01.10.2009, 12:42 Uhr
Oliver Kahn spricht auf der Jahreshauptversammlung des KSC (Foto: dpa)So hatte Oliver Kahn sich die Sache sicher nicht vorgestellt. Der Ex-Nationaltorwart wurde auf der turbulenten Jahreshauptversammlung des Karlsruher SC ausgebuht, als er sich zum Tagesordnungspunkt zehn "Wahl des Präsidiums" zu Wort meldete. Der ehemalige Nationalmannschafts-Keeper, dessen Vater Rolf für das Amt des Präsidenten kandidiert hatte, war von mehreren Rednern vorher verbal attackiert worden.
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"Schade, mein Vater hatte ein gutes Konzept. Ich wollte ihm unter die Arme greifen", sagte Kahn junior nach der Schlappe seines Vaters. Er war erst vor wenigen Wochen wieder Mitglied des Vereins geworden und hatte in den vergangenen Wochen seinen Vater mit Auftritten immer wieder unterstützt. Dafür war er kritisiert worden.
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Die Befragung der Präsidentschaftskandidaten war auch sonst geprägt von heftigen verbalen Auseinandersetzungen, beinahe wäre es sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen. Gewählt wurde schließlich Paul Metzger. Der Oberbürgermeister von Bretten setzte sich mit 748 Stimmen gegen die Mitbewerber Rolf Kahn (295) und Siegfried König (381) durch. Kahn senior hatte zuvor mit einer emotionalen Rede die Mitglieder auf seine Seite zu ziehen. Er wolle für den KSC durchs Feuer gehen. Metzger setzte hingegen auf Ausgleich. "Gemeinsam sind wir stark - wir die Familie des KSC." Metzger tritt die Nachfolge von Hubert Raase an, der sein Amt nach knapp sieben Jahren zur Verfügung gestellt hatte.
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Zuvor hatte Raase auf der Bilanzpressekonferenz des Vereins verkündet, dass der Verein trotz des Abstiegs aus der Bundesliga in der vergangenen Saison einen Gewinn von 1,94 Millionen Euro erzielt hat. "Die positive Abweichung zum Planergebnis ergibt sich hauptsächlich aus ersparten Punktprämien aufgrund des nicht erreichten Klassenerhaltes und Sonderzahlungen", sagte der Unternehmer. Hätte der Abstieg vermieden werden können, wäre das Ergebnis laut Raase ausgeglichen ausgefallen.
Bereits in der Vorsaison hatte der Klub 2,39 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Zum ersten Mal seit Beginn des neuen Jahrtausends wies der KSC auch wieder ein positives Eigenkapital in seiner Bilanz aus. "Wir haben nun auch keine Bankschulden mehr", erklärte Raase. Verwaltungsratschef Peter Mayer lobte: "Ich bewerte den Gewinn als respektables Ergebnis."
Raase räumte aber auch ein, dass in der aktuellen Saison ein Verlust von zwei Millionen Euro drohe. Grund seien die zusätzlichen finanziellen Belastungen durch den nicht erfolgten Verkauf der Spieler Dino Drpic und Markus Miller. "Ob dies allerdings so kommt, wissen wir alle nicht. Das ist eine Prognose, die das Präsidium aufgrund der Zahlen vom 31. August gegenüber dem Verwaltungsrat abgegeben hat", relativierte dagegen Mayer.
t-online.de/dpa
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