16.07.2011, 18:48 Uhr
Marie Hammarström hat mit einem Hammertor das europäische Endspiel um Platz drei der Frauen-WM entschieden und Schweden zur Bronzemedaille geschossen. Die eingewechselte Mittelfeldspielerin erzielte im kleinen Finale mit einem Gewaltschuss aus 15 Metern in der 82. Minute das 2:1 gegen Frankreich. Lotta Schelin (29. Minute) hatte Schweden vor 25.475 Zuschauern in Sinsheim in Führung gebracht, die eingewechselte Elodie Thomis (56.) den Ausgleich erzielt. Josefine Öqvist sah die Rote Karte, als sie gegen Sonia Bompastor nachtrat (68.).
Für Schweden ist es die dritte WM-Medaille nach Bronze 1991 und Silber 2003. Frankreich ging im Duell der Enttäuschten leer aus. Doch die WM war für beide Teams ein Erfolg: Sie haben sich mit dem Vorstoß unter die letzten Vier für Olympia in London qualifiziert.
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Frankreichs Trainer Bruno Bini hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Halbfinale gegen die USA (1:3) auf drei Positionen verändert und damit vor allem den Lyon-Anteil erhöht. Sieben Spielerinnen des Champions-League-Siegers standen in der Startelf und sollten ihrer Vereinkollegin Schelin einen Strich durch die Rechnung machen. "Ich werde nicht ohne Medaille nach Frankreich zurückkehren", hatte Schwedens Starstürmerin angekündigt.
Bini wollte Schelin notfalls mit dem Lasso einfangen lassen, doch dieser Plan ging nicht wirklich auf. Nach einem Steilpass von Sara Larsson gewann die pfeilschnelle Stürmerin das Laufduell mit Laura Georges und spitzelte den Ball an Berangere Sapowicz vorbei ins Tor (29.). In der Freude über dieses wichtige Tor kickte sie ihren rosa Schuh davon und hielt ihn beim Jubel-Tänzchen mit ihren Kolleginnen wie eine Trophäe in die Luft.
Die französische Torfrau knickte bei ihrem Rettungsversuch um und wurde von Celine Deville ersetzt. Gleichzeitig musste Bini seine Spielmacherin Louisa Necib wegen einer Knieverletzung aus dem Spiel nehmen und Thomis bringen (32.), eine weise Entscheidung.
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Die Schwedinnen wirkten zunächst engagierter und heiß auf die Bronzemedaille. Die spielerisch begabten Französinnen wussten sich in der ersten Halbzeit oft nur mit Einzelaktionen in Szene zu setzen. Elise Bussaglia traf aus 18 Metern den Pfosten (36.) und fand in Schwedens Hedvig Lindahl ihre Meisterin (41.). Schelin vergab danach zwei dicke Chancen, schon vor der Pause alles klar zu machen (45., 45.+4). Und natürlich rächte sich das.
Die eingewechselte Thomis verwertete einen Traumpass von Gaetane Thiney mit einem platzierten Flachschuss zum Ausgleich (56.), danach hätte sie noch weitere Tore schießen können (64., 65.). Aber auch die Schwedinnen hatten Möglichkeiten zum Siegtreffer. Öqvist war frei durch, schoss aber lieber an den Pfosten, als auf Schelin abzulegen (64.). Kurz darauf verlor sie bei einem Gerangel mit Bompastor die Nerven und trat der Französin in den Unterleib (68.).
In Unterzahl schafften die Schwedinnen doch noch die Entscheidung. Nach einem Eckball, der keiner war, kam der Ball zu Hammarström, die sich die Kugel noch auf den linken Fuß legte und unhaltbar mit links aus 15 Metern abzog.
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