02.05.2009, 13:17 Uhr
Neu auf der Bank: Mehmet Scholl als Trainer der Bayern-Reserve (Foto: imago)Mehmet Scholl stand bei seinem Debüt als Trainer in der 3. Liga meist mit verschränkten Armen in schwarzer Hose und heller Strickjacke am Spielfeldrand. Der 36-malige Nationalspieler und Europameister von 1996 schaute gemeinsam mit seinem Co-Trainer Gerd Müller seelenruhig dem Kurzpassspiel seiner "Kleinen Bayern" beim 1:1 im Erfurter Steigerwaldstadion zu und versuchte mit wenigen Gesten, dem in dieser Woche übernommenen jungen Team von außen taktische Hinweise zu geben.
Ergebnisse und Tabelle der3. Liga
FC Bayern IIRemis in Erfurt
Ex-Profi übernimmtScholl trainiert Bayern II
Perspektive auf der Trainerbank
"Aufgeregt war ich nicht. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und das Ergebnis stimmt mit dem 1:1 auch. Vor lauter Aufmerksamkeit habe ich vergessen, nervös zu sein. Außerdem wusste ich, dass Hermann Gerland mir eine physisch starke Mannschaft hinterlassen hat", sagte der 38 Jahre alte Interims-Trainer der Bayern-Reserve nach dem Drittliga-Spiel am Freitagabend beim FC Rot-Weiß Erfurt. Er habe sofort Vertrauen bei der Mannschaft gespürt. Der Klassenerhalt sei sicher. Man könne sogar nach oben schauen. Insofern liege auch kein Druck auf der Mannschaft. Allerdings würden dem jungen Team ein bis zwei erfahrene Spieler gut zu Gesicht stehen. Dies sei aber nicht seine Aufgabe, referierte Scholl. Dass er die Mannschaft übergangsweise bis zum Saisonende trainiert, ist mit Manager Uli Hoeneß abgesprochen. Danach kommt Hermann Gerland zurück. Aber eine weitere Trainerkarriere könne Scholl sich vorstellen. "Ich werde alle notwendigen Trainerscheine machen und dann sehen wir ab Sommer weiter", bemerkte er.
Beliebt im Team
Als Trainer sei er nicht polemisch, "aber eindeutig ein Mann der knallharten Worte und der klaren Analyse", beschrieb er sich. Hier wolle er auch im Training ansetzen. "Ich freue mich auf die Arbeit mit den jungen Burschen. Von Ottmar Hitzfeld habe ich gelernt, auch mal wegschauen zu können. Aber wenn sie Hilfe brauchen, bin ich da. Ich bin jetzt verantwortlich für das Gesicht der Mannschaft, weiß aber auch, dass ich noch einiges dazu lernen muss", sagte der bisherige U-13-Coach der Bayern. Eines hat er jetzt sogar Franz Beckenbauer voraus. "Der Franz hat seine ersten Spiele als Trainer sowohl mit den Bayern als auch mit der Nationalmannschaft verloren. Das ist mir heute nicht passiert", witzelte Scholl. Dass der ehemalige Mittelfeldspieler in der Mannschaft ankommt, belegt die Aussage von Kapitän Stephan Fürstner. "Er trainiert total anders als Hermann Gerland. Es macht unheimlich viel Spaß. Ich freue mich auf die vier Wochen mit ihm", lobte der Torschütze zum 1:1-Ausgleich in Erfurt.
dpa/FUSSBALL.DE
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