27.01.2013, 21:46 Uhr | FUSSBALL.DE
Arjen Robben ist sichtlich angefressen. (Quelle: Elbner/imago)
Was haben Arjen Robben, Mario Gomez und Jerome Boateng gemeinsam? Alle drei sind Nationalspieler ihres Landes - und sitzen momentan beim FC Bayern nur auf der Bank. Während Gomez gegen seinen alten Verein VfB Stuttgart (2:0) immerhin noch einige Minuten mitwirken durfte, mussten Boateng und Robben die kompletten 90 Minuten zusehen. Und das wird sich wohl - vor allem bei Robben - vorerst auch nicht ändern. "Fakt ist bei Arjen: Das Momentum spricht aktuell gegen ihn, die anderen haben einen Vorsprung", sagte Matthias Sammer bei Sky.
Robben lief sich gegen Stuttgart lange Zeit hinter dem Tor warm. Die letzten Minute verfolgte er dann an eine Werbebande gelehnt - die Arme vor der Brust verschränkt. Nach der Partie verschwand er umgehend und wortlos in der Kabine. Während sich das Team von den Fans feiern ließ, stand der Holländer schon unter der Dusche. Klar ist: Robben ist mächtig angefressen.
Fakt ist aber auch: Auf Einzelschicksale wird beim Rekordmeister keine Rücksicht genommen. "Es geht um Bayern München. Ich will nichts hören", sagte Sammer nach Schlusspfiff, als er auf die Unzufriedenheit der Edelreservisten Robben, Gomez und Co. angesprochen wurde.
Auch Trainer Jupp Heynckes, der seine Stammformation gefunden zu haben scheint, äußerte sich zu den großen Namen auf der Ersatzbank: "Im Moment ändert man ganz wenig", sagte Heynckes, der dann betonte, dass sich auch Gomez weiter hinten anstellen muss. "Mandzukic hat eine gute Vorbereitung hinter sich und viele Tore gemacht. Dann ist klar, dass ein Trainer ihn erst einmal spielen lässt. Das ist das Gesetz in einer Fußball-Mannschaft", so Heynckes.
Und der Erfolg gibt ihm Recht. Denn sportlich läuft es für den FC Bayern rund. Die Münchner haben den Vorsprung auf den ersten Verfolger Leverkusen auf elf Punkte ausgebaut, die Borussia aus Dortmund hat trotz Gala-Form immer noch zwölf Punkte Rückstand. "Die Bayern können sich nur noch selbst schlagen", hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp bereits vor Rückrundenstart festgestellt. Die wichtigste Aufgabe der Verantwortlichen wird sein, alle bei Laune zu halten. "Es gibt keine Unruhe", sagte Heynckes. Die Körpersprache von Robben, Gomez und Boateng sagte etwas anderes. Es brodelt in den Stars.
Deshalb versuchte Sammer auch direkt, die Sache nicht unnötig hochzuspielen. "Wir müssen keine ellenlangen Gespräche führen", sagte er. Der ehemalige Nationalspieler hofft viel mehr darauf, dass Robben Motivation aus seiner schwierigen Situation zieht: "Seine Chance wird kommen – und dann muss er da sein."
Quelle: FUSSBALL.DE
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