06.04.2009, 15:19 Uhr
Zweikampf im Hinspiel: Eintrachts Brinkmann (li.) gegen Jenas Hähnge (Foto: imago)Wenn im Tabellenkeller der Liga heute das Licht angeht, wird das Spotlight ein Hauen und Stechen im Abstiegskampf zu Tage fördern. Von den letzten neun Teams der Liga sind mit Ausnahme von Wacker Burghausen alle am Start, für die es langsam aber sicher ans Eingemachte, ums Überleben in Liga 3 geht. Für manche Spieler geht es aber auch um unangenehme Konsequenzen, die ihren gewohnten angenehmen Profisportlerleben für kurze Zeit ein Ende bereiten würden.
Ergebnisse und Tabelle der3. Liga
Stuttgart droht die Brezel
Das Schlusslicht Stuttgarter Kickers kann sich nach zwei Spielen ohne Sieg keinen Ausrutscher mehr leisten, will es nicht frühzeitig die Akte 3. Liga schließen müssen. Neben lebenswichtigen drei Punkten dürfte eine Wette des Präsidiumsmitgliedes Dieter Wahl den Profis Beine machen. Laut der BILD hat Wahl mit einem Sponsor gewettet, dass die Schwaben das Spiel gewinnen. Bei einer Niederlage müssten die Profis morgens um sechs Uhr zum Brezelbacken in die Bäckerei des Sponsors kommen. Der Gegner aus Offenbach kommt mit einer klaren Ansage ins Degerloch gefahren. "Wir sind in Stuttgart klarer Favorit. Ich erwarte einen Dreier", sagte OFC-Trainer Hans-Jürgen Boysen vor die Reise nach Stuttgart. Immerhin gastiert man bei der schlechtesten Heimelf der Liga, das Hinspiel wurde klar mit 4:0 gewonnen. Die Offenbacher bangen vor der Partie um Torjäger Suat Türker. Der 33-jährige Angreifer fehlte zuletzt wegen einer Stauchung im Knie. Trotzdem soll der Dreier eingefahren werden. Auch um die letzte Minimalchance zu nutzen, noch einmal in das Aufstiegsrennen einzugreifen.
EntlassenPaderborn trennt sich von Christian Schreier
Katastrophale Rückrunde von Jena
Katastrophal ist noch eine geschönte Umschreibung für die Rückrunde von Carl Zeiss Jena. Die Thüringer sind noch sieglos und konnten von 30 möglichen Punkten nur 3 nach Hause holen. Das bedeutete im Umkehrschluss Tabellenplatz 19, den Titel der schlechtesten Rückrundenmannschaft der Liga und die Entlassung von Trainer René van Eck. Drei Punkte gegen Eintracht Braunschweig sind Pflicht, damit es um das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld nicht zappenduster wird. "Wir sind jetzt alle gefordert. Es gibt keinen Schönheitspreis mehr zu gewinnen, denn nur die Punkte zählen", gibt Kapitän Carsten Nulle die Richtung vor. Fraglich ist der Einsatz von Sebastian Hähnge der sich mit muskulären Problemen herum schlägt. Der Gegner aus Braunschweig dümpelt dagegen relativ gesichert im Mittelfeld der Liga herum und ist damit beschäftigt, die Wunden der Saison, in die man als selbsternannter Aufstiegsgeheimtipp ging, zu lecken. Auch der Gedanke an das Hinspiel weckt böse Erinnerungen bei der Eintracht, verlor man doch vor heimischen Publikum mit 1:2.
SamstagsspieleHaching punktet im Aufstiegskampf
Aalen will Niederlagen-Serie stoppen
Eine beinahe so schlechte Rückrunde wie die Jenaer hat der VfR Aalen verbrochen. Seit fünf Spielen warten die Mannen von Trainer Petrick Sander auf einen Sieg, die letzten vier Partien gingen allesamt verloren. Besonders bitter dabei, dass die letzten drei Pleiten (0:5 gegen Wuppertal; 1:4 gegen Union; 1:4 gegen Bayern München II) heftige Klatschen waren, von denen sich die Spieler erstmal erholen müssen. Der Gegner aus Dresden wittert dagegen wieder etwas Morgenluft. Die Sachsen feierten zuletzt drei Zu-Null-Siege in Folge und konnten so das schon am Horizont auftauchende Abstiegsgespenst vorerst wieder verjagen. Die Serie soll auch in Aalen halten. Allerdings werden die Dynamos auf die verletzten Cataldo Cozza, Lars Jungnickel, Timo Röttger und Tony Schmidt sowie den gesperrten Pavel Pergl und den im Aufbau-Training befindlichen Thomas Hübener verzichten müssen. Cheftrainer Ruud Kaiser gab sich dennoch optimistisch: "Wir sind in Aalen als Mannschaft gefordert und wollen dort punkten.“ Fraglich wird bei dem Unterfangen aber auch sein, wie die Mannschaft den Abgang vom beliebten Sportdirektor Ralf Minge verkraftet hat.
Sonntagsspiele Remis im Spitzenspiel
Bremen will Nichtabstiegsplatz halten
Zwei halbwegs glückliche Mannschaften aus den Niederungen der 3. Liga treffen mit dem SV Werder Bremen II und dem Wuppertaler SV aufeinander. Die Bremer sind seit zwei Spielen ungeschlagen und befinden sich erstmals seit langer Zeit wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Dennoch warnt Coach Thomas Wolter vor allzu großer Euphorie: „Wir stehen zwar seit langer Zeit wieder auf einem Nicht-Abstiegsplatz, dennoch ist die Saison noch lang.“ Und mit Wuppertal kommt eine Mannschaft nach Bremen, die selbst seit 5 Spielen ohne Niederlage ist. Gerettet sind die Wuppertaler damit aber noch lange nicht. Lediglich vier Punkte trennen sie von einem Abstiegsplatz. Alleine schon deshalb werden sie alles tun, um die drei Punkte auf ihr Konto buchen zu können.
Dynamo Dresden Sportdirektor Minge tritt zurück
Das Flutlicht funktioniert wieder in Regensburg
In Regensburg wird heute auf jeden Fall gespielt. Das ist die gute Nachricht, denn die Stromrechnungen sind bezahlt, das Flutlicht dürfte also pünktlich angehen. Ein Spielausfall wäre aus Sicht der Regensburger auch schade, haben sie zu Hause doch gerade einen kleinen Lauf und die letzten beiden Heimspiele gewonnen. Passenderweise kommt mit Rot-Weiß Erfurt eine Mannschaft nach Regensburg die seit zwei Spielen sieglos ist und ihre noch sanft glimmenden Aufstiegsträume vorerst ad acta gelegt hat. Das Hinspiel gewannen die Thüringer deutlich mit 4:1, und wollen alles versuchen auch im Rückspiel zu triumphieren.
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