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Hooligans bedrohen eigenen Profi

31.10.2011, 09:44 Uhr

Daniel Bauer hat eine schlimme Woche hinter sich.  (Quelle: imago)

Daniel Bauer hat eine schlimme Woche hinter sich. (Quelle: imago)

Die Gewalt im Fußball erreicht eine neue Qualität: Nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" ist Regionalligaspieler Daniel Bauer vom 1. FC Magdeburg vor dem Derby gegen den Halleschen FC von Hooligans des eigenen Vereins überfallen worden. Nach dem Bericht sollen in der Nacht von Freitag auf Samstag mehrere vermummte Personen in die Wohnung des Spielers eingedrungen sein und ihn und seine Freundin bedroht haben. "Das ist nur die Vorwarnung. Wenn sich gegen Halle nichts tut, kommen wir wieder", sollen die Täter gedroht haben.

Bauer verließ nach dem Überfall die Stadt und hält sich an einem unbekannten Ort auf. Der Verein hatte zunächst nur via Vereinshomepage bekannt gegeben, dass "der Mittelfeldspieler gegenüber Trainer Ronny Thielemann aus familiären Gründen den Wunsch geäußert hat, in seine Heimat reisen zu dürfen. Der Verein entsprach dem Anliegen von Daniel Bauer und stellte ihn vom Trainings- und Spielbetrieb frei."

Forderung nach "extremen Strafen"

Zuvor war der 29-Jährige bereits als Spielführer abgesetzt worden - auf Druck der Fans, die Bauer zum Sündenbock für die sportliche Talfahrt (Platz 16) auserkoren hatten. "Ich hatte noch keinen Kontakt zu ihm. Diese Sache hat uns alle überrascht", sagte Magdeburgs sportlicher Leiter Detlef Ullrich. Dagegen forderte Werner Georg, Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt, harte Strafen: "Was in diesem konkreten Fall passiert ist, ist höchst kriminell." Wenn die Täter ausfindig gemacht werden sollten, dann müsse auch einmal "mit extremen Strafen eine Grenze gezogen werden".

Spiel gegen Halle endet mit Krawallen

Auch das prestigeträchtige Spiel des FCM gegen Halle (0:0) selbst blieb nicht gewaltfrei. Nach dem Abpfiff wurden Polizisten von Magdeburg-Fans mit Sitzschalen und Absperrgittern sowie von HFC-Anhängern mit Pyrotechnik beworfen worden, teilte die Polizei mit. Rund hundert Magdeburger hätten zuvor versucht, in den gegnerischen Fanblock zu gelangen. Die Beamten hätten Tränengas eingesetzt und so die Situation beruhigt, hieß es. Bereits vor dem Spiel war den Angaben zufolge gegen 19 Fans ein Stadionverbot ausgesprochen worden.

Quelle: sid , dapd

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