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Trapp auf Höhenflug: "Der Tapetenwechsel hat mir gut getan"

28.09.2012, 12:23 Uhr | FUSSBALL.DE

Kevin Trapp hat mit Eintracht Frankfurt noch keine Bundesliga-Niederlage kassiert.  (Quelle: imago)

Kevin Trapp hat mit Eintracht Frankfurt noch keine Bundesliga-Niederlage kassiert. (Quelle: imago)

Das Interview führte Jochen Breideband

Verletzt. Stammplatz weg. Abstieg aus der Bundesliga. Es war lange Zeit nicht das Jahr des Kevin Trapp. Mit dem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zu Eintracht Frankfurt stellte der talentierte Torhüter im Sommer alles auf Neustart. Doch der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten: Rote Karte im ersten Pflichtspiel, das Pokal-Aus bei Erzgebirge Aue. Nun, rund einen Monat später, findet sich Trapp auf der Sonnenseite des Fußballerlebens wieder.

Der 22-Jährige, der zum Kader der deutschen U 21 gehört, ist einer der Gesichter des aktuellen Frankfurter Höhenflugs. Jung, stark, bodenständig, erfolgreich. Nicht nur der flotte Offensivstil der Mannschaft hat der Eintracht 13 Punkte eingebracht, es waren auch die Paraden von Kevin Trapp.

Im Interview spricht Kevin Trapp über Frankfurter Geheimnisse, extreme Monate, Deutschlands neue Torwartgeneration und seine Freude an der U-21-Nationalmannschaft.

Sportlich rundum zufrieden, Herr Trapp?

Kevin Trapp: Wenn man nach fünf Spielen als Aufsteiger ungeschlagen ist, darf man zufrieden sein. Wir genießen den Moment.

Das hört man nicht oft von einem Torhüter, der sechs Gegentore aus den vergangenen drei Spielen kassiert hat.

Trapp (lacht): Das muss man ein bisschen trennen. Für den Torwart und die Abwehr wäre es sicherlich beruhigender, mal wieder zu Null zu spielen. Aber im Vordergrund stehen die Punkte. Dann fängt man auch nicht an, zu sehr über kleinere Fehler zu grübeln. Dass wir mit unserer frechen und offensiven Spielweise in der Defensive nicht alles verhindern können, damit muss man leben. Ich denke, wir werden damit auf Dauer mehr Spiele gewinnen als verlieren. Und das ist das Wichtigste.

Was ist zurzeit das Frankfurter Geheimnis?

Wir haben eine spielstarke Mannschaft mit richtig guten Fußballern. Gleichzeitig besteht das Team aus sehr guten Charakteren. Die neuen Spieler sind sehr gut aufgenommen worden, ich habe mich von Anfang an richtig wohl gefühlt. Ich freue mich jeden Tag aufs Training und die Mitspieler.

Angeblich werden im Erfolg die größten Fehler gemacht. Welchen Fehler darf die Eintracht auf keinen Fall machen?

Der größte Fehler wäre, zu glauben, dass jetzt alles von selbst läuft, und zu denken, es geht auch mal ein Sprint oder ein Zweikampf weniger. Beherzigen wir das, ist es schwer, gegen uns etwas zu holen. In der Mannschaft ist ein starker Wille zu spüren, das hat man gegen Leverkusen und Dortmund gesehen, als wir in Rückstand lagen.

Es ist erst vier Monate her, da sind Sie mit dem 1. FC Kaiserslautern sang- und klanglos abgestiegen…

Jetzt bin ich mit einer Weisheit dran: Fußball ist ein Tagesgeschäft. Auf diese Weise abzusteigen, nimmt einen natürlich mit. Es war nicht einfach für mich. Ich war verletzt, habe dann meinen Platz an Tobias Sippel verloren. Aber ich konnte daraus auch lernen. Dieser Druck, den man im Abstiegskampf ständig spürt, kann einen stärken. Man darf sich nicht zu sehr verrückt machen.

Erst der Absturz in Lautern, jetzt die Euphorie in Frankfurt: Wie gehen Sie als junger Spieler mit diesen Extremen um?

Ich war sieben Jahre beim FCK. Für mich ist diese Zeit jetzt ein Stück weit Geschichte, auch wenn das nicht von heute auf morgen geht. Der Tapetenwechsel hat mir gut getan. Ein neuer Verein, ein neues Umfeld, neue Ansätze im Torwarttraining. Ich glaube, ich kann die Situation ganz gut einschätzen. Wir müssen trotz unserer Serie bei der Eintracht die Kirche im Dorf lassen. Es können auch wieder andere Zeiten kommen - es muss aber nicht sein.

Wie lange mussten Sie eigentlich überlegen, sich für Frankfurt zu entscheiden und den Konkurrenzkampf mit dem ewigen Oka Nikolov aufzunehmen? An ihm haben sich in den vergangenen Jahren viele jüngere Torhüter die Zähne ausgebissen.

Ich habe nicht lange überlegt. Ich freue mich, mit Oka zusammenarbeiten zu dürfen. Er hat so viel Erfahrung, da kann ich viel lernen.

Trapp, Ter Stegen, Zieler, Leno, Baumann, Ulreich, Giefer – die Leistungsdichte in der neuen Torwartgeneration ist enorm. Was macht die deutsche Torhüterschule aus?

Es hat ja Tradition, dass Deutschland starke Torhüter hat. Durch Manuel Neuer und René Adler ist eine neue Welle angerollt. Beide wurden in jungem Alter zur Nummer eins in ihren Klubs und haben auf Anhieb Leistung gebracht. Dadurch ist deutlich geworden: Man muss nicht unbedingt auf Erfahrung setzen. Das ist auch ein Ergebnis der sehr guten Ausbildung im Jugendbereich.

Manuel Neuer ragt aus der Masse der starken Torhüter heraus. Warum scheint sich sogar die Konkurrenz einig, dass er noch eine Stufe über allen anderen thront?

Manuel ist die klare Nummer eins in Deutschland – und das völlig zurecht. Er hat eine gewisse Ruhe und mittlerweile einige Erfahrung. Und er besitzt eine wahnsinnige Ausstrahlung.

Ihre Torwartkollegen in der U 21 heißen Bernd Leno und Oliver Baumann. Wie gehen Sie mit der Konkurrenz um?

Ich hatte bisher noch mit keinem Konkurrenten ein Problem. Die gemeinsame Arbeit muss nicht unbedingt auf der Basis bester Freundschaft ablaufen, aber ich sehe keinen Grund, sich untereinander nicht gut zu verstehen. Und das tun wir.

Welchen Stellenwert hat die U 21 für Sie?

Es ist die zweite Mannschaft nach der A-Nationalmannschaft. Sie bietet eine schöne Plattform, auf die viele schauen. Ich freue mich über jede Einladung und genieße die Zeit dort, auch weil die U 21 mit Uwe Gospodarek einen sehr guten Torwarttrainer hat. Logisch wäre es schön, wenn ich auch wieder spielen dürfte.

Am 12. und 16. Oktober warten die beiden Play-off-Duelle gegen die Schweiz, in denen es um die EM-Teilnahme geht. Wie groß ist die Anspannung?

Das sind zwei Spiele, in denen wir richtig Gas geben müssen. Wir haben ein Jahr hart auf die EM hin gearbeitet, das soll nicht umsonst gewesen sein.

Quelle: FUSSBALL.DE

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