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WM 2010

Italien am Tiefpunkt

22.06.2009, 11:29 Uhr

Italien nach Confed-Cup-Aus am TiefpunktOhne Rezept: Italiens Coach Marcello Lippi stand beim 0:3 gegen Brasilien hilflos an der Seite. (Foto: imago)Die Vorstellung der Italiener beim Confederations Cup glich einem Trauerspiel. Einzig in der ersten Partie gegen die USA sprang ein Sieg heraus (3:1). Gegen die Ägypter setzte es dann ein peinliches 0:1. Es folgte die Demontage gegen Brasilien. Mit dem 0:3 war der Weltmeister sogar noch gut bedient. Sang- und klanglos schieden die Italiener so aus dem WM-Vorbereitungsturnier aus. Jetzt folgt die Abrechnung: Die italienischen Presse reagiert mit Hohn und Spott auf das müde Abschneiden der "Squadra Azzurra".

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"Wir waren Mumien, und wir bleiben Mumien"
"Alt und geschlagen: Die Helden sind k.o. - das traurige Ende des Märchens von Berlin. Ein Jahr vor der WM muss die Nationalelf erneuert werden", so die Tageszeitung La Repubblica. "Italienische Finsternis. Wir waren Mumien, und wir bleiben Mumien", heißt es in der Gazzetta dello Sport, deren Zielscheibe auch der glücklose Luca Toni ist: "Toni ist nur noch ein Gespenst des einstigen Mittelstürmers." Selbst Nationalkeeper Gianluigi Buffon stimmt in diesen Kanon ein und zeichnet ein düsteres Bild: "Wir sind im Moment nicht konkurrenzfähig, so wie unsere Liga."

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Verjüngung ist ausgeblieben
Nationalcoach Marcello Lippi musste sich den Fragen der Journalisten nach neuen, jungen Spielern stellen, und entgegnete genervt: "Junge Spieler, junge Spieler, ich weiß nicht, wovon Sie reden. Giuseppe Rossi war bei allen drei Spielen dabei. Ich kann doch nicht alle ins kalte Wasser werfen." In der Tat muss sich Lippi aber den Vorwurf gefallen lassen, die Mannschaft nicht verjüngt zu haben. Zwölf Spieler aus der Mannschaft, die 2006 die Weltmeisterschaft gewann, standen jetzt noch im Kader, im letzten Spiel gegen Brasilien waren sogar acht dieser Akteure in der Anfangself. Die Italiener hatten mit im Schnitt knapp 29 Jahren das älteste Team des Turniers.

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Zenit überschritten
Dabei stehen Lippi viele Talente zur Verfügung, bei der U21-EM überzeugen vor allem der 18-jährige Mario Balotelli (Inter Mailand), der 21-jährige Robert Aquafresca (Cagliari Calcio) und der 22-jährige Sebastian Giovinco (Juventus Turin). Bezeichnend: Mannschaftskapitän Fabio Cannavaro ist auf Vereinsebene längst keine Führungskraft mehr. Zur neuen Saison wechselt der 35-Jährige von Real Madrid zurück zu Juventus Turin. Eigentlich wollte der Abwehrspieler seine Karriere bei seinem Stammverein SSC Neapel beenden - die wollten ihn aber nicht mehr haben. Die Neapolitaner wussten wohl, warum: Gegen die schnellen Brasilianer wie Luis Fabiano, Robinho oder Ramires kam Cannavaro ein ums andere Mal zu spät, war weit entfernt von seiner Bestform 2006.

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Stars ohne Power
Auch andere Stars haben ihren Zenit anscheinend überschritten: Gianluca Zambrotta, über Jahre vielleicht der weltbeste Außenverteidiger auf der linken Seite, entwickelte bei weitem nicht solchen Offensivdrang wie zu Glanzzeiten bei "Juve" oder Barcelona. Mittelfeldspieler Mauro Camoranesi, immer wieder auch mal beim FC Bayern im Gespräch und durch seine Aggressivität und Zweikampfstärke stets ein Schlüsselspieler der "Squadra Azzurra", war mehr Mitläufer als Führungspersönlichkeit. Kein einziger Freistoß von Mittelfeldregisseur Andrea Pirlo kam gefährlich in Tornähe.

"Die Zukunft wird anders sein"
Vielleicht hätten es einige Spieler Kollegen wie Alessandro Nesta oder Francesco Totti gleichtun sollen: Nesta und Totti traten beide nach der WM 2006 aus dem Nationalteam zurück. Trainer Lippi ist trotzdem optimistisch für die Zukunft: "Wir sind raus und das tut uns sehr leid, aber wir gehen unseren Weg weiter. Die Zukunft wird anders sein", so der 61-Jährige. Konzepte nannte er nicht.

FUSSBALL.DE / David Digili

 

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