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Verlierer im Transfermarkt-Chaos

01.02.2012, 11:12 Uhr

Zwei Verlierer im Winter: Patrick Helmes und Lucas Barrios.  (Quelle: imago)

Zwei Verlierer im Winter: Patrick Helmes und Lucas Barrios. (Quelle: imago)

Der letzte Tag der Winter-Transferperiode hatte es noch mal in sich: Die Bundesliga hat ein letztes Mal in dieser Saison ordentlich eingekauft, wenngleich der große Transfer-Wahnsinn ausgeblieben ist. Und wie in jedem Jahr gab es auch an diesem 31. Januar 2012 wieder einige große Verlierer im Transferkarussell. Weil die Transfers von Spielern platzten, weil Spieler nicht wechseln durften oder weil Trainern ihre Wünsche nicht erfüllt wurden. FUSSBALL.DE sagt, wer auf dem Transfermarkt das Nachsehen hatte.

Zunächst einmal: Die ersten Vier in der Bundesliga-Tabelle haben sich wie erwartet zurückgehalten. Der FC Bayern München hat keine Veränderungen am Kader mehr vorgenommen. Schalke hat lediglich mit Chinedu Obasi aufgerüstet, Borussia Mönchengladbach sich hingegen von einem Stürmer, Raul Bobadilla, getrennt. Und auch Borussia Dortmund hat mit Mohamed Zidan nur einen Spieler abgegeben, der keine tragende Rolle mehr gespielt hat. Zidans Transfer ist jedoch die Eröffnung für die Verlierer der Transferperiode.

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Zwei Stürmer, ein Wunsch, ein Problem

Denn Lucas Barrios muss nun wegen des Abgangs seines Sturmkollegen zumindest noch bis zum Sommer beim BVB bleiben. Dem Meister-Stürmer, der aktuell nur auf der Bank sitzt, wurde sein erhoffter Last-Minute-Transfer zu Fulham FC verwehrt. Das Problem: die Finanzen. Denn wäre der FFC bereit gewesen, die von Dortmund geforderten zehn Millionen Euro Ablöse zu zahlen, wäre der Wechsel wohl zustande gekommen. Und statt Barrios Zidan in Dortmund geblieben. Doch am Ende durfte nur einer von beiden den Klub verlassen. Und das war nicht Barrios.

In Wolfsburg ergab sich ein ähnliches Spielchen. Mit Srdjan Lakic und Patrick Helmes standen am letzten Transfertag ebenfalls zwei Stürmer des VfL auf der Transferliste der DFL. Gewechselt ist lediglich Lakic. Die Flucht von Helmes zu Eintracht Frankfurt hingegen scheiterte wie der Transfer von Barrios an den Forderungen des abgebenden Vereins. "Unterschiedliche Vorstellungen" in finanzieller Hinsicht seien laut Eintracht-Manager Bruno Hübner der Grund gewesen, warum der ehemalige Nationalspieler nicht zum Aufstiegsaspiranten der 2. Bundesliga wechseln durfte. Stattdessen drohen ihm nun vier weitere Monate auf der Tribüne.

Zwei Trainer, zwei Wünsche, keine Lösung

Anders sieht die Situation in Köln aus. Dort hatte bereits im Sommer Neu-Trainer Stale Solbakken kritisiert, neben Lukas Podolski und Milivoje Novakovic keine Sturmalternative zu haben. Falle einer der beiden aus, werde es eng, so der Norweger. Was passierte? Im Sommer bekam er keinen Stürmer. Stattdessen verletzte sich Novakovic und fiel in der Hinrunde zwei Monate aus. Kaum ist er zurück, hat sich nun Podolski verletzt. Er fehlt mindestens vier Wochen. Die monatelange Suche nach einem Stürmer endete in einer Farce. Sportdirektor Volker Finke präsentierte nach monatelanger Suche Chong Tese als Neuzugang - ohne dass Solbakken den Nordkoreaner auch nur einmal live hat spielen sehen. Der Trainer ist bedient, die Stimmung im Keller. Passend zum Rückrundenstart mit zwei Niederlagen.

Die zwei Niederlagen hat Solbakken mit seinem Berliner Kollegen Michael Skibbe gemein. Doch nicht nur das. Auch einen Zwist. Nicht nur den Kabinen-Krach, der nun ans Licht kam. Auch, dass mit Christian Lell der Kapitän wochenlang ausfallen wird und Skibbe eigentlich gehofft hatte, im letzten Moment noch einen Ersatz aus dem Hut zu zaubern. Patrick Ochs, ein alter Bekannter aus Frankfurter Tagen, hätte Skibbe gerne in der Hauptstadt gesehen. Der war von Wolfsburg allerdings nicht mal mehr auf die Transferliste gesetzt worden. Und schon hatte sich der Transfer zerschlagen und Neu-Trainer Skibbe eine Baustelle mehr.

Eine Ausnahme: Michael Ballack

Eigentlich lebt auch Michael Ballack auf einer großen Baustelle. In Leverkusen hat man ihm mehr oder minder durch die Blume mitgeteilt, von nun an nicht mehr erwünscht zu sein. Trainieren darf er noch, spielen wird er zumindest in absehbarer Zeit wohl nicht mehr für die Werkself. Der Bruch zwischen dem stolzen 34-Jährigen und den Bayer-Oberen inklusive Trainer Robin Dutt scheint zu groß. Doch statt im letzten Moment noch mal einen Wechsel innerhalb Europas anzustreben, ließ Ballack die Chance auf einen Transfer verstreichen. Zumindest auf den ersten Blick: Denn ein vorzeitiger Abschied ist weiterhin möglich. Und zwar dahin, wo noch mal das große Geld winkt. In die USA. Das ließ auch sein Berater durchblicken. Am Ende könnte als ausgerechnet Michael Ballack vom Verlierer zum großen Gewinner aufsteigen. Diese Chance haben die anderen genannten Verlierer nicht mehr. Zumindest nicht in der Rückrunde.

Quelle: FUSSBALL.DE

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