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Fußballfest beim LOTTO-Nordcup

16.01.2012, 16:43 Uhr | shfv-kiel.de

Nationalspielerin Dzsenifer Marozsàn spielte ein starkes Turnier mit dem 1.FFC Frankfurt (Foto: shfv)

Nationalspielerin Dzsenifer Marozsàn spielte ein starkes Turnier mit dem 1.FFC Frankfurt (Foto: shfv)

Ein Fußballfest der Extraklasse erlebten 4.700 Zuschauer beim 5. LOTTO-Nordcup am 15. Januar. Die Elite des deutschen Frauenfußballs war samt Nationalspielerinnen in die Kieler Sparkassen-Arena gekommen, um sich dem schleswig-holsteinischen Fußballfans zu präsentieren.

Und das Publikum in Kiel zeigte sich begeistert von den Top-Stars um Lira Bajramaj, Melanie Behringer, Alexandra Popp oder Martina Müller, die allesamt mit ihren Teams angetreten waren, um den LOTTO-Nordcup zu holen. Jubeln durfte am Ende das Team vom FCR Duisburg, das sich im Endspiel nach Neunmeterschießen gegen den 1.FFC Frankfurt durchsetzen konnte.

Starke Neulinge, schwächelnde Titelverteidiger

In der Vorrunde zeigten zunächst die Nordcup-Neulinge vom 1.FFC Frankfurt, dass sie nach Kiel gekommen waren, um weitere Fans im Land zwischen den Meeren dazuzugewinnen. Nicht umsonst war der Bundesliga-Dritte mit den Nationalspielerinnen Lira Bajramaj, Melanie Behringer, Dzsenifer Morzsan und Svenja Huth angereist. Die Gruppenspiele schlossen die Mainstädter mit zwölf Punkten aus fünf Begegnungen ab und kassierten dabei lediglich eine knappe Niederlage gegen Vorjahressieger Turbine Potsdam (1:2). Die "Torbienen" untermauerten ihren Anspruch auf den dritten Titel in Folge allerdings nur zu Beginn des Turniers. Nach den Siegen gegen den FFC Oldesloe (4:0) und Frankfurt setzte es u.a. zwei Niederlagen gegen Duisburg (1:3) und Wolfsburg (0:3), sodass man mit neun Punkten auf Platz 4 landete.

Lokalmatador glücklos

Die "Wölfinnen" erreichten ebenso wie die stark aufspielenden Duisburgerinnen neun Punkte und qualifizierten sich mit einem zweiten Platz für das Semifinale. Nicht mehr als einen Achtungserfolg konnte der FFC Oldesloe als schleswig-holsteinischer Lokalmatador gegen die übermächtige Konkurrenz landen. Den Stormarnerinnen gelang ein Sieg gegen den HSV (3:2), insgesamt landete man aber aufgrund der schlechteren Tordifferenz knapp hinter den ebenfalls glücklosen Hansestädterinnen auf dem letzten Platz.

Aus des Titelverteidigers

In den Halbfinalspielen erlebten die begeisterten Zuschauer in der Sparkassen-Arena gleich das Aus des Titelverteidigers. Turbine Potsdam führte den Leistungsabfall aus der Vorrunde fort und kassierte gegen stark aufspielende Frankfurterinnen eine klare 0:4-Niederlage. "Wir sind gut in das Turnier gestartet, waren dann aber besonders von hinten raus nicht konsequent. Das ist normalerweise unsere große Stärke - wir sind zurecht ausgeschieden", konstatierte Potsdams Co-Trainer Dirk Heinrichs auf der Pressekonferenz. Im zweiten Halbfinale ging es weitaus spannender zu. Der VfL Wolfsburg agierte trotz zahlreicher kurzfristiger Ausfälle, u.a. musste Trainer Ralf Kellermann auf die erkrankten Nationalspielerinnen Lena Goeßling und Verena Faißt verzichten, im gesamten Turnierverlauf abgeklärt im defensiven Kollektiv und konnte diesen Eindruck auch gegen den FCR bestätigen. Trotz eines 0:2-Rückstandes spielten die Wolfsburgerinnen weiter stark auf und hätten nach dem Anschlusstreffer um ein Haar noch das Neunmeterschießen erreicht. Letztendlich musste man sich dem Vorjahresfinalisten aber wie im Gruppenspiel mit 1:2 geschlagen geben. "Ich bin hochzufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft - wir haben die Ausfälle gut kompensiert. Der 3. Platz ist ein gutes Ergebnis für uns, auch wenn die Niederlage unglücklich war", bilanzierte VfL-Coach Kellermann.

Highlight des Tages

Im Endspiel trafen die beiden besten Mannschaften des Turniers aufeinander - den schon zu diesem Zeitpunkt verwöhnten Zuschauern sollte das Highlight des Tages noch bevorstehen. Der FCR Duisburg nahm zunächst das Heft in die Hand: Nach einem fantastischen Doppelpass mit der erst 17-jährigen Jackie Groenen verwandelte Gülhiye Cengiz zum 1:0. Frankfurt drehte postwendend auf und damit auch die Partie durch die Nationalspielerinnen Melanie Behringer und die starke Dzsenifer Marozsan (2:1, 12. Minute). Fast im Gegenzug trat das Nordcup-Traumpaar des Tages wieder in Erscheinung, diesmal legte Gülhiye Cengiz für Jackie Groenen auf, die zum 2:2 einnetzte und ihrem Team das Neunmeterschießen rettete. Hier avancierte U 20-Nationaltorhüterin Anke Preuß zur Matchwinnerin: Sie parierte zunächst zwei Neunmeter, ehe sie den letzten Schuss höchst persönlich zum entscheidenden 6:4 verwandelte. Der Jubel beim Team von Trainer Marcel Ketelaer kannte keine Grenzen, schließlich hatte man sich gegen die Top-Konkurrenten der Bundesliga durchgesetzt und nebenbei auch noch 3.000 Siegprämie eingespielt.

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