21.04.2010, 18:33 Uhr
Kann Erzgebirge Aue am Ende über den Aufstieg in die 2. Bundesliga jubeln? (Foto: imago)Er ist Realist: Rico Schmitt, Trainer des Drittliga-Tabellenführer FC Erzgebirge Aue. Zu genau kennt der 41-Jährige das Fußball-Geschäft, um schon jetzt - vier Partien vor Schluss - von der 2. Bundesliga zu träumen. "Es gab im Laufe dieser Saison schon so viele Tabellenführer, die jetzt nicht mehr oben stehen. Ich warne daher davor, schon irgendwelche Feste zu planen. Noch liegen vier Spiele vor uns, in denen sich die Tabellensituation gewaltig ändern kann", warnt Schmitt trotz zuletzt vier Siegen in Serie vor verfrühter Euphorie.
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Doch spätestens nach dem jüngsten 3:1 gegen Holstein Kiel, durch das die "Veilchen“ erstmals überhaupt an die Spitze der Drittliga-Tabelle geklettert sind, gieren das Umfeld und vor allem die Fans im Erzgebirge nach der Rückkehr in die 2. Liga. Bereits von 2003 bis 2008 gingen die Sachsen dort an den Start. Und zumindest wirtschaftlich steht dem Aufstieg schon einmal nichts im Wege. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat dem FCE am Dienstag die Lizenz unter Auflagen bezüglich der Einhaltung der wirtschaftlichen und infrastrukturellen Kriterien erteilt. "Das zeigt nur, dass auch der Vorstand exzellente Arbeit leistet. Ich bin froh, dass wir in einem ruhigen Umfeld arbeiten können und von finanziellen Nöten verschont geblieben sind“, so Schmitt.
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Dieser Umstand ist aber nur ein Mosaikstein, der den aktuellen Erfolg des FC Erzgebirge ausmacht. Ein weiterer Punkt ist die Heimbilanz. Mit 44 Zählern aus 17 Spielen rangiert die Mannschaft von Rico Schmitt in der Heim-Bilanz hinter dem VfL Osnabrück (45 Punkte aus 18 Partien) auf Rang zwei. Kein anderer Verein kassierte im heimischen Stadion weniger Tore als Aue (neun). Nur Heidenheim gelang es beim 1:0 im Erzgebirge-Stadion, drei Punkte mit auf die Heimreise zu nehmen. Im Schnitt unterstützen 8.500 Zuschauer ihre Mannschaft bei Heimspielen. Damit liegt Aue in der Zuschauer-Tabelle ebenfalls in der Spitzengruppe.
35. Spieltag Aue zieht an Osnabrück vorbei
Mitverantwortlich für den Höhenflug des FCE - Aue verlor nur eine der letzten zwölf Partien - ist aber auch die neu gewonnene Auswärtsstärke. Zur Halbzeit - also nach 19 Spieltagen - hatten die Sachsen aus neun Begegnungen in der Fremde acht Punkte geholt. Rechtzeitig zum Saison-Endspurt läuft es plötzlich auch auswärts wie am Schnürchen. Allein aus den vergangenen beiden Partien beim VfB Stuttgart II (2:1) und bei Borussia Dortmund II (3:1) holte Aue die optimale Ausbeute von sechs Punkten. "Die Gesamttendenz ist sehr positiv“, stellt Rico Schmitt nüchtern, aber zufrieden fest. "Entscheidend - egal ob daheim oder auswärts - ist unser Auftreten“, betont der FCE-Trainer. "Wenn wir bereit sind, alles abzurufen, können wir an jedem Spieltag etwas holen.“
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Mit nur 36 Gegentoren stellt Aue die viertbeste Abwehr der Liga. Die Defensive organisiert mit dem 1,91 Meter langen Polen Tomasz Kos ein ausgesprochener Routinier. Der 36-jährige Kapitän verfügt über Bundesliga-Erfahrung (1. FC Nürnberg) und ist im System von Trainer Schmitt kaum wegzudenken. "Tomasz Kos ist ein ganz wichtiger Eckpfeiler. Auf und neben dem Platz“, lobt Schmitt. "Er ist Profi durch und durch, hat eine vorbildliche Einstellung.“
In der Offensive, die es bisher auf 50 Tore gebracht hat, sind die Sachsen nur schwer auszurechnen. Es fehlt zwar ein ausgesprochener "Knipser“ wie beispielsweise Sandhausens Regis Dorn (21 Treffer), dafür verfügt der FCE gleich über mehrere torgefährliche Angreifer. In der internen Torschützenliste führt Najeh Braham (elf) vor Eric Agyemang (zehn), der vor allem in den vergangenen Wochen zur Hochform auflief, sowie Sebastian Glasner (neun) und Alban Ramaj (sechs).
Ergebnisse und Tabelle der3. Liga
Der Weg zum ersehnten Aufstieg ist dennoch weit. Denn das Restprogramm hat es für Spitzenreiter Aue in sich. Mit Burghausen (auswärts) und Bremen II (auswärts) warten zwei Mannschaften, die noch nicht gesichert sind. Außerdem steht noch ein Nachholspiel gegen den wiedererstarkten Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden (27. April) aus. "Wir dürfen in diesen Vergleichen nichts von dem vermissen lassen, was uns in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat. Sonst haben wir keine Chance“, so Schmitt.
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Quelle: MSPW
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