichter - zu setzen.“

Mehr zum Thema gibt es beim Berliner Fußball-Verband auf berliner-fussball.de

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