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Kult-Kicker Sarpei glänzt bei Trainerausbildung

14.03.2013, 13:38 Uhr | DFB.de

Hans Sarpei gibt beim Training mit Talenten seine Erfahrungen weiter. (Quelle: Fußballverband Mittelrhein)

Leise rieselt der Schnee. Aber Hans Sarpei stört das nicht. Der frühere Bundesligaprofi bereitet sich derzeit in Köln auf seinen B-Lizenz-Lehrgang vor. Dick eingepackt, mit der Mütze bis knapp über die Augen, steht der 36-Jährige am DFB-Stützpunkt in Köln-Müngersdorf in einer Gruppe zwölfjähriger Jungs und hört zu, macht Anweisungen, gibt Erfahrungen weiter. Es ist Teil der Ausbildung, er hospitiert dort.

Und die Talente, hat DFB.de beobachtet. hängen an seinen Lippen, als wäre er schon ein Großer im Trainergeschäft. Natürlich kennen sie Sarpei aus der Bundesliga. Beim FC Schalke 04 stand er unter Vertrag, auch bei Bayer 04 Leverkusen und dem VfL Wolfsburg. Er hat 36 Länderspiele für Ghana bestritten, unter anderem bei der WM 2010, im letzten Gruppenspiel beim 0:1 gegen Deutschland, stand er auf dem Platz.

Aber sie kennen ihn auch aus dem Internet. Dort ist Sarpei längst ein Phänomen. Im sozialen Netzwerk Facebook hat er über 320.000 Fans. "Es hat sich irgendwann eine Eigendynamik entwickelt", sagt Sarpei. "So richtig erklären und einen bestimmten Startpunkt definieren kann ich auch nicht."

"Sarpei macht hier einen hervorragenden Eindruck"

Er steht auf einem Kunstrasenplatz im Schatten des Kölner Stadions. Die Flutlichter durchschneiden die einbrechende Dunkelheit. Sarpei hat immer einen guten Spruch auf Lager - auch deshalb ist er so beliebt. "Legenden leben ewig, Hans Sarpei lebt länger", ist einer der Internet-Klassiker, "Hans Sarpei hält seinen eigenen Elfmeter" ein anderer. Und die Liste wird jeden Tag länger.

Jan Hoepner ist DFB-Stützpunktkoordinator für den Fußball-Verband Mittelrhein (FVM). Der diplomierte Sportwissenschaftler und A-Lizenz-Inhaber betreut Sarpei in den nächsten gut zehn Wochen. Immer Montag abends stehen Praxiseinheiten mit dem Ex-Profi und dem Nachwuchs auf dem Programm.

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"Hans Sarpei macht hier einen hervorragenden Eindruck, mit seiner offenen Art kommt er überall sehr gut an", sagt der 31-Jährige. "Ich kann mir gut vorstellen, dass er seinen Weg gehen wird. Hier kann er die ersten Schritte machen."

Talentförderung in 366 DFB-Stützpunkten

Hoepner ist inzwischen seit drei Jahren dabei. Er beobachtet jede Einheit sehr genau - es geht um die Förderung und die Entdeckung von Talenten. Die bundesweit 366 DFB-Stützpunkte sind ein wichtiger Bestandteil in der DFB-Talentförderung. Sie ergänzen die Arbeit der Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren und der Auswahlmannschaften der Landesverbände und des DFB.

Die Philosophie ist eindeutig: Die Stützpunktspieler verbleiben in ihrem Heimatverein und spielen und trainieren in einer Amateurmannschaft. Ergänzend zum Vereinstraining werden sie einmal pro Woche beim Stützpunkttraining mit den besten Talenten aus ihrem Jahrgang auf hohem Niveau gefördert.

"In vielen Vereinen wird zweimal die Woche trainiert", sagt Hoepner. "Wir bieten hier sozusagen eine dritte Einheit an." An diesem Stützpunkt kommen die jungen Spieler aus Amateurklubs in und um Köln zusammen. Im gesamten Verbreitungsgebiet des FVM gibt es weitere Stützpunkte, neun insgesamt. Von Hennef bis Aachen, von Euskirchen bis Gummersbach. Erst kommen die Unter-Zwölfjährigen. Danach eine Gruppe mit maximal 15-Jährigen. Drei Stunden Training, drei Stunden Lernen für Hans Sarpei.

Karriereende nach schwerem Knorpelschaden

Sarpei genießt das. Schon als kleines Kind kickte er beinahe jeden Tag. Im Verein, auf der Straße, auf dem Bolzplatz. Im vergangenen Sommer musste er seine Karriere wegen eines schweren Knorpelschadens beenden. Zunächst wollter er etwas Abstand gewinnen. Aber schon bald kam das Kribbeln wieder: "Einmal Fußball, immer Fußball".

Vor zwei Jahren noch stand er im Viertelfinale der Weltmeisterschaft, jetzt steht er im Schneeregen und will Nachwuchshoffnungen etwas von dem wiedergeben, was man ihm selbst gegeben hat: "Ich hatte das große Glück, dass ich auf fast all meinen Stationen auf die richtigen Leute getroffen bin. Das hat mein Leben geprägt. Nun möchte ich den jungen Spielern helfen und sie auf ihren ersten Schritten begleiten."

"Nicht schlecht für einen Amateur"

Er kann viel erzählen. Denn er ist fast nie den gewöhnlichen Weg gegangen. Sarpei kam mit drei Jahren aus Ghana nach Deutschland. Er wuchs in Chorweiler auf, machte sein Abitur und schaffte deshalb erst mit Mitte 20 bei Fortuna Köln den Sprung in den Profifußball. Sarpei war ein Spätstarter.

Aber dann holte er in rasendem Tempo auf. Es ging weiter zum MSV Duisburg und von dort für sechs Jahre zum VfL Wolfsburg. Es folgten drei Spielzeiten bei Bayer 04 Leverkusen, bevor ihn Felix Magath zu Schalke 04 holte - eine ereignisreiche Zeit, eine abwechslungsreiche Zeit, eine unvergessliche Zeit. Sarpei war Stammspieler, Sarpei war aussortiert, musste sich bei der zweiten Mannschaft fithalten.

Aber Sarpei ist ein Kämpfer, er kam mit einem sensationellen 5:2 bei Inter Mailand in der Champions League zurück. "Nicht schlecht für einen Amateur", schrieb er nachher bei Twitter. "Vielleicht war das der Anfang dieser ganzen Internet-Geschichte um mich", sagt er.

Erfahrungen an Jugendliche weitergeben: Hans Sarpei (l.) beim Training mit Talenten

Bei der WM 2010 mit Ghana gegen Deutschland

Bei der WM 2010 durfte er in Johannesburg in der Gruppenphase mit Ghana gegen die DFB-Auswahl antreten. "Ein unvergleichliches Gefühl für mich", sagt Sarpei rückblickend. "Als die Nationalhymne lief, hatte ich eine Gänsehaut. Das war bewegend. Das ganze Turnier war spektakulär für uns alle. Ich werde nie vergessen, wie die Fans uns gefeiert haben. Das war Wahnsinn."

Diese Erfahrungen will er nun weitergeben. Zunächst an Jugendliche, später auch an Erwachsene. Zunächst im Amateurbereich, später womöglich auch in der Bundesliga. Dafür arbeitet er jetzt hart. Aber Schritt für Schritt.

Quelle: DFB.de

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 (Quelle: abc)