18.03.2013, 13:28 Uhr | FUSSBALL.DE
Gehen Arjen Robben und der FC Bayern im Sommer getrennte Wege? (Quelle: imago/Sven Simon/imago)
Es ist nicht die Saison des Arjen Robben. Dabei hätte der in der Hinrunde so langeverletzte Holländer der Gewinner der jüngsten Mini-Krise des FC Bayern werden können. Nach zwei schwachen Ligapartien gegen Hoffenheim und Düsseldorf wechselte Coach Jupp Heynckes durch und brachte den Edelreservisten in der Champions League gegen Arsenal London und am Wochenende gegen Leverkusen jeweils in der Startelf.
Die Chance, im Kampf um den Stammplatz auf der rechten Seite an Thomas Müller vorbeizuziehen, hat er nicht genutzt. Im Gegenteil. Beim enttäuschenden 0:2 gegen die Gunners war er jedoch der schwächste Bayern-Spieler auf dem Platz und beim 2:1-Sieg bei Bayer wurde er nach durchwachsenem Auftritt in der 74. Minute ausgewechselt. Es wird eng für Robben beim deutschen Rekordmeister. Ex-Coach und Bayern-Kenner Ottmar Hitzfeld ist sich sogar sicher: Robben muss im Sommer gehen. "Ich rechne damit, dass Robben im Sommer wechselt und die Bayern verlässt", sagte der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft dem "Blick".
Dabei beruft sich Hitzfeld nicht etwa auf die anhaltende Formschwäche des 29-Jährigen. Vielmehr sieht er Probleme in der Konstellation Pep Guardiola und Robben. Der künftige Bayern-Coach Guardiola hat ein klares Konzept, und Hitzfeld ist sich sicher, dass Robben da "eher nicht reinpasst". Der Holländer gilt als wenig mannschaftsdienlich und äußerst eigensinnig. Qualitäten, die Guardiola nicht schätzen dürfte. Bei seinen 14 Titelgewinnen mit dem FC Barcelona stand für den ehemaligen spanischen Nationalspieler immer das Kollektiv im Vordergrund.
Robben selbst hat für die Äußerungen Hitzfelds nur ein Kopfschütteln übrig. "Ich finde es lächerlich, was da alles gesagt wird", sagte er der "Bild". "Die Leute sind nicht im Verein, kennen die Planungen nicht. Ich habe noch zwei Jahre Vertrag, nächste Saison fängt eine neue Planung an. Darauf freue ich mich."
Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß wundert sich über Hitzfelds Worte. "Ich kann ihnen wirklich nicht sagen, wie Ottmar auf solche Ideen kommt", sagte der 61-Jährige dem "kicker". Es gebe "überhaupt keine Überlegungen", den Niederländer abzugeben, er werde auch "künftig eine wichtige Rolle haben".
Dennoch: Mehrfach hat Robben in dieser Saison bereits seinen Unmut über sein Reservistendasein geäußert. Eine weitere Saison auf der Bank kommt für den ehrgeizigen Offensivmann sicher nicht in Frage. Denkbar deshalb auch, dass Robben einen Wechsel im Sommer von sich aus forciert. Dass Robbens Laune derzeit nicht die beste ist, zeigt auch seine mürrische Reaktion auf die vorzeitige Auswechslung in Leverkusen. "Ich habe die Auswechslung nicht kapiert", sagte er laut "tz".
Doch auch zwei weitere Bayern-Stars müssen laut Hitzfeld zittern, wenn die Karten im Sommer unter Guardiola neu gemischt werden. "Müller ist bei Bayern ein sehr wichtiger Spieler. Aber ob er ins Konzept von Guardiola passt, weiß man ja auch nicht. Weil er ein gradliniger Spieler und nicht unbedingt ein Filigrantechniker ist."
Und auch Toni Kroos muss in den Augen des 64-Jährigen, der 2001 mit Bayern die Champions League gewann, um seinen Platz in der ersten Elf zittern. "Vielleicht will Guardiola auf der Zehner-Position einen torgefährlicheren Spieler."
Einem, der derzeit nur eine Nebenrolle spielt, traut Hitzfeld dagegen den großen Durchbruch zu. "Shaqiri hat das Barcelona-Gen in sich. Xherdan passt ins System von Guardiola. Dieser steht auf junge, technisch starke, wendige Spieler. Solche, die perfekt am Ball sind und sich um die eigene Achse drehen. All diese Attribute bringt Xherdan mit."
Quelle: FUSSBALL.DE
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