
21.10.2012, 17:42 Uhr | FUSSBALL.DE
Dieter Eckstein im Jahr 1988 bei einem Länderspiel gegen Schweden. (Quelle: imago)
Von Andreas Leiser
Sie spielten in vollbesetzten Arenen und waren einem Millionenpublikum bekannt. Sie waren Bundesliga-Profis und zum Teil Nationalspieler. Zum Ende ihrer Karriere oder danach erinnern sich nicht wenige Stars an ihre Wurzeln: FUSSBALL.DE stellt in einer Serie ehemalige Profikicker vor, die jetzt das Bild des Amateurfußballs mitprägen. Teil zehn: Dieter Eckstein, früher u.a. beim 1. FC Nürnberg, heute Trainer bei der DJK-SV Mitteleschenbach in der A-Klasse Kreis Nürnberg Frankenhöhe.
Im Juli 2011 erlitt Dieter Eckstein in der Pause eines Benefizspiels einen Herzinfarkt und wurde in der Klinik ins künstliche Koma versetzt. Ein Jahr später ist er als Trainer tätig und spielt sogar wieder Fußball – als Aushilfs-Libero in Mitteleschenbach.
Dabei ist der Ex-Nationalspieler aber nicht der einzige Eckstein auf dem Feld. Die drei Söhne Andre, Steve und Mark komplettieren den Familien-Clan. "Vier Ecksteins in einer Mannschaft, das ist natürlich tödlich für den Gegner", sagt der 48-Jährige mit scherzender Stimme. Die Ecksteins decken bei der DJK sogar alle Mannschaftsteile ab. Vom Sturm und Mittelfeld bis zur Abwehr. Dieter Eckstein half in der laufenden Saison fünf Mal als Libero aus und stand sogar einmal als Torwart zwischen den Pfosten.
Bislang geht das Eckstein-Konzept in Mitteleschenbach auf. Der Klub belegt Platz zwei der Tabelle. "Unser Saisonziel ist ganz klar der Aufstieg. Mit dieser Mannschaft musst du normalerweise aufsteigen", sagt der 48-Jährige. Doch trotz des sportlichen Erfolges kommt es manchmal zu kleineren Streitigkeiten zwischen den Ecksteins. "Es gab auch schon gewaltige Familienkonflikte. Die gibt es immer. Sei es im Training oder bei einem Spiel. Manchmal sind meine Söhne halt der Meinung, sie hätten den Fußball erfunden, dann muss man sie etwas zurechtweisen und auf den Boden der Tatsachen zurück holen."
Eigentlich ist Eckstein bereits seit Juni 2011 Trainer bei der DJK-SV Mitteleschenbach. Doch vier Wochen nach seiner Vertragsunterzeichnung kam der Herzinfarkt. "Der Verein hat aber keinen anderen Trainer verpflichtet, sondern gewartet bis es mir wieder besser ging. Das macht nicht jeder Verein so", sagt Eckstein. Nach dem Infarkt folgten Reha-Maßnahmen und viele Ärzte-Termine. "Am Anfang wollte ich eigentlich nicht wieder spielen, aber die Ärzte haben mir dann schließlich doch Grünes Licht gegeben. Mein Comeback als Libero habe ich in der Rückrunde der letzten Saison gegeben. Ein Jahr nach dem Infarkt war ich also wieder auf dem Platz."
Dieter Eckstein im Sommer 2011.
Einschränkungen in seiner Trainertätigkeit gibt es durch den Infarkt nicht. "Ich habe einen Herzschrittmacher eingesetzt bekommen und ich spiele immer mit einem Schutz. Was vorkommen könnte wäre eine Entzündung in diesem Bereich. Sonst kann nicht viel passieren", sagt Eckstein gelassen. Für den Ex-Stürmer, der 289 Bundesliga- und sieben Länderspiele absolvierte, steht der Spaß am Fußball eindeutig im Vordergrund. "Bei uns spielen nur Hobbyfußballer. Wenn wir einmal drei oder vier Spiele hinter einander verlieren, geht die Welt für die Spieler auch nicht unter."
In seiner Trainertätigkeit versucht der 84-fache Bundesligatorschütze aus seiner langen Erfahrung als Profi zu profitieren. Dabei zieht er die besten Eigenschaften seiner ehemaligen Trainer heraus. "Heinz Höher konnte sehr gut mit jungen Spieler umgehen, Jörg Berger hatte ein Händchen für die Stars und Diven und im taktischen Bereich war Franz Beckenbauer schon etwas Besonderes. In den Mannschaftsbesprechungen der Nationalmannschaft hat man gesehen, dass Beckenbauer auch in Sachen Taktik einiges auf dem Kasten hatte."
Quelle: FUSSBALL.DE
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