31.10.2011, 15:13 Uhr
Der Karlsruher SC und Trainer Rainer Scharinger gehen getrennte Wege.
Der Karlsruher SC hat sich von Coach Rainer Scharinger getrennt. Dies gab der abstiegsbedrohte Zweitligist auf einer Pressekonferenz bekannt. "Diese Trennung ist einvernehmlich getroffen worden", sagte Sportdirektor Oliver Kreuzer. Scharinger hatte das Traineramt beim KSC erst im März von Uwe Rapolder übernommen und konnte mit dem Team den Abstieg in der vergangenen Saison verhindern.
Interimstrainer wird der bisherige Amateurtrainer Markus Kauczinski. Als Nachfolger sind Peter Neururer und der erst in der vergangenen Woche beim MSV Duisburg entlassene Milan Sasic im Gespräch. Als Favorit gilt allerdings "Feuerwehrmann" Neururer.
Direkt nach der 1:5 Niederlage gegen Dynamo Dresden standen die Zeichen bereits auf Trennung. "Am Sonntag wird Tacheles geredet", sagte Präsident Ingo Wellenreuther nach dem Spiel. Jetzt gab Wellenreuther die "Vertragsaufhebung in beiderseitigem Einvernehmen" bekannt.
"Das tut weh, es war eine sehr schwierige Entscheidung. Deshalb haben wir auch erst einmal eine Nacht darüber geschlafen", sagte Wellenreuther, der sich aber nach nur neun Punkten aus bislang 13 Spielen und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz zum Handeln gezwungen sah: "So konnte es nicht weitergehen. Wir fragen uns immer noch, wo dieser Leistungseinbruch herkam. Jetzt brauchen wir einen Trainer, der die richtige Ansprache an die Mannschaft findet."
Interimstrainer Kauczinski wurde bereits zum dritten Mal in den vergangenen Jahren verpflichtet. Kauczinski hat aber keine Fußballlehrerlizenz und kann damit nach den Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Badener maximal 15 Werktage betreuen. Allerdings soll mit dem neuen Coach bereits ab Dienstag verhandelt werden, eine schnelle Lösung ist möglich.
Da Neururer und Sasic derzeit vereinslos sind, wird es bereits in den kommenden Tagen zu konkreten Verhandlungen kommen. Die Entlassung von Scharinger wirft allerdings einmal mehr auch ein äußerst schlechtes Licht auf die Vereinsführung um Präsident Wellenreuther.
Denn der KSC hat innerhalb exakt eines Jahres drei Trainer verschlissen. Am 31. Oktober 2010 hatte sich der Ex-Bundesligist von Markus Schupp getrennt, am 2. März 2011 musste dann dessen Nachfolger Uwe Rapolder gehen. Nach acht Monaten endete nun auch die Ära Scharinger.
Besonders schmerzhaft war die Trennung für Sportdirektor Oliver Kreuzer, der mit Scharinger privat befreundet ist. "Mir fällt die Trennung sehr schwer, da unser Verhältnis weit über den Fußball hinausgeht. Aber das Resultat in Dresden und die schwachen Auftritte der letzten Wochen haben uns zu dieser Maßnahme gezwungen. Dieser Schritt war einfach notwendig", sagte Kreuzer.
Der frühere Profi schloss derweil aus, dass ein junger Trainer nach Karlsruhe kommt: "Erfahrung ist in dieser Situation sehr wichtig, die Verpflichtung eines jungen Trainers wäre der falsche Weg." Nach einem guten Saisonstart mit sechs Zählern aus den ersten drei Partien schien der im vergangenen Jahr fast abgestiegen KSC auf dem Weg in eine bessere Zukunft. Doch es folgten unter Scharinger zehn Liga-Auftritte ohne Sieg in Folge. Zudem kassierte der KSC in 13 Spielen 29 Gegentore.
Bereits am Sonntag hatte Wellenreuther seinen Sportdirektor Kreuzer sowie Scharinger zum Rapport bestellt - am Montag folgte dann die erwartete Entlassung. Nun fehlt den Spielern das Alibi, Kreuzer nahm die Profis daraufhin in die Pflicht. "Die Toleranz den Spielern gegenüber ist vorbei. So eine Leistung wie in Dresden will ich nie wieder sehen. Wir befinden uns im Kampf gegen den Abstieg. Und die Spieler müssen verstehen, dass sie bei einem Abstieg alle arbeitslos sind", sagte Kreuzer.
Quelle: sid , dpa
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