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Michael Zepek: ernüchternde Erkenntnis des Abwehrtalents

12.02.2013, 18:37 Uhr | FUSSBALL.DE

Großer Moment: Michael Zepek war Kapitän der U21, ehe der Karriereknick kam. (Quelle: imago/Höhne)

Großer Moment: Michael Zepek war Kapitän der U21, ehe der Karriereknick kam. (Quelle: imago/Höhne)

Von Jochen Breideband

Michael Zepeks Debüt unter Joachim Löw verlief unspektakulär. Ein ungemütlicher Tag im Dezember. Ein strapazierter Rasen im Wildparkstadion. Ein torloses Unentschieden. Joachim Löw war damals Coach des Zweitligisten Karlsruher SC. Michael Zepek war damals ein Talent. Eines der größten im deutschen Fußball zu jener Zeit. Der junge Verteidiger, geboren im baden-württembergischen Bad Friedrichshall, hatte alle Nachwuchsnationalmannschaften des DFB ab der U15 durchlaufen - oft war er Kapitän. Er stand auf dem Zettel vieler Spitzenvereine. Zepek war ein Versprechen für die Zukunft, ein Leader, so schien es.

Heute, etwas mehr als 13 Jahre später, ist Joachim Löw Bundestrainer und möchte mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 in Brasilien Weltmeister werden. Michael Zepek ist 32 Jahre alt und hat im vergangenen Sommer seine Fußballkarriere beendet – ohne ein Spiel in der Bundesliga bestritten zu haben. Statistisch bleiben für ihn 40 Partien in der 2. Bundesliga.

Zepek: "Ich bin nicht traurig"

Man könnte Enttäuschung vermuten oder, dass Zepek mit Bitterkeit auf eine Laufbahn zerplatzter Träume zurückblickt. Beides ist nicht der Fall. "Ich bin nicht traurig, insgesamt fällt mein Fazit ganz okay aus", sagt er. Ja, manches sei unglücklich gelaufen, außerdem habe ihn in einigen wichtigen Situationen das Verletzungspech gebeutelt. Aber es bleiben auch viele positive Momente, schöne Erinnerungen. An die stolze Zahl von 71 Einsätzen in den U-Auswahlteams, an das Jahr bei Bayer Leverkusen, an die Champions League, an das Training mit Stars wie Lucio, Michael Ballack, Bernd Schneider und Ze Roberto.

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Am Druck, an den Erwartungen, betont Zepek, sei er nicht gescheitert. "Ich habe mich nie verrückt machen lassen", meint er: "Ich habe schnell gelernt, dass man nach drei guten Spielen hochgejubelt wird und nach zwei schlechten Spielen auf einmal gar nichts mehr kann."

Erinnerungen an Leverkusens legendärste Saison

Keiner weiß, wie es gekommen wäre, wenn Berti Vogts Trainer in Leverkusen geblieben wäre. Der ehemalige Bundestrainer, fünf Jahre zuvor mit dem DFB-Team Europameister geworden, hatte Zepek im Jahr 2001 zur Unterschrift bei Bayer bewegt. Wenige Wochen später war Vogts weg und Klaus Toppmöller Trainer. Bayer erlebte die erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte, spielte berauschenden Fußball, zog in der Champions League sowie im DFB-Pokal ins Finale ein und spielte in der Bundesliga um Meisterschaft, holte aber keinen Titel. Am Ende sprang dreimal Platz zwei heraus.

Zepek erlebte Triumph und Drama hautnah mit, richtig dabei war er nicht. An der hochkarätigen Konkurrenz in der Innenverteidigung mit Jens Nowotny, Lucio und auch Boris Zivkovic gab es kein Vorbeikommen. Zepek wurde nach der Saison an Rot Weiss Ahlen ausgeliehen, ein Jahr später dann an seinen alten Verein, den KSC. Spielpraxis sammeln. Sich beweisen. Für höhere Aufgaben empfehlen. Das Vorhaben ging schief. Vor allem das Jahr in Karlsruhe verlief unglücklich, Zepek fiel wegen eines Muskelbündelrisses fast drei Monate aus.

Aufstieg beendet das Kapitel Hoffenheim

Zeit in der Regionalliga: Nach vergeblichen Versuchen bei den Profis war Michael Zepek (links) bei der SV Elversberg am Ball. (Quelle: imago/Pressefoto Baumann)Zeit in der Regionalliga: Nach vergeblichen Versuchen bei den Profis war Michael Zepek (links) bei der SV Elversberg am Ball.Als der Vertrag des Abwehrspielers 2004 auslief, wechselte er in die Regionalliga. Der neue Klub: klein, aber ambitioniert. Die TSG Hoffenheim schien die ideale Adresse für einen Neuanfang. Drei Jahre blieb Zepek im Kraichgau. "Es war faszinierend, die Anfänge dieses Projektes mitzuerleben, zum Beispiel den ersten Spatenstich zum Bau des neuen Stadions", erzählt der 32-Jährige.

In der dritten Saison feierte Zepek mit der TSG unter Ralf Rangnick als Trainer den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mitgehen durfte der Abwehrspieler den Weg nach oben nicht. Nach monatelanger Verletzungspause wegen eines Knochenödems bekam er keinen neuen Vertrag und zog weiter. Erst zur SV Elversberg, später zu Hessen Kassel. Zwischenzeitlich erlebte er auch, wie es ist, als Fußballprofi arbeitslos zu sein.

Zepek: "Alles recht locker verarbeitet"

"Ich habe schon nach den beiden Jahren in der 2. Liga bei Ahlen und dem KSC gemerkt, dass es für ganz oben nicht mehr reicht", erzählt Zepek. Eine ernüchternde Erkenntnis für einen Spieler, der mit 19 Jahren angeblich das Interesse von Real Madrid geweckt hatte. Doch der frühere Kapitän der deutschen U21 mag nicht hadern. "Ich habe das alles recht locker verarbeitet, weil ich wusste, dass es nichts bringt, sich darüber den Kopf zu zerbrechen."

Zepeks Zeit auf dem Rasen ist vorbei. Er hatte keine Lust mehr, sich in der Regionalliga mit seinem Knorpelschaden im Knöchel herumzuquälen. Mit seiner Frau ist er zurück nach Karlsruhe gezogen, baut gerade ein Haus. Nachwuchs ist in Planung. Beruflich hat sich Michael Zepek selbstständig gemacht und versucht, als Spielerberater Fuß zu fassen. "Ein schwieriges Geschäft, das braucht seine Zeit", sagt er.

Quelle: FUSSBALL.DE

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