11.10.2009, 15:02 Uhr
Bundestrainer Jogi Löw (li.) tröstet Jerome Boateng. (Foto: dpa)Als Jerome Boateng die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, schoss ihm ein einziger Gedanke durch den Kopf: "Scheiße." Ein Platzverweis im ersten Länderspiel - viel unglücklicher kann ein Debüt nicht verlaufen. Nach der zweiten Vollkontakt-Grätsche gegen Wladimir Bystrow in der 69. Spielminute begann für den 21-jährigen Hamburger das große Zittern in den Katakomben des Luschniki-Stadions.
"Man schwächt die Mannschaft. Aber super von den Jungs, dass sie es zu zehnt geschafft haben", berichtete Boateng erleichtert nach dem 1:0 der DFB-Elf gegen Russland: "Pech für mich, aber Hauptsache, wir haben uns für die WM qualifiziert."
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Sanfter Tadel für Boateng
Der Mut von Joachim Löw, im Spiel des Jahres vor fast 80.000 Zuschauern den U 21-Europameister als rechten Verteidiger zu bringen und sogar noch nach der Gelben Karte kurz vor der Pause auf dem Platz zu belassen, endete im Übermut. Aber der Bundestrainer verteidigte das riskante Spiel mit Boateng, tadelte den Youngster nur sanft. "Bei der Situation, in der er die Gelb-Rote Karte kassiert, darf er nicht so auf den Boden. Da hat er einen Fehler gemacht, daraus wird er lernen", sagte Löw: "Aber meine Meinung über ihn ist sehr, sehr gut."
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Löw: "Boateng zählt ab jetzt zum Kader"
In "vielen Situationen" habe Boateng "ruhig und gut" agiert. Ausgerechnet am Mittwoch in seinem Hamburger Heimspiel gegen Finnland wird der ehemalige Berliner gesperrt fehlen, aber die Zukunft gehört dem 1,90 Meter großen Abwehrtalent. Löw: "Er zählt ab jetzt zum Kader dazu." Auch die Teamkollegen spendeten ihm in der Kabine Trost. "Es ist bitter für ihn, im ersten Länderspiel vom Platz zu fliegen", sagte Kapitän Michael Ballack, aber böse war Boateng keiner.
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Ballack: "Er hat das Richtige gemacht"
Im Gegenteil: "Er musste dort foulen und die Rote Karte in Kauf nehmen. Er hat in der Szene das Richtige gemacht", erklärte Ballack. So sah es auch Boateng selbst: "Bei der Situation muss ich hingehen. Sonst ist der Spieler durch und macht vielleicht das 1:1", schilderte der Deutsche mit afrikanischen Wurzeln die Notbremse gegen Bystrow kurz vor dem Strafraum. "Das ist unglücklich, aber nächstes Mal läuft es besser", versprach Boateng. Sein Länderspiel-Debüt werde er trotz Roter Karte in freudiger Erinnerung behalten: "Na klar, wir haben ja gewonnen."
dpa
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