17.11.2009, 13:06 Uhr
Superstar der Elfenbeinküste: Didier Drogba. (Foto: imago)Die Fußball-Fans müssen auf den ersehnten Auftritt von Chelseas Superstar Didier Drogba im Team der Elfenbeinküste gegen Deutschland verzichten. Nachdem bereits DFB-Kapitän Michael Ballack wegen einer Kniereizung nicht beim Länderspiel in Gelsenkirchen auflaufen kann, muss nun auch dessen Teamkollege vom Spitzenreiter der englischen Premier League auf seinen Einsatz verzichten.
"Er hat sich auf die Partie gefreut und hätte gern gespielt", versicherte der bosnische Trainer der Ivorer, Vahid Halilhodzic, im SportCentrum Kamen-Kaiserau. "Aber wir wollen kein Risiko eingehen. Er hat noch Probleme", erläuterte Halilhodzic. Der 31-jährige Chelsea-Stürmer hatte schon das letzte WM- Qualifikationsspiel am Samstag gegen Guinea (3:0) in Abidjan wegen einer Rippenblessur verpasst. Nach zwei weiteren Untersuchungen wurde er von den Ärzten auch für das Duell mit der DFB-Elf ausgebremst. Drogba reiste erst gar nicht mit dem Team nach Deutschland, sondern direkt zurück nach London. Halilhodzic bedauert das Fehlen von Drogba und Ballack: "Beide sind Leistungsträger in ihren Nationalmannschaften und ihren Klubs. Dass Drogba nicht spielen kann, ist für uns auf jeden Fall ein Verlust. Aber wir wollen trotzdem versuchen, erfolgreich zu sein."
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Für Halilhodzic ist das Duell nach der souveränen Qualifikation für die WM 2010, in der seine Elf in sechs Spielen ungeschlagen blieb, eine "große Herausforderung". Auch wenn die Umstände alles andere als optimal sind. Neben Drogba fehlen noch weitere Spieler wie Ndri Romaric (FC Sevilla), zudem konnte die Mannschaft wegen technischer Probleme am Flugzeug erst 24 Stunden später anreisen. Auch die Feierlichkeiten nach der Partie in Abidjan stecken den Spielern noch in den Knochen. "Sie haben die Tage in der Heimat genossen. Und wenn ich sage genießen, dann meine ich das auch. Wir haben drei Tage nicht richtig geschlafen. Deshalb sind alle noch ein bisschen müde", berichtete der Coach.
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Halilhodzic ist klar, dass nach Robert Enkes Tod, den er eine "große Tragödie" nannte, keine ausgelassene Stimmung in der Veltins- Arena herrschen wird. "Allen ist das bewusst. Ich möchte der Familie von Robert Enke mein Beileid aussprechen", sagte der Ivorer-Coach, der mit einer "besonderen Atmosphäre" rechnet, sowohl "auf dem Platz als auch auf der Tribüne". Gleichwohl müsse man nach vorn schauen. "Das Leben geht weiter. Ich hoffe, es wird trotzdem ein gutes Spiel." Als kleine Geste und in Gedenken an Enke werde sein Team sich vor der Partie in Leibchen mit Enkes Namen aufwärmen.
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Der Coach ist gespannt, wie sich sein mit großartigen Individualisten gespicktes Team gegen den Vize-Europameister aus der Affäre zieht. "Wir haben ein großes Reservoir an großen Talenten, sind aber mannschaftlich noch nicht so diszipliniert und gut organisiert wie europäische Topteams", sagte Halilhodzic. Deutschland verfüge in Ballack vielleicht nur über einen Spieler auf Welt-Niveau, sei aber "als Kollektiv sehr stark". Umso wichtiger sei ein solcher Gegner im Hinblick auf die WM. "Wir sind glücklich darüber, dass wir auf hohem Niveau Erfahrungen sammeln können", betonte der Fußball-Lehrer, der die West-Afrikaner seit eineinhalb Jahren betreut und ihnen bei der WM eine Überraschung zutraut.
"Das Spiel ist für uns wie ein WM-Finale", hob Arthur Boka die Bedeutung hervor. Der 26 Jahre alte Linksverteidiger des VfB Stuttgart ist neben Guy Demel vom Hamburger SV der einzige Bundesliga-Profi bei den Elefanten. Natürlich ist es für beide - auch wegen der tragischen Umstände - ein besonderes Spiel. "Dass Fußball nicht alles ist, wissen wir spätestens seit dem schrecklichen Tod Robert Enkes", sagte Demel im Interview mit dem Hamburger "Abendblatt"
Quelle: dpa
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