03.12.2009, 17:11 Uhr
Mexikos Kapitän Rafael Marquez. (Foto: imago)Im Verband Nord- und Mittelamerika dominierten die Mexikaner eigentlich seit Jahrzehnten das Geschehen. Doch trotz seiner großartigen Fußballtradition hat El Tri jüngst die Spitzenposition an die USA abtreten müssen.
Die größten Erfolge sind auch schon ein wenig verblasst: Sowohl 1970 als auch 1986 stieß Mexiko bis ins Viertelfinale vor. Bei den vier letzten WM-Turnieren schafften sie immer den Sprung ins Achtelfinale und so hat das Team in Südafrika einen Ruf zu verteidigen.
Nach einem lockeren Auftakt in der zweiten Runde gegen den krassen Außenseiter Belize hatte Mexiko in der folgenden Gruppenphase mehr Schwierigkeiten als erwartet. Hinter dem Überraschungsteam aus Honduras kam El Tri nur als zweites Team ins Ziel, und das auch nur denkbar knapp vor dem punktgleichen Team aus Jamaika. In der finalen Runde verpatzte Mexiko den Start mit Niederlagen gegen die USA, Honduras und El Salvador. Erst der Rauswurf von Startrainer Sven-Göran Eriksson mitten in der Qualifikation brachte das Team auf Kurs und doch noch recht souverän als Gruppenzweiter das WM-Ticket.
Hitzkopf auf der Trainerbank: Javier Aguirre. (Foto: imago)Nach den Paradiesvögeln Ricardo La Volpe und Hugo Sanchez sowie Weltmann Eriksson setzte Mexiko Anfang 2009, also mitten in der Qualifikation zur WM wieder auf einen gesetzteren Trainertypen aus den eigenen Reihen. Javier Aguirre Onainida, genannt „der Baske“, steht für Erfahrung und Erfolg. Schon 2002 führte Aguirre das Team zur Weltmeisterschaft. Der 51-Jährige ist aber auch ein Hitzkopf. Beim Gold Cup 2009, den er schließlich mit Mexiko gewann, handelte er sich eine 25.000-Dollar-Strafe und drei Spiele Sperre ein für einen Tritt gegen einen Spieler Panamas. Vor seinem erneuten Engagement als Nationalcoach war Aguirre in der spanischen Liga tätig. Osasuna Pamplona bewahrte er vor dem Abstieg und führte es sogar einmal in den UEFA Cup. Mit Atletico Madrid schaffte er den Sprung in die Champions League. In seiner aktiven Zeit gehörte Aguirre 1986 zur Mannschaft Mexikos, die als WM-Gastgeber erst im Elfmeterschießen des Viertelfinales an Deutschland scheiterte.
Rafaél Marquez ist unbestritten der Star bei El Tri. Seit Jahren spielt der Innenverteidiger des FC Barcelona auf höchstem Niveau. Er hat mit den Katalanen alles gewonnen, was der Klubfußball so hergibt. Drei spanische Meisterschaften und den Pokal, zwei Mal die Champions League und als Krönung auch die Klub-WM. In über 120 Einsätzen in der spanischen Liga hat er sich als Stützpfeiler und inzwischen auch als Großverdiener bei Barcelona etabliert. Gerade erst wurde der Vertrag des 30-Jährigen mit den Katalanen bis 2012 verlängert. Im Nationalteam kommt er inzwischen auf weit über 80 Einsätze und ist zum Kapitän aufgestiegen. In Anlehnung an Franz Beckenbauer wird Marquez in der Heimat „der Kaiser von Michoacan“ genannt, der Region seiner Herkunft.
Nach einem tollen Confed Cup 2005 und dem unglücklichen Aus nach Verlängerung bei der WM in Deutschlang gegen Argentinien scheint im Augenblick der Lack ein wenig ab zu sein bei den Mexikanern. Jared Borgetti, Ricardo Osorio und auch Rafael Marquez - die Helden der Vergangenheit sind in die Jahre gekommen und von der U 17, die vor vier Jahren Weltmeister geworden ist, haben noch nicht viele den Sprung geschafft. Südafrika kommt für die meisten noch ein wenig zu früh. So setzt Mexiko große Hoffnung in Carlos Vela von Arsenal London und Giovani dos Santos von Tottenham Hotspur, aber beide Spieler werden gerade auf Leihbasis an kleinere Klubs weitergereicht, um Erfahrung zu sammeln. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten könnte Mexiko das Achtelfinale verpassen.
Mexiko im Überblick:
| |
Spitzname | El Tri |
Trainer | Javier Aguirre |
Kapitän | Rafael Marquez |
Größter Erfolg | Confed-Cup-Sieger 1999 |
FIFA-Weltranglistenplatz | 15 |
Bisherige WM-Teilnahmen | 13 |
Quelle: t-online.de
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
mehr zur RelegationAmateurtor der Woche: Wähle aus drei Treffern!
zum Voting-VideoDer Europa-League-Sieger sorgt für ein Highlight.
zum VideoDer Europa-League-Sieger sorgt für ein Highlight.
zum Video