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WM 2010

Achtung: Die Elefanten greifen an

03.12.2009, 17:11 Uhr

Superstar der WM 2010? Didier Drogba. (Foto: imago) Superstar der WM 2010? Didier Drogba. (Foto: imago)Über welche großen Fähigkeiten die Elfenbeinküste verfügt, konnten die deutschen Fans im November 2009 sehen: Auch ohne ihren Superstar Didier Drogba hatten die Schwarzafrikaner die deutsche Nationalmannschaft in Gelsenkirchen am Rande einer Niederlage.

Seit dem starken WM-Debüt 2006, als man nur unglücklich in der Vorrunde an den großen Favoriten Holland und Argentinien scheiterte, hat sich das Team noch weiterentwickelt. Die Elefanten verbinden europäische Disziplin mit afrikanischer Spielfreude.

Die Qualifikation

Die Ivorer hatten kaum Mühe in der Qualifikation. In der ersten Runde waren die Außenseiter Mosambik, Madagaskar und Botsuana keine angemessenen Gegner. In der zweiten Runde konnten Malawi und Guinea nicht mithalten. Einzig Burkina Faso blieb nach Punkten einigermaßen in Reichweite, wurde der Elfenbeinküste aber nie richtig gefährlich. Ohne eine einzige Niederlage beendete das Team die Qualifikation, mit acht Siegen aus 12 Spielen und 29:6 Toren.

Der Trainer

Als Klubtrainer in Frankreich erfolgreich: Halilhodzic. (Foto: imago) Als Klubtrainer in Frankreich erfolgreich: Halilhodzic. (Foto: imago)Vahid Halilhodzic fand früh den Weg aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Frankreich.Der frühere Ausnahmestürmer von Velez Mostar war in den Achtzigern für Nantes und Paris Saint-Germain am Ball und wurde zwei Mal Torschützenkönig in der französischen Liga. Nach Abschluss seiner aktiven Karriere kehrte er zunächst in seine bosnische Heimat nach Mostar zurück - nun als Trainer. Doch schon zwei Jahre später arbeitete er wieder in Frankreich (und kurz in Algerien) und machte sich ein Jahrzehnt lang in der Grande Nation einen Namen als cleverer Stratege, der eine Mannschaft  weiterentwickeln kann. Zuletzt ließ er sich sein enormes Fachwissen bei Trabzonspor in der Türkei und bei Al-Ittihad in Saudi-Arabien vergolden.

Der Star

Superstar, Hitzkopf, Volksheld. Didier Drogba hat so viele Facetten. Der bullige Riese bringt alles mit, was ein Mittelstürmer im modernen Fußball haben muss. Kraft, Durchsetzungsvermögen, Technik, Kopfballstärke und einen Wahnsinnsschuss. Drogba hat einst als Verteidiger in Le Mans angefangen, doch auf seiner zweiten Frankreichstation bei Guingamp erkannte man schnell, dass dieses hochbegabte Elefantenbaby in den Sturm gehört. Nach seinem Wechsel zu Olympique Marseille wurden schnell die ganz großen Klubs aufmerksam. Für 37 Millionen Euro erhielt der FC Chelsea 2004 den Zuschlag. Gegen Ende 2009 hat er für die Londoner in 142 Liga-Spielen satte 64 Treffer erzielt. Dazu kommen noch viele wichtige in der Champions League.

Drogba ist nicht zu stoppen, höchstens von seinem eigenen Temperament. So attackierte er im verlorenen Halbfinale der Königsklasse gegen Barcelona den Schiedsrichter: drei Spiele Sperre. Im verlorenen Finale der Champions League gegen Manchester United flog er aufgrund einer Ohrfeige vom Platz. Dabei ist Drogba außerhalb des Platzes der liebste Mensch der Welt. Er hat eine eigene Stiftung, setzt sich für Aidshilfe-Projekte ein und finanzierte auch schon mal den Bau eines Krankenhauses in seiner Heimat komplett aus eigener Tasche. Volksheld Drogba mischt sich sogar in die Politik ein, wenn es gilt, den brüchigen Frieden im ehemaligen Bürgerkriegsschauplatz Elfenbeinküste zu sichern.

Die Aussichten

Seit ihrem WM-Debüt 2006 ist die Mannschaft weiter gewachsen und verfügt über noch mehr Topspieler in großen europäischen Klubs. Neben Drogba sind das zum Beispiel Kolo Touré von Manchester City, Emmanuel Eboué von Arsenal London, Yaya Touré vom FC Barcelona oder Salomon Kalou vom FC Chelsea. Allein diese Ansammlung von Talent bürgt für Qualität. Dass diese Einzelkönner auch ein Team bilden, haben sie längst gezeigt. Schon seit Kameruns WM-Tanz 1990 wird Afrika als die Zukunft des Fußballs gepriesen - die Elfenbeinküste könnte dieses Versprechen nach unzähligen Rückschlägen nun endlich einlösen. Das Halbfinale ist drin.

Elfenbeinküste im Überblick:

Spitzname

Die Elefanten

Trainer

Vahid Halilhodzic

Kapitän

Didier Drogba

Größter Erfolg

Afrikameister 1992

FIFA-Weltranglistenplatz

16

Bisherige WM-Teilnahmen

1

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland

Quelle: t-online.de

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