07.10.2012, 18:16 Uhr | FUSSBALL.DE
Nicht selten ist die Polizei auf Duisburger Fußballplätzen im Einsatz. (Quelle: imago)
Vor knapp einen Jahr sorgte der Fußballkreis Duisburg/Mühlheim/Dinslaken mit einer Gewaltserie für Aufsehen. 21 Spiele mussten im Fußballverband Niederrhein 2011/2012 abgebrochen werden. Zwölf Spieler wurden für mehr als sechs Monate gesperrt. Nachdem es auf den Duisburger Amateurplätzen zu Beginn der neuen Spielzeit komplett ruhig zuging, ist die Situation im Fußballkreis 9 nun erneut eskaliert. Drei Vorfälle binnen weniger Tage belegen: Duisburg bekommt die Gewalt im Amateurfußball nicht in den Griff.
Fünf Streifenwagen und ein Diensthundeführer kamen zuletzt beim Kreispokal-Spiel zwischen Bissingheim und Dersimspor zum Einsatz. Dabei gerieten während der Partie Zuschauer und Spieler des kurdischen Vereins mit einem Kicker des ETuS Bissingheim und dessen Vater aneinander. Auch ein Linienrichter wurde in die Schlägerei involviert.
Tritte und Schläge gab es auch bei der U19-Partie TSV Bruckhausen und dem Duisburger SV 1900. Nachdem der Kapitän der Gastmannschaft einen Zuschauer attackiert haben soll, stürmten etwa 30 Anhänger den Sportplatz. Nur eine Woche vorher kam es zu Prügelszenen zweier A-Jugendmannschaften. Ein 16-jähriger Spieler des DJK Kamp-Lintfort und ein 18-jähriger Duisburger wurden dabei verletzt.
Nach der Skandalsaison 2011/12 dachten die Verantwortlichen im Kreis 9, dass man das Gewaltproblem bei den Duisburger Amateur-Kickern durch härtere Sanktionen so langsam wieder in den Griff bekommen würde. Unter anderem verschärfte der Kreis die Strafe bei "ehrverletzenden Beleidigungen". Titulierte ein Spieler seinen Gegenspieler mit dem häufig gefallenen Wort "Hurensohn", wurde er zuvor für höchstens vier Wochen gesperrt. Nun muss er mit drei Monaten Pause rechnen.
In Duisburg glauben die Verantwortlichen, dass die jüngste Gewaltwelle nur Zufall sei. "Bis zum Ende der letzten Saison hatten wir komplett Ruhe, jetzt wieder ein paar Fälle. Das macht noch keinen Trend aus, aber wir müssen genau hingucken", so Volkan Alan, Verantwortlicher Schiedsrichter-Obmann, gegenüber "Der Westen".
Frank Adams, Vorsitzender des Kreises 9 sieht ein allgemeines Problem: "Generell ist die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft größer geworden. Und bei uns im Fußballkreis gibt es nun mal soziale Brennpunkte. Das schlägt sich dann auch im Sport wieder." Auf die neuerlichen Vorkommnisse in Duisburg will der Verband durch Prävention wie einen "Runden Tisch" mit allen Vereinen zu Saisonbeginn reagieren.
Quelle: FUSSBALL.DE
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