16.07.2011, 16:40 Uhr
Gewinner und Verlierer der WM: die US-Girls Wambach und Solo sowie DFB-Trainerin Silvia Neid. (Fotos imago)
Die sympathischen US-Girls auf ihrem Weg ins Finale, technisch hochklassiger Fußball aus Japan oder auch der schwedische Tortanz - bei diesen und etlichen anderen Details der Frauen-WM 2011 passt das Motto "20elf von seiner schönsten Seite" wie die Faust aufs Auge. Und dennoch bietet das sportliche Großereignis dieses Jahres allerhöchstens eine gemischte Bilanz.
Denn es mischt sich viel mehr Wasser in den Wein, als es der FIFA und dem DFB als Veranstaltern lieb sein kann. Über allem steht Nordkoreas Dopingskandal, der einen langen, dunklen Schatten auf das Turnier in Deutschland wirft. Das Thema verbotene Leistungssteigerung ist endgültig im Fußball auf höchster Ebene angekommen. Zum Durchklicken:die Gewinner und Verlierer der WM 2011
Auch das frühe Aus einiger Topfavoriten - allen voran Gastgeber Deutschland - bleibt negativ in Erinnerung. Das hohe Ansehen von Bundestrainerin Silvia Neid hat Kratzer bekommen, nicht nur fachlich durch das sportliche Debakel des entthronten Titelverteidigers. Auch Neids Führungsqualitäten sind nun umstritten, weil ihr im Umgang mit der schwächelnden Rekordnationalspielerin Birgit Prinz die Souveränität fehlte.
"Die Zukunft des Fußballs ist weiblich", hatte FIFA-Chef Sepp Blatter schon vor einiger Zeit prophezeit. Aber noch kann der Frauenfußball diese Ansprüche nicht erfüllen. Zwar gelang Teams wie Japan oder auch Frankreich in technischer und taktischer Hinsicht ein Quantensprung und das Aufrücken in die absolute Weltspitze. Aber für die meisten anderen Mannschaften wie Nigeria oder Äquatorialguinea, das nur mit seinen eingebürgerten Brasilianerinnen halbwegs wettbewerbsfähig ist, stellt es noch einen weiten Weg dar.
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Genau wie für die Schiedsrichterinnen. Die wenigsten zeigte die Klasse einer Bibiana Steinhaus, die sich ihren Platz im WM-Finale redlich verdiente. Bei vielen Spielen fanden die Unparteiischen nicht das rechte Maß, und nach dem übersehenen Handspiel im Spiel Australien gegen Äquatorialguinea mussten sich die Frauen sogar den Ruf nach männlichen Schiedsrichtern gefallen lassen. Ein echter Emanzipations-Rückschritt.
Die Berichterstattung in Fernsehen und Hörfunk war nicht jedermanns Sache. Die Anbiederung der Anstalten an die Akteure tat manchmal regelrecht weh, weil sie einfach zu wohlwollend, unkritisch und gönnerhaft war. Als hätten die Fußballfrauen nicht genau wie die Männer ein Anrecht auf eine ausgewogene Auseinandersetzung mit ihrem Job, die im Zweifelsfall auch harte Analysen oder beißende Kommentare einschließen muss.
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Quelle: sid , dpa
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