18.05.2009, 12:28 Uhr
Seine Einwechslung hätte Koblenz das Genick brechen können: Njazi Kuqi. (Foto: imago)Das Sportgericht des DFB hat die TuS Koblenz für ihre Wechselpanne mit einer Geldstrafe von 3000 Euro belegt. Beim Spiel gegen den FC St. Pauli (2:1) war versehentlich der Spielberichtsbogen vorzeitig online freigegeben worden, so dass dieser nochmals handschriftlich von beiden Vereinen ausgefüllt werden musste. Dabei wurde von einem Koblenzer Offiziellen versehentlich der Name des Auswechselspielers Njazi Kuqi nicht aufgeführt. Kuqi wurde dann in der 69. Minute mit Zustimmung des Schiedsrichters eingewechselt und nach Hinweis des Schiedsrichter- Assistenten vor der Fortsetzung des Spiels wieder vom Platz genommen. Damit hatte Koblenz einen nicht einsatzberechtigen Spieler eingewechselt. Das DFB-Sportgericht sah darin allerdings nur eine leichte Fahrlässigkeit.
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Strigel: "Verein kann sich beim Assistenten bedanken"
"Der Verein kann sich beim Schiedsrichter-Assistenten bedanken. Wir geben unseren Schiedsrichtern und Assistenten nämlich keine Anweisungen, dass sie die Namen der eingewechselten Spieler mit dem Spielberichtsbogen abgleichen müssen", sagte Eugen Strigel, Schiedsrichter-Lehrwart des DFB. Assistent Markus Häcker hatte bemerkt, dass der eingewechselte Njazi Kuqi nicht auf dem Spielberichtsbogen stand. Daraufhin schickte der Unparteiische Manuel Gräfe den Finnen wieder vom Feld, ohne dass dieser gespielt hatte. Wäre Kuqi in den verbleibenden 21 Minuten zum Einsatz gekommen, hätten die Koblenzer mit dem Abzug von drei Punkten rechnen müssen. Damit wären sie vor dem letzten Spieltag auf den Relegationsplatz abgerutscht.
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Frankfurt legt keinen Protest ein
Nach dem FC St. Pauli kündigten am Montag mit Hansa Rostock und dem FSV Frankfurt zwei weitere Konkurrenten im Abstiegskampf an, keinen Protest einzulegen. Der VfL Osnabrück will noch abwarten. Strigel ist ein Wechselfehler dieser Art in der Geschichte der Bundesligen nicht bekannt, allerdings gab es prominente Fälle anderer Art: So wechselte Kaiserslauterns Trainer Otto Rehhagel 1998 gegen den VfL Bochum mit Pascal Ojigwe den vierten nicht-europäischen Spieler ein. Der Coach wurde von einem Funktionär - wie die Fernsehkameras schön einfingen - auf den Fauxpas aufmerksam gemacht. Rehhagel rief den Ägypter Hany Ramzy an der Außenlinie zu sich. Der fing plötzlich an zu humpeln und wurde ausgewechselt. Lautern hatte die Partie allerdings ohnehin 2:3 verloren. Christoph Daum wechselte 1992 in der Champions League gegen Leeds United einen vierten Ausländer ein - das Aus für den VfB Stuttgart im Europapokal. Der heutige Lehrwart Strigel selbst leitete 1995 die Partie Eintracht Frankfurt - FC Bayern München, als Giovanni Trapattoni Didi Hamann einwechselte, obwohl bereits drei Vertragsamateure auf dem Platz standen.
FUSSBALL.DE/dpa
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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