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Grammozis: "Deutsche Mentalität hat mir gefehlt"

08.11.2012, 16:49 Uhr | FUSSBALL.DE

Dimitrios Grammozis geht voran.  (Quelle: imago)

Dimitrios Grammozis geht voran. (Quelle: imago)

Ex-Profis sind in U23-Mannschaften von Erst- und Zweitligisten längst keine Seltenheit mehr. Bei fast allen Zweitvertretungen in den fünf Regionalligen findet sich mindestens ein Routinier, der mit seiner Erfahrung sozusagen als "verlängerter Arm" seines Trainers fungiert. Beim VfL Bochum II füllt diese Rolle seit Saisonbeginn mit Dimitrios Grammozis, vom griechischen Erstligisten AO Kerkyra ins Ruhrgebiet gewechselt, ein besonders prominentes Gesicht aus.

Über 200 Erst- und Zweitligaspiele für den KFC Uerdingen 05, den Hamburger SV, den 1. FC Kaiserslautern, den 1. FC Köln und Rot-Weiss Essen stehen in der Vita des gebürtigen Wuppertalers mit griechischen Wurzeln. Über positive und negative Erfahrungen im Ausland sowie seine neue Rolle beim VfL spricht der für seine robuste Spielweise bekannte 34-Jährige im Interview.

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Herr Grammozis, Sie sind seit knapp fünf Monaten zurück in Deutschland. Hat sich die Rückkehr in die Heimat nach einigen Jahren in Griechenland und Zypern schon ausgezahlt?

Dimitrios Grammozis: Auf jeden Fall. Im Ruhrgebiet bin ich geboren und aufgewachsen. Daher habe ich mich gleich wieder pudelwohl gefühlt und schnell wieder in den gewohnten Rhythmus gefunden. Die deutsche Mentalität hat mir sehr gefehlt. Hier geht alles viel geordneter zu, auch neben dem Platz.

Was haben Sie von Ihren Stationen bei Diethnis Enosis Ergotelis, Omonia Nikosia und AO Kerkyra mitgenommen?

Ich kannte den griechischen und zyprischen Fußball zuvor nur aus dem Fernsehen und den Zeitungen. Dort hatte ich mit einer ganz anderen Sorte von Menschen zu tun. Einige Fans sind sehr fanatisch, aber dort bedeutet Fußball nicht unbedingt für jeden Lebensinhalt. Daher haben mich die Erfahrungen vor allem als Mensch geprägt. Der Gewinn der Meisterschaft mit Omonia Nikosia 2010 war eher Bonus.

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Gab es in dieser Zeit auch negative Erfahrungen?

Ja. Auf dem Platz will ich immer das Maximale erreichen und fordere das auch von meinen Mitspielern. Mit dieser Mentalität kam ich nicht überall gut an. Weil beispielsweise einer meiner Mitspieler bei einer Auswechslung zu langsam vom Feld gegangen war, habe ich ihm laut meine Meinung gesagt und prompt enorme Probleme mit meinem damaligen Trainer Nikos Karageorgiou bekommen. Nur kurze Zeit später bin ich deshalb zu Omonia Nikosia nach Zypern gewechselt. Da wir nicht auf Anhieb Meister geworden sind, wurde der Mannschaftsbus von unseren eigenen Fans mit Steinen beworfen.

Kommen wir auf Ihren aktuellen Verein zu sprechen: Bei Bochum II sind Sie fester Bestandteil einer jungen U 23-Mannschaft. Wie sehen Sie Ihre Rolle, und was ist in dieser Saison möglich?

Ganz klar: Ich sehe es als Herausforderung, den Talenten zu helfen und eine Vorbildfunktion einzunehmen. Ich versuche, den Jungs jeden Tag den Beruf Profifußballer vorzuleben - und das nicht nur mit dem Mund, sondern auf und neben dem Platz. Grundsätzlich bin ich ein Typ, der immer nach oben schaut. Für uns geht es in dieser Saison darum, neben der Ausbildung auch endlich einmal wieder sportlichen Erfolg mit der U 23 zu haben. Daher halte ich einen guten einstelligen Tabellenplatz für möglich.

Trotz zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle ist der VfL gut gestartet. Ihr Trainer Iraklis Metaxas macht das vor allem an Ihnen fest.

Durch die großen Personalprobleme wurde unser Kader mit Spielern von den A-Junioren verstärkt. Ich wollte die Spannung und Intensität hochhalten, indem ich auf alle Jungs zugegangen bin und an sie appelliert habe, alles aus sich herauszuholen. Wir verfügen über eine charakterlich einwandfreie Mannschaft, die vieles annimmt. Auch die Jungprofis, die bei uns Spielpraxis sammeln, sind immer voll bei der Sache.

Sie begründeten Ihre Rückkehr nach Deutschland auch mit einer geplanten Fortbildung im Trainerbereich. Wie läuft die Ausbildung?

Ich absolviere aktuell den Lehrgang zur B-Lizenz. Ende November stehen die Prüfungen an. Mein Ziel ist es, mich nach und nach auf den Trainerbereich vorzubereiten und die A-Lizenz zu erwerben.

Das Auswärtsspiel bei Ihrem Ex-Verein Rot-Weiss Essen am 18. November wirft bereits seine Schatten voraus und gilt für viele als Saisonhöhepunkt. Für Sie ist das Spiel sicher auch etwas ganz Besonderes, oder?

Auf jeden Fall. Es ist sehr schade, dass ich nur kurze Zeit für diesen Traditionsverein spielen durfte. In den wenigen Monaten an der Hafenstraße hatte ich sehr viel Spaß. Ich bereue es im Nachhinein, dass ich nicht mehr tun konnte, um den Abstieg aus der 2. Bundesliga zu verhindern. Auch wegen der schweren Verletzung, die ich während meiner Zeit bei RWE erlitten hatte, wollte ich es danach noch einmal im Ausland probieren. Nun lebe ich wieder in Velbert und habe mit der Rückkehr nach Deutschland alles richtig gemacht.

Quelle: FUSSBALL.DE

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