12.02.2010, 10:25 Uhr
David Alaba vom FC Bayern München. (Foto: imago)Es war ein historischer Moment, als David Alaba in der 59. Minute im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen die SpVgg Greuther Fürth eingewechselt wurde. Mit 17 Jahren, 7 Monaten und 18 Tagen ist er der jüngste Spieler, der je in einem Pflichtspiel für den FC Bayern auflief. Mit seiner Einwechslung kam die Wende. Drei Minuten später legte er für Franck Ribery auf, der Bayern erstmals in dieser Partie in Führung schoss. Noch ist es eher eine Randnotiz.
Doch der Name Alaba wird bald in aller Munde sein, weit über die Grenzen Deutschlands, weit über die Grenzen Europas hinaus. Alaba ist beim deutschen Rekordmeister das neue Juwel mit Superstar Qualitäten.
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An der Säbener Straße weiß man schon länger, dass da einer in den eigenen Reihen ist, der alle Qualitäten für einen Top-Fußballer mitbringt. "Sobald er 18 ist, bekommt er einen Profi-Vertrag", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger nach dem 6:2-Pokalerfolg gegen Fürth stolz. "Davon weiß ich nicht wirklich etwas. Ich habe das nur irgendwann mal gelesen. Aber das wäre natürlich ein tolles Geschenk", gab Alaba nach seinem ersten Profiauftritt bescheiden zu Protokoll.
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"Er ist im Mittelfeld spielerisch stärker", begründete Louis van Gaal nach dem Spiel die Maßnahme, Alaba für die 11 Millionen Euro teure ukrainische Fußball-Ikone Anatoliy Tymoshchuk aufs Feld zu schicken. Mit ihm kam auch der 19-jährige Diego Contento zu seinem Profi-Debüt. Van Gaal: "Sie trainieren seit Januar bei mir, deswegen weiß ich, was die beiden können."
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Doch wert ist dieser David Alaba genau? Seit Juli 2008 ist der 1,78 große Mittelfeldspieler beim FC Bayern. Er trat erst für die Jugendabteilung gegen den Ball, dann ziemlich schnell für die Regionalliga-Mannschaft unter Mehmet Scholl und jetzt hat er es bis ins Profiteam geschafft. Dass der Linksfuß überhaupt beim FC Bayern anheuerte ist fast schon ein kleines Wunder. Schließlich hasste er den Klub und hatte zahlreiche andere Angebote von Klubs aus halb Europa. "Die sind immer mit dem feinsten Trainingszwirn und dem schönsten Bus zu den Nachwuchsturnieren gekommen und haben sich feiern lassen", gab Alaba offen zu. Doch die Nähe zu Wien, wo er für die Austria gegen den Ball trat und mit 15 schon im Profi-Kader stand, sowie die Sprache gaben letztlich den Ausschlag für den FCB.
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Denn Alaba ist gebürtiger Österreicher: Sohn eines Nigerianers, der der erste dunkelhäutige Gardesoldat in Österreich war. Seine Mutter war in den 80er Jahren Miss Philippinen und arbeitet heute als Krankenschwester. Vater Alaba schaffte es Ende der 90er-Jahre mit dem Duo "Two in One" in die Charts und arbeitet heute noch als DJ. Alaba Senior hat auch einen guten Rat für seinen Sohn parat. "Im Fußball ist es wie in der Musik: Große Künstler geben sich nie zufrieden, sie wollen jeden Tag besser werden", zitiert ihn die "Bild"-Zeitung.
Alaba hat wie die meisten Jugendlichen in seinem Alter gewöhnliche Hobbys wie Musik hören oder chillen, besitzt die Mittlere Reife und verzaubert seinen Gegenüber schnell mit seinem charmanten Wiener Schmäh. Seine verschiedenen Nationalitäten wecken natürlich auch in Nigeria oder den Philippinen Begehrlichkeiten. Doch für Alaba ("Ich bin ein echter Wiener") war immer klar, für welches Land er das Nationaltrikot überstreifen würde. So kam er am 14. Oktober 2009 im WM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich zu seinem ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft - früher als jeder andere Österreicher vor ihm.
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Alaba, der zugibt, bei seiner Einwechslung gegen Fürth doch ein bisschen nervös gewesen zu sein, bleibt indes bescheiden. "Ich hoffe, dass ich irgendwann mal im Kader für die Bundesliga stehe. Das sollte das nächste Ziel sein. Von einem Einsatz von Beginn an bin ich noch sehr weit weg. Ich muss am Boden bleiben und Gas geben, der Rest kommt von selber."
Quelle: t-online.de
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