28.06.2012, 10:14 Uhr | sid
Breno mit seiner Frau Renata. (Quelle: imago)
Die Ehefrau des Fußball-Profis Breno von Bayern München hat am sechsten Tag des Prozesses um den Brasilianer von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Renata Borges erschien am Mittwoch daher nicht vor der 12. Strafkammer des Landgerichts München I. Allerdings wurden die Protokolle zweier bemerkenswerter Telefongespräche zwischen Brenos Frau Renata und einer Freundin in Brasilien verlesen.
Renata sagte darin zu ihrer Freundin: "Ihr seid meine Führer hier auf Erden" und bat um Gebete für sie. Die Vertraute in Brasilien gab Renata immer wieder religiöse Anweisungen. Sie müsse beten: "Herr, reiße die Fesseln ab, die der Teufel versucht, unserem Leben anzulegen."
Renata berichtete in dem Telefonat von der Nacht, in der der Brand in der Grünwalder Villa ausbrach. Breno habe zuvor stark getrunken. Er habe sich dabei "in einen anderen Menschen verwandelt". Er habe Dinge gesehen - und gedacht, dass er verfolgt werde: "Satan hatte schon von seinem Körper Besitz ergriffen, er war nicht mehr er selbst."
Er sei noch nie so gewesen. Sie habe Angst gehabt und mit den Kindern das Haus verlassen. Als sie am Brandort eintraf, sei sie vor dem brennenden Haus niedergekniet und habe gebetet, dass Breno lebe. Sie habe seinen Tod gefühlt. Renata schilderte in dem Telefonat auch, dass die Polizei Breno als Brandstifter verdächtigte. Breno selbst erinnere sich an nichts.
Der FC Bayern sei "auf unserer Seite", aber gegen die Justiz könnten selbst die Bayern nichts machen, sagte Renata. Breno sei nur nicht in Haft, weil der Klub seine Hand im Spiel habe, jeder andere wäre in Untersuchungshaft. "Er wird nicht ins Gefängnis gehen", sagt daraufhin Renatas spirituelle Führerin. "Gott führt euren Kampf an." Ein großer Verein werde ihn unter Vertrag nehmen. Die Freundin riet, streng zu Breno zu sein und sagte: "Mach ihm Angst und Druck." Er müsse aufhören zu trinken. Renata betonte: "Der Breno, den ich geheiratet habe, ist nicht der, mit dem ich in den letzten Jahren gelebt habe."
Dem 22 Jahre alten Breno wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 20. September 2011 in alkoholisiertem Zustand seine Mietvilla in Grünwald in Brand gesteckt zu haben. Breno muss sich wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft, das Mindeststrafmaß beträgt ein Jahr.
Quelle: sid
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