20.10.2012, 12:38 Uhr | sid
VfB-Trainer Labbadia bekommt nach wie vor Rückendeckung von Sportdirektor Bobic. (Quelle: imago)
Als Fredi Bobic auf der Pressekonferenz die wenig überraschende Frage nach der Zukunft von Trainer Bruno Labbadia gestellt wurde, war es schnell vorbei mit der gespielten Gelassenheit beim kriselnden VfB Stuttgart. "Langweilig" nannte der VfB-Sportdirektor die Spekulationen über ein "Endspiel" für den Coach am Sonntag beim Hamburger SV (ab 17.15 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker).
Für Labbadia ist das Gastspiel an der Elbe der erste Auftritt nach seiner Wutrede ("Am Arsch geleckt!") vor zwei Wochen. "Jedes Spiel", sagte Labbadia, sichtlich um Gelassenheit bemüht, "ist wichtig. Für mich ist das nichts Extremes."
Glaubt man den Verantwortlichen des Tabellen-15. (sechs Punkte), herrscht Betroffenheit nur angesichts der schweren Knie-Verletzung des ehemaligen Nationalspielers Cacau. "Wir müssen jetzt noch enger zusammenarbeiten", forderte Labbadia. Immerhin kurierten Mannschaftskapitän Serdar Tasci und Rechtsverteidiger Gotoku Sakai ihre Blessuren in der Länderspielpause aus.
Der wiedererstarkte HSV kann derweil auf Heilsbringer Rafael van der Vaart nach überstandenen Adduktoren-Problemen bauen. "Wir haben unser Leck gestopft und zuletzt Fahrt aufgenommen", sagte Hamburgs Trainer Thorsten Fink nach vier Spielen ohne Niederlage: "Diesen Schwung wollen wir mitnehmen."
Der Fünftletzte 1. FC Nürnberg wäre derweil vor dem wegweisenden Kellerduell mit dem Drittletzten FC Augsburg froh, wenn er endlich wieder in Schwung kommen würde. Die letzten vier Spiele verloren die Franken, seine Profis könnten das "nicht so einfach aus den Kleidern schütteln", sagte Klub-Trainer Dieter Hecking, betonte aber auch: "Wir sind in der Lage, Augsburg zu Hause zu schlagen". (ab 15.15 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker)
Allerdings droht Nürnberg ein personeller Notstand in der Abwehr, nachdem sich Innenverteidiger Timm Klose eine Oberschenkelverhärtung zugezogen hat. "Das könnte eng werden", sagte Hecking: "Wenn er nicht trainieren kann, wird er nicht spielen." Da der brasilianische Neuzugang Marcos Antonio bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Stuttgart (0:2) zweimal schwer gepatzt hat, könnte gegen den FCA Mittelfeldspieler Timmy Simons erneut in der Abwehrzentrale aushelfen und neben Per Nilsson auflaufen.
Der FCA, warnte Hecking, habe "nicht die ganz großen Individualisten in seinen Reihen, sie kommen mehr übers Kollektiv". Und damit unterscheidet sich der Zustand der Mannschaft von Markus Weinzierl, der vor der Länderspielpause der Befreiungsschlag gegen Werder Bremen gelungen war (3:1), von der Lage beim 1. FCN. "Beim 0:3 in Freiburg hatten wir eine Ansammlung von Einzelspielern, das darf in der Bundesliga gegen keinen Gegner passieren", sagte Hecking: "Die Mannschaft muss mit Geschlossenheit auftreten, das ist die Mindestanforderung."
Kritische Fragen zu seiner Person musste sich Hecking keine gefallen lassen. Wie Kollege Weinzierl sitzt er (noch) fest im Sattel. Augsburg, das von 21 Pflichtspielen nur zwei gegen Nürnberg gewann, will derweil den Aufwärtstrend nach zuletzt vier Punkten fortsetzen. Man fahre nicht nach Nürnberg, um dort zu "sympathisieren", sagte der neue Manager Jürgen Rollmann. "Wir haben eine Riesenchance, Nürnberg mit einem Sieg zu überholen und nach dem Spieltag die zweitbeste bayerische Mannschaft zu sein", ergänzte Trainer Weinzierl.
8. Spieltag | ||||
TSG 1899 Hoffenheim | - | SpVgg Greuther Fürth | 3:3 | |
Borussia Dortmund | - | FC Schalke 04 | 1:2 | |
Bayer Leverkusen | - | 1. FSV Mainz 05 | 2:2 | |
VfL Wolfsburg | - | SC Freiburg | 0:2 | |
Eintracht Frankfurt | - | Hannover 96 | 3:1 | |
Fortuna Düsseldorf | - | FC Bayern München | 0:5 | |
SV Werder Bremen | - | Borussia Mönchengladbach | 4:0 | |
1. FC Nürnberg | - | FC Augsburg | 0:0 | |
Hamburger SV | - | VfB Stuttgart | 0:1 | |
Quelle: sid
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