
05.06.2012, 15:54 Uhr | t-online.de
Oliver Bierhoff ist angespannt. (Quelle: dpa)
Aus Danzig berichtet Thomas Tamberg
"Ich spüre den Druck vor lauter Druck gar nicht mehr“, sagte einmal Oliver Kahn. Man darf nur hoffen, dass es den deutschen Nationalspielern ähnlich geht. Denn bei der EM 2012 steht die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in dessen Amtszeit unter eben diesem Druck. "Die Erwartungen sind hoch, entsprechend groß ist die Fallhöhe", sagte Oliver Bierhoff auf der ersten offiziellen Pressekonferenz vor Ort im Medienzentrum vor den Toren des DFB-Mannschaftsquartiers Dwór Oliwski. Der Team-Manager hob warnend den Zeigefinger: "Wir bewegen uns in ganz dünner Luft." Nichts anderes als der Titel ist das erklärte Ziel der Adlerträger.
Zusammen mit dem neuen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach stellte sich Bierhoff vor den Toren Danzigs erstmals den Fragen der Journalisten. Zuvor begrüßte der Oberbürgermeister von Danzig Pawel Adamowicz die rund 300 Pressevertreter. Es war eine sympathische, kurze und zuweilen launige Pressekonferenz. Adamowicz wies auf die besondere gemeinsame Geschichte der Stadt Danzig hin, die wichtig für das Kulturerbe beider Nationen sei.
Niersbach äußerte die Hoffnung, möglichst lange in Danzig verweilen zu wollen. "Ich hoffe, dass wir uns Ende Juni wiedersehen", sagte der DFB-Boss. Was nichts anderes heißt, dass die Löw-Elf möglichst weit kommen soll im Turnier. Und damit wären wir wieder beim Druck. "Die Spannung steigt", gab Bierhoff zu. "Die Nervosität kommt langsam auf. Der Fokus ist da."
Die ganze Konzentration gilt dem Auftaktspiel gegen Portugal am 9. Juni in Lwiw. "Das erste Spiel im Turnier ist enorm wichtig", sagte Bierhoff. Portugal sei ein angeschlagener Gegner, aber die seien ja bekanntlich am gefährlichsten. Ein Sieg würde vieles leichter machen. Schließlich wartet mit den Niederlanden und Dänemark nicht gerade Fallobst auf das DFB-Team.
Bierhoff sieht das Team gut vorbereitet, um nach dem EM-Titel 1996 endlich wieder einen langersehnten Pokal nach Hause zu bringen. Man gehe jetzt weg von physischen Übungen und trainiere verstärkt Spielabläufe und Passformen, beschrieb der Ex-Nationalstürmer die Trainingsschwerpunkte in den nächsten Wochen.
Nach dem verloren EM-Finale 2008, einem dritten Platz bei der WM 2010 soll jetzt endlich die Krönung in der Ära Löw erfolgen. Dass das Team das Zeug dazu hat, ist unbestritten. "Wir wissen was möglich ist", sagte Bierhoff und erinnerte an die Gala-Auftritte gegen Brasilien (3:2) und die Niederlande (3:0).
Allerdings hat der 44-Jährige auch nicht die Spiele gegen die Schweiz (3:5) und Frankreich (1:2) vergessen. "Da haben wir gesehen, was auch möglich ist."
Quelle: t-online.de
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