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WM 2010

Nur noch vierzig Jahre bis zum Titel

03.12.2009, 17:11 Uhr

Starker Mittelfeldmotor: Japans Nakamura. (Foto: imago) Starker Mittelfeldmotor: Japans Nakamura. (Foto: imago)Zum vierten Mal in Folge hat sich Japan für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist es der Blauen Armee damit endgültig gelungen, sich im Weltfußball zu etablieren. Während der Verband schon große Ziele hat und offiziell vom Sprung unter die Top Ten bis 2015 und vom WM-Titel bis spätestens 2050 träumt, backt das Team derweil noch kleinere Brötchen.

Denn im internationalen Vergleich hat Japan in den vergangenen drei Jahren wieder leicht an spielerischer und individueller Klasse verloren.

Qualifikation

In der ersten Runde hatte Nippon kaum Mühe. In einer Gruppe mit Bahrain, Oman und Thailand setzte sich das Team mit nur einer Niederlage souverän durch. In der zweiten Phase bekamen die Japaner aber von den „Neu-Asiaten“ Australien die Grenzen aufgezeigt. Zwar reichte der zweite Platz hinter den Aussies zur direkten Qualifikation, doch bedeuteten das 0:0 im Heimspiel gegen den späteren Gruppensieger und die 1:2-Niederlage auf dem fünften Kontinent einen Rückschlag für das in die Jahre gekommene Team um Celtic-Glasgow-Spielmacher Shunsuke Nakamura. Die Japaner haben eine spiel- und laufstarke Mannschaft, doch im Angriff lassen sie höflich Chancen aus.

Der Trainer

Führte Japan zur WM 2010: Trainer Okada. (Foto: imago) Führte Japan zur WM 2010: Trainer Okada. (Foto: imago)Für Takeshi Okada ist es die zweite Amtszeit als Nationaltrainer seines Landes. Schon 1997 bis 1998 betreute er die Auswahl und führte das Team erstmals überhaupt zu einer WM. Das Turnier in Frankreich verlief allerdings wenig erfolgreich. Es setzte drei Niederlagen in der Gruppenphase. Danach wurde Okada Klubtrainer in der heimischen J-League, zunächst bei Consadole Sapporo und später bei den Yokohama F Marinos, mit denen er 2003 und 2004 Meister wurde. 2007 kehrte Okada zum Nationalteam zurück, als dringend ein Ersatz für Ivica Osim gesucht wurde, der nach einem Schlaganfall zurücktrat.

Der Star

Frühere Europa-Legionäre wie Hidetoshi Nakata, Junichi Inamoto, Naohiro Takahara oder der inzwischen in Bochum gelandete Shinji Ono haben sich entweder vom Leistungssport zurückgezogen oder spielen sportlich nur noch die zweite Geige. Japans Team befindet sich mitten im Umbruch, von den ehemaligen Helden ist nur noch Shunsuke Nakamura übrig geblieben. Der Spielmacher hatte beim Gewinn der Asienmeisterschaft 2004 und ein Jahr später beim Confederations Cup erste große Auftritte: mit gewagten Dribblings, tollen Pässen und klasse Freistößen. Fast wäre der feine Techniker in der Bundesliga gelandet, doch statt Dortmund oder Gladbach sicherte sich Celtic Glasgow 2005 die Dienste des Japaners. Für Schottlands Traditionsklub absolvierte er fortan 128 Ligapartien, schoss 29 Tore und hatte großen Anteil an drei Meisterschaften. 2007 wurde der Spielmacher, der auch auf den Außen glänzen kann, Schottlands Fußballer des Jahres. Vor dieser Saison wechselte der 31-Jährige zu Espanyol Barcelona in die spanische Primera Division.

Die Aussichten

Im erweiterten Kader der Japaner sind nur noch wenige Europa-Legionäre übriggeblieben. Das spricht erst einmal gegen das Team, denn die J-League hat taktisch und organisatorisch immer noch nicht zu den großen Ligen Europas aufgeschlossen. Technisch und athletisch dagegen haben die Japaner längst den Anschluss hergestellt. Gerade in der Abwehr und im defensiven Mittelfeld ist zudem einige Erfahrung vorhanden. Von Kapitän Yuji Nakazawa über Yashohito Endo bis zu Makoto Hasebe, der beim deutschen Meister VfL Wolfsburg überdurchschnittlich gute Spiele abgeliefert hat. Das Manko liegt nach wie vor im Sturm. Selbst wenn es gelingt, Chancen zu erarbeiten, werden diese oft leichtfertig vergeben. Nur mit viel Glück dürfte das Okada-Team die Vorrunde überstehen.

Japan im Überblick:

Spitzname

Die blaue Armee

Trainer

Takeshi Okada

Kapitän

Yuji Nakazawa

Größter Erfolg

Asien-Meister 1992, 2000, 2004

FIFA-Weltranglistenplatz

43

Bisherige WM-Teilnahmen

3

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland


Quelle: t-online.de

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