22.02.2012, 10:05 Uhr
Lucien Favre hofft, dass sein Abwehrchef Dante bleibt. (Quelle: imago)
Zu der Spekulationen um den angeblichen Wechsel des Brasilianer Dante von Mönchengladbach zum FC Bayern München hat sich nun Borussen-Coach Lucien Favre zu Wort gemeldet. "Ich glaube, er bleibt", sagte der 54-jährige Schweizer gegenüber "rp-online.de".
Der Erfolgstrainer der Fohlen hält einen Transfer seines Abwehrchefs zum Rekordmeister für unwahrscheinlich: "Ich denke nicht, dass das klappt." Die Münchner Zeitung "tz" hatte zuvor berichtet, dass Dante im Sommer für die festgeschriebene Ablösesumme von 4,6 Millionen Euro zu den Bayern wechseln wird.
Ein Abgang des 28-Jährigen, dessen Vertrag in Mönchengladbach noch bis 2014 läuft, wäre ein fatales Signal. Schließlich verlassen mit Marco Reus, der zu Borussia Dortmund wechselt, und Roman Neustädter, den es zum FC Schalke 04 zieht, bereits zwei Leistungsträger im Sommer das Überraschungsteam der Bundesliga.
Für Favre ist es wichtig, dass Dante bleibt, damit sich Geschichte nicht wiederholt. Mit Hertha BSC Berlin spielte er 2009 überraschend um die Meisterschaft, kurz darauf verließen mehrere Leistungsträger den Klub, ohne adäquat ersetzt zu werden. Seine Entlassung in der folgenden Spielzeit war die Folge. Auch deswegen ziert sich der Schweizer derzeit noch, die ihm angebotene Vertragsverlängerung bei der Borussia zu unterschreiben. Favre will erst wissen, ob seine Mannschaft in der nächsten Saison in der Bundesliga-Spitze konkurrenzfähig ist.
Gladbachs Präsident Rainer Bonhof ist sich sicher, dass Dante nicht zum FCB wechseln wird. "Wir sind mit Dante in guten Gesprächen und ich bin guter Dinge, dass es ein positives Ende haben wird. Es ist doch alles eingetroffen, was sich Dante gewünscht hat", sagte er zu "rp-online.de". Vor der Saison hatte der Innenverteidiger mit Verweis auf seine Ambitionen, im Europapokal spielen zu wollen, immer wieder mit einem Weggang von Borussia kokettiert.
Nun kann der Brasilianer dieses Argument nicht mehr anführen: Für Mönchengladbach ist das internationale Geschäft bei zwölf Punkten Vorsprung auf den Siebten greifbar nahe, die Champions-League-Qualifikation winkt. Zudem steht der Tabellen-Zweite im Halbfinale des DFB-Pokals, wo ausgerechnet die Bayern zur Borussia kommen. Außerdem ist Dante bei den Fohlen gesetzt und ein Führungsspieler.
Für einen Wechsel spricht allerdings die Tatsache, dass er anderswo mehr Lohn als in Gladbach verdienen könnte. "Wenn es ums Geld gehen würde, wechsel ich im Sommer nach Russland. Ich habe gute Kontakte dorthin. Dort werden irre Summen bezahlt", sagte Dante dem "Express". Eine Treuebekenntnis will der Kopfball-Spezialist auch deshalb nicht abgeben: "Wir müssen realistisch bleiben. Wenn Dante bei Borussia spielt, ist dass das Eine. Aber Dante bei Barcelona, Real Madrid, Bayern München oder Manchester United ist doch was ganz anderes. Tut mir leid, aber das ist doch logisch." Hört sich so an, als wenn sich der Poker um seine Person noch länger hinziehen wird.
Quelle: FUSSBALL.DE
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