02.05.2009, 10:45 Uhr
Jubel nach dem Fußball-Fest: Die Rostocker beim 5:1 über den FCK (Foto: imago)Tanz in den Mai in Rostock: Vor ausverkauftem Haus und stimmungsvoller Kulisse hat sich der FC Hansa nach einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen endgültig mit seinen Fans versöhnt. Der 5:1 (2:0)-Sieg über den als Aufstiegsanwärter angereisten 1. FC Kaiserslautern sorgte allenthalben für strahlende Gesichter und Aufbruchsstimmung. Mario Fillinger (7. und 21.), Enrico Kern (56. und 77.) sowie Fin Bartels (67.) schossen die Pfälzer aus dem Stadion, dem FCK blieb lediglich der Ehrentreffer durch Martin Amedick (48.). Hansa setzte unter Trainer Andreas Zachhuber damit eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage fort, durch den gleichzeitigen Sieg des VfL Osnabrück beim SV Wehen Wiesbaden aber beträgt der Vorsprung der Hanseaten auf den Relegationsplatz der 2. Liga weiterhin nur zwei Punkte.
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Die Schmach in der Vorrunde
Kein Wunder, dass Zachhuber nach dem Spiel nicht in die Lobeshymnen mit einstimmen wollte, sondern die Konzentration auf den nächsten Gegner lenkte. "Wir werden uns intensiv auf das Auswärtsspiel in München vorbereiten. Dort würden wir gerne einen weiteren Sieg einfahren, denn wir haben weiterhin erst 34 Punkte. Und mit 34 Punkten steigt man ab.“ Eine gewisse Genugtuung aber konnte der Coach, der Hansa nach den Misserfolgen von Frank Pagelsdorf und Dieter Eilts übernommen hatte, trotzdem nicht verbergen. Schließlich hatte sein Team in den 90 Minuten gegen den FCK nicht nur den Fans eine Fußball-Gala vom Feinsten geboten. Nach der 0:6-Pleite in Kaiserslautern in der Vorrunde war das 5:1 vom Freitag aus Sicht der Ostseestädter auch eine gelungene Revanche und Balsam auf die im Saisonverlauf zugezogenen Wunden.
SpielberichtHansa entzaubert den FCK
Der Live-Ticker zum NachlesenRostock - Kaiserslautern
Einwürfe wie Flanken
Das Drehbuch der Partie hatte im ersten Durchgang zwei Highlights vorgesehen, die sich zum Verwechseln ähnlich sahen und FCK-Trainer Milan Sasic die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben dürften. Bei beiden Gegentoren ließ sich die Abwehr der Gäste durch einen Einwurf von Kevin Schöneberg düpieren, zweimal kam Mittelfeldmann Mario Fillinger anschließend zum Kopfball und netzte ein. Die Unsicherheiten auf der linken Abwehrseite der Pfälzer wurden von Kevin Schindler immer wieder ausgenutzt, wobei besonders Verteidiger Amedick einige Male unglücklich agierte. Ausgerechnet Amedick blieb es dann vorbehalten, die vermeintliche Aufholjagd der Lauterer zu initiieren. Nach seinem Anschlusstor kurz nach dem Seitenwechsel erwartete man einen Sturmlauf des Aufstiegsanwärters, doch dieser wurde von den Hausherren im Keim erstickt. Enrico Kern traf zum 3:1 und der der anschließende Offensivwirbel spielte sich weiter vor dem Tor der Gäste ab. Mit dem 1:5 war der FCK, bei dem auch Keeper Tobias Sippel Unsicherheiten zeigte, am Ende noch gut bedient.
Ehrliche Analyse
Coach Milan Sasic mochte dies in seiner Spiel-Analyse auch gar nicht beschönigen: "Das war ein verdienter Sieg für Hansa, auch in dieser Höhe. In allen Fußball-Elementen war Hansa besser." Den Aufstieg hat Sasic trotzdem noch nicht abgehakt, mit 49 Punkten und bei noch vier ausstehenden Partien ist für den Traditionsverein aus der Pfalz noch alles drin. Und auch Hansa hat das im Saisonverlauf nach unten korrigierte Ziel noch nicht erreicht, zumindest die Versöhnung mit den Fans und die Rückkehr zu attraktivem Angriffsfußball ist den Rostockern am Freitag aber gelungen.
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