09.06.2009, 12:48 Uhr
Kickers-Präsident Engelbert Schmidt muss mit Kickers Emden in die 5. Liga. (Foto: imago)Nach dem freiwilligen Abstieg aus der dritte Liga starten die Kickers Emden einen Neuanfang in der fünftklassigen Oberliga. Das erklärte Präsident Engelbert Schmidt am Mittwoch. Den Verzicht auf die Regionalliga begründete er mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die vierthöchste Spielklasse sei finanziell ähnlich aufwendig wie die 3. Liga, sagte er. Der Präsident und der komplette Vorstand treten nun nicht von ihren Ämtern zurück, sondern wollen den Neuaufbau vorantreiben. Ob Spieler, die noch unter Vertrag stehen, und Team-Manager Thomas Richter den Gang in die fünfte Liga mitmachen, blieb am Mittwoch offen.
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Kickers kamen Lizenzverweigerung zuvor
Der Hintergrund des freiwilligen Abstiegs: Die Kickers zogen "schweren Herzens" den Antrag auf Erteilung einer Lizenz für die dritte Liga zurück - um so einer Lizenzverweigerung durch den Deutschen Fußball-Bund zuvorzukommen. Der DFB wollte dem verschuldeten Verein die Lizenz verweigern, da der Verein keine ausreichende Finanzierung der Saison gewährleisten konnte. Der Klub hätte bis Mittwoch etwa eine Million Euro aufbringen müssen, um den Lizenzentzug noch abzuwenden. Auf seiner Internetseite gaben die Kickers die hohen Kosten für den Stadionneubau als Grund für den freiwilligen Rückzug an: "Die gleichzeitige Finanzierung eines Stadionneubaus in Emden und die Unterhaltung einer drittligatauglichen Fußballmannschaft hat sich in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation als unmöglich erwiesen."
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Emden als Problemkind bekannt
Bereits in der abgelaufenen Saison hatte Emden die Lizenz nur unter Auflagen erhalten. Neben Problemen mit der Finanzierung eines vom DFB geforderten drittligatauglichen Stadions hatten die Kickers große Schwierigkeiten, den Saisonetat fristgerecht auf die Beine zu stellen. Kickers-Vizepräsident Günther Kunz äußerte hingegen gegenüber der Emder Zeitung kurz vor dm Rückzug des Lizenzantrages noch die Hoffnung, doch noch die DFB-Auflagen für die Spielgenehmigung in der 3. Liga erfüllen zu können.: "Wir haben am Dienstag noch ein Gespräch, das die Wende herbeiführen kann!” Die Gespräche scheiterten, die Kickers stehen damit als Absteiger fest. Nutznießer ist Wacker Burghausen, die trotz sportlichem Abstieges nun in der 3. Liga verbleiben können und den vakanten Platz der Kickers einnehmen. "Natürlich ist Burghausen happy. Das ist sehr, sehr schön", sagte Burghausens neuer Teammanager Jürgen Press. Nun müsse mit den Spielern, deren Verträge in der Süd-Regionalliga keinen Bestand mehr gehabt hätte, Gespräche geführt werden. "Die Situation ändert sich jetzt komplett."
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Stadionumbau wird zur großen Belastung
Nach Informationen der Emder Zeitung schleppen die Kickers noch einen Schuldenberg im sechsstelligen Bereich aus den letzten Jahren mit sich herum. Diese Verluste musste der Verein dem DFB gegenüber auch in seinem Wirtschaftsplan für die kommende Spielzeit ausweisen. Zudem entstehen den Ostfriesen im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau der Emdena-Arena enorme Kosten. Von einer Beteiligung Höhe von sechs Millionen Euro für das auf insgesamt rund neun Millionen Euro veranschlagte Projekt ist die Rede. Die Differenz soll die Stadt Emden aufbringen. Zuletzt hatte die Stadt bereits ein Darlehen über 300.000 Euro für eine provisorische Zusatztribüne gewährt, damit der BSV überhaupt in die erste Drittligasaison gehen konnte. Für die restliche Summe fand der Verein in der rund 50.000 Einwohner zählenden Stadt und der strukturschwachen Region keine Geldgeber. Die Pläne für die "Ostfriesland-Arena" können nun zurück in die Schublade
FUSSBALL.DE/dpa
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