18.08.2009, 10:15 Uhr
St. Paulis Torwart Matthias Hain kann sich trotz des 5:0-Sieges nicht uneingeschränkt freuen (Foto: imago)Tief bedrückt sind die Spieler des FC St. Pauli vom 5:0-Kantersieg bei Alemannia Aachen zurückgekehrt. Der schwere Unfall eines Fans überschattete am Montagabend die Eröffnung im neuen Tivoli. "Da wird Fußball zweitrangig, das ist nur ein Spiel. Wir geben die Tabellenführung sofort für die Gesundheit des Menschen her", sagte der erschütterte Coach Holger Stanislawski. Der 38 Jahre alte verunglückte Mann liegt nach Club-Angaben im künstlichen Koma, sei aber in einem stabilen Zustand. Wie die Polizei in Aachen am Dienstagmittag mitteilte, schwebt er jedoch weiter in Lebensgefahr.
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"Wir sind alle tief erschüttert"
Der St. Pauli-Anhänger war über eine Brüstung rund sechs Meter in die Tiefe gestürzt und mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. "Wir waren tierisch geschockt. Aber als wir die Meldung gehört haben, dass er stabil ist, konnten wir uns wenigstens etwas über den Sieg freuen", sagte Teammanager Christian Bönig. Der Verunglückte hatte sich laut St. Pauli bei dem Sturz beide Unterarme gebrochen und Hämatome im Gesicht zugezogen. Es bestehe zudem der Verdacht auf Brüche im Brustwirbel-Bereich. Auch Alemannia- Geschäftsführer Frithjof Kraemer war bestürzt: "Wir alle sind tief erschüttert und wünschen uns nichts mehr, als dass er wieder vollständig genesen wird."
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Einige Spieler sahen den Unfall mit an
In Jubelstimmung waren die Hamburger Spieler zuvor zu ihren Fans in die Gästekurve gelaufen, doch mit Tränen in den Augen kehrten viele von ihnen in den Kabinengang zurück. "Auch wenn wir 5:0 gewonnen haben, ist das jetzt scheiße. Unsere Freude hält sich in Grenzen", sagte Florian Bruns. Bei der Feier hatte unter anderem Verteidiger Davidson Drobo-Ampem mitansehen müssen, wie der Zuschauer, der nach Informationen der Alemannia auf der Brüstung gestanden haben soll, von der Tribüne durch ein Stoffbanner auf den Beton gefallen war. Etwa 25 Fans waren seelsorgerisch betreut worden.
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Keine Anhaltspunkte auf Fremdeinwirkung
Die Polizei ging auch am Dienstag von einem Unfall aus. "Es gibt weder Anhaltspunkte auf eine Fremdeinwirkung noch auf Mängel in der Bausubstanz oder in der Bauausführung am neuen Tivoli", erklärte Polizei-Sprecher Paul Kemen in einer Mitteilung. Das war das Ergebnis einer Begehung des Unglücksortes im 50 Millionen Euro teuren Stadion, das mit 32 960 Zuschauern ausverkauft war. "Von allen Seiten ist uns bestätigt worden, dass das Stadion absolut konform mit den geltenden Sicherheitsstandards ist", sagte Klub-Sprecher Thorsten Pracht.
FUSSBALL.DE /dpa
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