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Deniz Dogan: "Unsere Abwehr versteht sich blind"

09.02.2011, 14:03 Uhr | DFB.de

Hält das Abwehrbollwerk der Eintacht zusammen: Deniz Dogan. (Foto: imago)

Hält das Abwehrbollwerk der Eintacht zusammen: Deniz Dogan. (Foto: imago)

An der Abwehr von Spitzenreiter Eintracht Braunschweig beißen sich die Offensivreihen in der 3. Liga regelmäßig die Zähne aus. Nur elf Gegentore mussten die Löwen in 23 Partien hinnehmen. Gleich 15 Mal stand die Null, zuletzt beim 2:0 gegen die Reserve des FC Bayern München. Großen Anteil daran hat Innenverteidiger Deniz Dogan: Der 31-Jährige wurde von FUSSBALL.DE und DFB.de zum Spieler des Monats Dezember in der 3.Liga gewählt. Am 19. Februar beim Spiel der Eintracht gegen Regensburg wird er geehrt.

Herr Dogan, wie oft haben Sie sich in den vergangenen Wochen die Tabelle der 3. Liga angeschaut?

Deniz Dogan: Ganz ehrlich: Ich sehe mir die Tabelle gar nicht so oft an. Ich weiß auch so, dass wir eine große Qualität in der Mannschaft haben und zu Recht oben stehen.

Eintracht Braunschweig ist auf dem besten Weg, in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Der Vorsprung auf die Konkurrenz ist schon recht komfortabel. Besteht nicht die Gefahr, die Zügel ein wenig schleifen zu lassen?

Überhaupt nicht. Alle Spieler sind sehr ehrgeizig, wollen am liebsten als Meister aufsteigen. Wir bleiben trotzdem stets auf dem Boden und werden zu keinem Zeitpunkt überheblich.

DFB.de: Wer kann Braunschweig im Rennen um die Meisterschaft in der 3. Liga und den Aufstieg denn noch gefährlich werden?

Der FC Hansa Rostock ist unser härtester Konkurrent. Die Mannschaft spielt ebenfalls konstant auf hohem Niveau und hat sich auch schon ein wenig abgesetzt. Wir werden aber auch die anderen Spitzen-Mannschaften im Auge behalten.

Am Freitag kommt es zur Schlagerpartie beim SV Wehen Wiesbaden, der zu den Verfolgern gehört. Welche Bedeutung hat das Spiel für Sie?

Ich habe den SV Wehen im Aufstiegsrennen noch nicht abgeschrieben. Die Mannschaft hat durch die Winter-Zugänge Francis Kioyo und Daniel Brosinski noch einmal an Qualität gewonnen. Wir werden aber alles daran setzen, unsere Leistungen der vergangenen Wochen zu bestätigen und auch in Wiesbaden zu gewinnen. Allerdings sollte die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel Warnung genug für uns sein.

In 23 Punktspielen musste die Eintracht erst elf Gegentore hinnehmen. Was macht die Löwen in der Defensive so stark?

Die Abwehr fängt bei uns im Sturm an. Unsere Torjäger Dennis Kruppke und Dominick Kumbela greifen bereits in der gegnerischen Hälfte den Ball führenden Gegenspieler an. Die Viererkette verhält sich besonders in der Raumdeckung taktisch sehr gut.

Sie gelten als Organisator der besten Abwehr in der 3. Liga. Wie groß sehen Sie selbst Ihren Anteil?

Ich übernehme eine Führungsrolle und die Verantwortung für die Viererkette. Meinen Mitspielern muss ich aber oft gar keine Anweisungen mehr geben. Unsere Abwehr versteht sich blind.

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Torsten Lieberknecht ist mit 37 Jahren einer der jüngsten Trainer in der 3. Liga. Wie ist der Umgang mit ihm?

Torsten Lieberknecht ist ein ehrgeiziger Trainer, der in jedem Spiel mit Herzblut dabei ist. Er ist an der Seitenlinie sehr aktiv, würde am liebsten noch selbst mitspielen.

Ihr Vertrag bei der Eintracht hat sich erst kürzlich bis 2012 verlängert. Warum gefällt es Ihnen in Braunschweig so gut?

Ich fühle mich bei der Eintracht sehr wohl. Es passt vieles zusammen. Die Identifikation der Mannschaft mit diesem Traditionsverein ist sehr hoch. Außerdem liebe ich die Kulisse bei unseren Heimspielen. Die Stimmung im Eintracht-Stadion ist einmalig.

Sie spielen bereits seit 2007 für die Löwen und sportlich läuft es aktuell gut. Wie sieht es privat aus?

Ich wohne auch in Braunschweig. Die Stadt gefällt mir sehr gut. Meine Eltern Veli und Mercan sowie meine Freundin Jessica, die alle in meiner Heimatstadt Lübeck leben, besuche ich regelmäßig.

Wie sind Sie zum Fußball gekommen?

Ich habe im Alter von neun Jahren viel mit Freunden auf der Straße gespielt. Werner Hauch, der damalige Jugendtrainer des Lübecker Verbandsligisten TSV Siems, hat mich dabei gesehen und zum Training eingeladen. Dass ich einmal Profi-Fußballer werde, hätte ich damals nie gedacht.

Was war der bisherige Höhepunkt Ihrer Karriere?

Ich bin mit dem VfB Lübeck in der ehemaligen Regionalliga Nord zweimal als Tabellendritter knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga gescheitert. Daher wäre den Aufstieg mit Braunschweig mein bisheriger Karriere-Höhepunkt.

Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Die ehemaligen Weltfußballer Zinédine Zidane und Ronaldo habe schon ich als Kind immer bewundert. Beide waren außergewöhnliche Fußballer, die ich im Fernsehen gar nicht genug sehen konnte.

Sie sind 31 Jahre alt. Wie lange möchten Sie noch spielen und haben Sie schon Gedanken über die Karriere danach gemacht?

Ich habe mich noch nicht auf einen genauen Zeitpunkt festgelegt. Wenn ich gesund bin und von schweren Verletzungen verschont bleibe, kann ich sicher noch einige Jahre spielen. Nach meiner aktiven Karriere - das steht für mich schon fest - möchte ich auf jeden Fall im Fußball-Geschäft bleiben. Einen Posten als Jugendtrainer bei der Eintracht könnte ich mir beispielsweise gut vorstellen.

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