17.02.2012, 17:08 Uhr
EM-Teilnahme in Gefahr: Per Mertesacker. (Quelle: imago)
Schwerer Rückschlag für Nationalspieler Per Mertesacker und Bundestrainer Joachim Löw: Der Verteidiger vom englischen Erstligisten FC Arsenal ist nach seiner schweren Bänderverletzung am Knöchel operiert worden und muss nach Angaben seines Teammanagers Arsene Wenger weitaus länger pausieren als zunächst gedacht.
Zunächst waren die Gunners von einem Monat Pause ausgegangen. Nun könnte sich Rückkehr des Innenverteidigers aber deutlich verzögern. Im schlimmsten Fall droht Mertesacker der Verzicht auf die EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli). Für das am 29. Februar in Bremen anstehende Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Frankreich wird er definitiv nicht zur Verfügung stehen.
"Leider musste Per operiert werden. Ich weiß nicht, wie lange er ausfallen wird, aber seine Rückkehr wird einige Zeit dauern", sagte Wenger und fügte hinzu: "Es können auch einige Monate werden." Mertesacker war nach seiner Bänderverletzung am Knöchel zu Untersuchungen nach München zum Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt gereist. Eine Computertomografie hatte noch keine genaue Diagnose ergeben. Der Innenverteidiger hatte die Blessur beim 2:1-Sieg der Gunners beim FC Sunderland erlitten.
Damit ist der Abwehrspieler nach Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und Lukas Podolski bereits der vierte prominente Ausfall im Kreis der deutschen Nationalmannschaft. Doch ungeachtet der immer größer werdenden Personalprobleme hatte sich Löw in dieser Woche noch entspannt gezeigt: Es seien ja noch knapp vier Monate bis zur EM, deshalb habe er keine Panik, wenn sich jetzt jemand verletzt. "Die Vereine müssen sich schon mehr Sorgen machen, ich weniger. Für uns ist das jetzt noch zu verkraften", sagte der Bundestrainer.
Auch Teammanager Oliver Bierhoff betonte: "Wir haben für die EM keine Sorgen. Bis dahin sind alle Spieler wieder fit." Wirklich schlimm seien Verletzungen mit Blick auf die EM in der derzeitigen Phase nur, ergänzte Löw, "wenn sich jemand das Kreuzband reißen würde".
Am 22. Februar wird Löw den Kader für das Prestigeduell mit den Franzosen nominieren. Für den Bundestrainer ist es die einzige Testmöglichkeit vor der Berufung des endgültigen 23-köpfigen EM-Aufgebots am 7. oder 8. Mai. Dennoch will Löw die Bedeutung des Spiels nicht überbewerten. "Wichtig ist die Vorbereitung im Mai. Wir haben unabhängig von diesem Spiel eine gute Basis."
Die verletzten Profis müssen sich gegen Frankreich ohnehin nicht nochmals besonders beweisen, um ihr EM-Ticket zu sichern. Mertesacker, Schweinsteiger, Götze und Podolski haben ihren festen Platz. Löw wird trotz der Ausfälle gegen Frankreich auf sein zuletzt bewährtes Personal zurückgreifen.
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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