15.09.2009, 10:48 Uhr
Blick in das neue Rudolf-Harbig-Stadion, das künftig 32.400 Zuschauern Platz bietet (Foto: ddp)Wenn am Dienstagabend das Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion nach 22 Monaten Bauzeit mit dem Freundschaftsspiel zwischen der SG Dynamo und dem FC Schalke 04 offiziell neu eingeweiht wird, werden viele der 32.400 Zuschauer mit Wehmut an die goldene Zeit ihres Klubs zurückdenken. Zahlreiche Europapokal-Schlachten wurden hier vom achtmaligen DDR-Meister geschlagen. Eines der letzten großen internationalen Spiele der Dresdner fand 1989 im UEFA-Cup-Halbfinale gegen den VfB Stuttgart statt, an das mit einem Duell der Traditionsteams beider Vereine vor der eigentlichen Hauptattraktion des Tages erinnert wird.
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Absturz in die Bedeutungslosigkeit
20 Jahre später dümpelt Dynamo in der 3. Liga vor sich hin. Der Traditionsverein hat seit der Wende einige Höhen, aber noch viel mehr Tiefen hinter sich. Vier Jahre hielt sich das Team Anfang der 90er Jahre in der 1. Bundesliga. Finanzielle Schwierigkeiten sorgten schließlich dafür, dass Dresden danach praktisch in der Versenkung verschwand. 2004 meldete sich der Klub mit dem Aufstieg in der Zweite Liga zurück - damals von 36.000 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion bejubelt. Es blieb nur ein kurzes Intermezzo: Zwei Saisons später war Dynamo zurück in der Drittklassigkeit. Wenn es danach Schlagzeilen gab, dann waren diese meist negativ und hingen mit Ausschreitungen von Dresdner Fans zusammen.
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Hohe Kosten für Stadionnutzung
Mit dem Neubau der Arena sollte ein Zeichen für die Zukunft gesetzt werden. Denn in Dresden fühlt man sich nach wie vor zu Höherem berufen und sieht die 3. Liga nur als Durchgangsstation auf dem Weg zurück in die Bundesliga. Doch das neue Schmuckkästchen macht schon vor seiner Fertigstellung Probleme. Hauptgeschäftsführer Stefan Bohne warnt: "Ab der kommenden Saison drohen Dynamo unverhältnismäßig hohe Kosten für die Nutzung des Stadions". Sportdirektor Ralf Minge trat deshalb im Frühjahr von seinem Posten zurück. Inzwischen haben Stadt und Verein Nachverhandlungen aufgenommen, auch der DFB bemüht sich um eine Lösung des Problems.
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43 Euro teurer Umbau
Das alles wird bei der Einweihung kurzzeitig keine Rolle spielen. "Wir sind seit Wochen bis auf den letzten Platz ausverkauft", sagt Bohne und Bauleiter Kay-Uwe Panzer nennt die Arena "Deutschlands größtes Einrangstadion". Insgesamt gibt es im neuen Harbig-Stadion 19.000 Sitz- und 11.000 Stehplätze, 18 VIP-Logen, sowie 1.170 "Business-Sitze". 43 Millionen Euro hat der Umbau in eine reine Fußball-Arena gekostet. Nach Möglichkeit soll bald ein Namenssponsor gefunden werden. Denn Geld ist und bleibt das größte Problem im Dresdner Fußball. Premieren-Gegner Schalke hat für das Spiel am Dienstag deshalb auch auf seine sonst übliche Antrittsgage in Höhe von 125.000 Euro verzichtet.
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Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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