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Auer Veilchen blühen im Herbst auf

18.11.2009, 11:22 Uhr

Jan Hochscheidt (li.) und Najeh Braham (beide Erzgebirge Aue) haben bei den Veilchen gerade viel zu Lachen (Foto: imago)Jan Hochscheidt (li.) und Najeh Braham (beide Erzgebirge Aue) haben bei den Veilchen gerade viel zu Lachen (Foto: imago)Blühende Veilchen sind für Gärtner zu dieser Jahreszeit völlig undenkbar. Im Erzgebirge ist solch ein Naturwunder derzeit aber zu bestaunen. Denn die Fußballer des FC Erzgebirge Aue, die wegen ihrer lilafarbenen Trikots von ihren Fans nur die Veilchen genannt werden, stehen in voller Blüte auf der Sonnenseite. Sie haben sich durch eine Serie von vier Siegen in Folge vom Boden der 3. Liga bis auf den zweiten Tabellenplatz hervorgearbeitet.

Für Trainer Rico Schmitt ist das aber kein Grund, um abzuheben. "Es wird auch wieder Regen in Form von Rückschlagen geben“, warnt der 41-Jährige, der seit dieser Saison verantwortlichen Chef-Trainer der Sachsen ist.

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Schmitt, der vielseitige Stratege

Dabei kann Schmitt aber schon auf reichhaltige Erfahrungen im Trainerbereich zurückgreifen. "Ich musste meine Karriere schon sehr früh wegen einer Knieverletzung beenden. Als 28-Jähriger habe ich bereits einen Landesligisten als Spielertrainer betreut“, erzählt der frühere Mittelfeldspieler, der auch für die Jugend-Nationalmannschaften der ehemaligen DDR auflief. Zu den Vereinen des "vielseitigen Strategen“ zählten der Chemnitzer FC und der Greifswalder SC. Seit 2005 ist er für den FC Erzgebirge Aue tätig, war bereits für die Reserve der Sachsen (Aufstieg in die Oberliga 2008) sowie das Nachwuchsleistungs-Zentrum verantwortlich. In der vergangenen Saison betreute er gemeinsam mit Team-Chef Heiko Weber als (Co-)Trainer die Drittliga-Mannschaft.

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Rückkehr in die 2. Liga ist noch kein Thema

Mit der bisherigen Ausbeute in seiner ersten Saison als Alleinverantwortlichen kann Rico Schmitt sehr zufrieden sein. "Wir haben in den vergangenen Spielen absolut verdiente Siege erreicht. Unser gutes Auftreten macht durchaus Hoffnung für die Zukunft.“ Von der möglichen Rückkehr in die 2. Bundesliga will er aber nicht reden. "Die 3. Liga ist sehr ausgeglichen, besitzt ein hohes Niveau. Man kann sich keine Formschwankungen leisten, weil in fast allen Spielen Kleinigkeiten entscheiden“, meint der Auer Chef-Trainer: "Die Tabelle ist noch sehr eng beieinander. Sogar Rot-Weiß Erfurt ist auf Platz 13 nur sechs Punkte von meiner Mannschaft auf einem Aufstiegsrang entfernt. Nur die Mannschaften, die bis an ihre Leistungsgrenze gehen, werden dauerhaft erfolgreich sein.“

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Auf dem richtigen Weg

Offenbar hat Schmitt den richtigen Weg gefunden, um seine Mannschaft auf den Erfolgsweg zu bringen. Nach einem schwächeren Start mit sechs Punkten aus den ersten sechs Spielen starteten die Erzgebirgler durch und verbuchten aus den vergangenen sieben Partien 18 von 21 möglichen Zählern. "Die Mischung stimmt momentan bei uns“, bestätigt Schmitt, der dem Verein ein glückliches Händchen bei den Neuverpflichtungen bescheinigt. So haben sich die beiden Stürmer Najed Braham (vom 1. FC Magdeburg) und Alban Ramaj (Kickers Emden) mit sechs bzw. vier Treffern schon als wertvolle Verstärkungen erwiesen. Aber auch Nico Klotz (VfB Stuttgart II) oder Manuel Hiemer (SSV Jahn Regensburg) haben das Gerüst um die zweitligaerfahrenen Leistungsträger wie Torhüter Martin Männel, die Abwehrspieler Thomasz Kos und Thomas Paulus sowie Flügelflitzer Skerdilaid Curri ergänzt.

"Es gibt keine Selbstläufer"

 

Und auch das Verhältnis zwischen Fans und Mannschaft hat sich wieder deutlich verbessert. In der ersten Spielzeit nach dem Zweitliga-Abstieg, die der FC Erzgebirge nach einem durchwachsenen Saisonverlauf auf Rang zwölf abschloss, hatte es noch einige Kritik von den Rängen gegeben. "Vielleicht war die Erwartungshaltung zu hoch. Viele dachten wohl, dass eher unbekannte Gegner wie Sandhausen oder Regensburg leicht geschlagen werden. Aber das ist in der 3. Liga nicht möglich. Es gibt keine Selbstläufer“, sagt Schmitt, der die treuen Auer Anhänger für das größere Verständnis lobt. "Gegen Erfurt waren bei nasskaltem Wetter 10.500 Fans im Stadion. Sie verzeihen den Jungs nun auch Fehler. Und wir merken, dass die Region hinter der Mannschaft steht und der Verein die Menschen wieder stolz macht“, schwärmt der Trainer. 

Unterstützung gegen Osnabrück gefordert

Auch am Samstag (14 Uhr) beim VfL Osnabrück hofft Rico Schmitt lautstarke Unterstützung für seine Spieler. Das wird wohl auch nötig sein, denn er erwartet "eine sehr starke Osnabrücker Mannschaft.“ Schmitt: "Der VfL ist sehr heimstark, hat das auch im DFB-Pokal schon eindrucksvoll bewiesen. Mit seinen vielen zweitligaerprobten Akteuren wird Osnabrück versuchen, uns mit Feuer, Eifer und Engagement versuchen, den Schneid abzukaufen. Da müssen wir sofort dagegen halten.“

 

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