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Breno muss für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis

04.07.2012, 23:54 Uhr | dpa, sid

Breno muss wegen schwerer Brandstiftung ins Gefängnis. (Quelle: dpa)

Breno muss wegen schwerer Brandstiftung ins Gefängnis. (Quelle: dpa)

Der ehemalige Bayern-Spieler Breno muss ins Gefängnis. Die 12. Strafkammer des Landgerichts München I verurteilte den Brasilianer wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Breno vernahm das Urteil mit Tränen in den Augen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 22-Jährige in der Nacht auf den 20. September 2011 in alkoholisiertem Zustand vorsätzlich eine von ihm bewohnte Villa in Grünwald bei München in Brand gesteckt hatte. Breno hatte sich dabei eine leichte Rauchvergiftung zugezogen. Sonst wurde niemand verletzt. Brenos Frau hatte mit den Kindern die Villa kurz vor Ausbruch des Brandes verlassen.

Nach zweieinhalb Jahren droht die Abschiebung

"Der Angeklagte hat mit dieser Tat eine sehr schwere Schuld auf sich geladen", sagte Vorsitzende Richterin Rosi Datzmann. Der Haftbefehl gegen den Fußballer wurde wieder in Kraft gesetzt. Nach Angaben Datzmanns wird Breno voraussichtlich nach zweieinhalb Jahren Haft in Deutschland in seine brasilianische Heimat abgeschoben. Strafmildernd berücksichtigte die Kammer, dass Breno an besagtem Abend offenbar unter dem Einfluss von Alkohol und Medikamenten gestanden hatte, in einer depressiven Stimmung war, noch keine Vorstrafe hatte und generell noch jung ist.

Die Sachverständige Jutta Schöpfer hatte erklärt, dass Breno in der Tatnacht 1,74 Promille Alkohol im Blut gehabt habe, was Erinnerungslücken nicht ausschließe. Bei den ausgiebigen Untersuchungen wurden zudem Rest-Substanzen eines Schmerzmittels in Brenos Blut gefunden. Allerdings konnten Art und Menge des Mittels nicht mehr ermittelt werden. Breno selbst berichtete von Schlafstörungen, die ihn schon seit zwei Jahren plagen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Breno in besagter Nacht neben Alkohol auch Schlafmittel zu sich genommen hat.

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Schaden von rund einer Million Euro verursacht

Zu Lasten des Fußball-Profis ging zum einen der finanzielle Schaden, der insgesamt rund eine Million Euro beträgt. Zudem wies die Richterin darauf hin, dass eine "enorme Gefahr" bestanden hätte, dass das Feuer auf benachbarte Häuser übergreift und das nur durch einen großen Feuerwehreinsatz verhindert worden sei.

Kurz vor der Urteilsverkündung hatte Breno sein Schweigen gebrochen. "Ich möchte mich für diese Nacht entschuldigen", sagte er - nicht nur beim FC Bayern sowie bei seiner Familie und den Kindern, "denen ich kein gutes Vorbild war", sondern auch bei seinem Vermieter, "der sein Eigentum verloren hat".

Verteidiger forderte Freispruch

Zuvor hatte Brenos Verteidiger Werner Leitner in seinem Plädoyer Freispruch für den Angeklagten gefordert. "Es bleiben Zweifel daran, was in dieser Chaos-Nacht tatsächlich diesen Brand ausgelöst hat." Dabei bezog er sich vor allem auf die Aussagen der Brandsachverständigen, die zwar Indizien für eine Brandstiftung, aber keine definitiven Beweise lieferten. "Objektive Nachweise für eine Brandstiftung gibt es nicht."

Für den Fall einer Verurteilung hatte er um ein mildes Urteil von höchstens zwei Jahren plädiert. Dieses hätte noch zur Bewährung ausgesetzt werden können. Der Staatsanwalt hatte eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren gefordert. "Er hat nichts außer der Familie und Fußball", sagte Verteidiger Leitner. "Ein Strafvollzug im Ausland bedeutet für Breno Borges das sportliche Aus."

Wechsel zu Lazio damit geplatzt

Mit der Verurteilung ist nun auch ein Wechsel zu Lazio Rom vom Tisch. Der Brasilianer und die Italiener hatten sich im Mai auf einen Dreijahresvertrag geeinigt. Voraussetzung für eine Wechsel zum Team des früheren Bayern-Stürmers Miroslav Klose war allerdings, dass Breno nicht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. Sein Kontrakt beim FC Bayern war am 30. Juni ausgelaufen und war nicht verlängert worden.

Im Zusammenhang mit dem Prozess gegen Breno droht auch dem Rekordmeister Ärger. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen Mitarbeiter des FC Bayern aufgenommen - wegen möglicher Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz.

Für zwölf Millionen Euro geholt

Breno stand seit Mitte Juni vor Gericht. Der Prozess lieferte einen tiefen Einblick in das Seelenleben des jungen Mannes, der mit 18 Jahren für eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro als großes Abwehr-Talent zu den Bayern gekommen war, in Deutschland aber nie Fuß fassen konnte und immer weiter in Depressionen und Alkoholproblemen versank.

Ärzte und Bekannte schilderten ihn als entwurzelten Mann. "Irgendwie hat er mich an Mogli erinnert", sagte sein Anwalt. "Aber vielleicht wäre der Vergleich Kaspar Hauser besser."

FC Bayern will ihn weiter unterstützen

Nach dem Urteil hat der FC Bayern sein Bedauern über die Gefängnisstrafe seines ehemaligen Fußball-Profis Breno ausgedrückt. In einer Presseerklärung sagte der deutsche Rekordmeister dem Brasilianer auch weiterhin Unterstützung zu. In welcher Form wurde nicht mitgeteilt.

Der FC Bayern habe "mit Bedauern das Gerichtsurteil gegen seinen ehemaligen Spieler Breno zur Kenntnis genommen", hieß es in der kurz nach dem Urteil verbreiteten Erklärung. "Unsere Hoffnung war, dass Breno seine Karriere als Fußballer und damit sein Leben zusammen mit seiner Familie hätte fortsetzen können. Der FC Bayern München wird Breno weiterhin unterstützen." Der Verein hatte in der Vergangenheit unter anderem auch bei der Kaution geholfen.


Quelle: dpa, sid

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