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Themenwoche Jugendarbeit|24.06.2016|09:05

Altona 93: Wo Tah das Fußballspielen lernte

Als Vierjähriger kam Jonathan Tah zu Altona 93, mit 13 ging er zum Hamburger SV, jetzt ist er Nationalspieler. [Foto: Altonaer Fußball Club von 1893 e.V.]

Der Hamburger Fußballverein Altona 93 hat mit rund 80 gemeldeten Teams nicht nur eine der größten Jugendabteilungen in Deutschland, sondern auch eine der erfolgreichsten. Jonathan Tah, der gerade mit Deutschland bei der EURO 2016 in Frankreich um den Titel kämpft, war dort in jungen Jahren ebenso aktiv wie Kameruns Nationalspieler Eric Maxim Choupo-Moting oder Ex-DFB-Auswahlspieler Christian Rahn. Grund genug, sich den Verein anlässlich unserer FUSSBALL.DE-Themenwoche Nachwuchsarbeit einmal genauer anzuschauen.

Fröhliche Kinder, gut gelaunte Trainer, herzliche Betreuer - auf den Trainingsplätzen von Altona 93 ist immer viel los. Mehr als 30 Jugendmannschaften unterhält der Fußballverein aus dem Hamburger Westen. Rund 600 jugendliche Spieler sind dort gemeldet. Einer von ihnen war Jonathan Tah, der aktuell im deutschen EM-Kader steht. Als Vierjähriger begann er dort mit dem Fußball, blieb dem Verein neun Jahre lang treu. "Er war einfach überragend. Ich habe sofort gesagt, den gebe ich nie wieder her", erzählt sein ehemaliger Jungendtrainer Jürgen Trapp. Von Anfang an wurde Tah als Abwehrspieler eingesetzt. Seine Dynamik und sein Kopfballspiel hoben ihn von den anderen Kindern ab. "Alle hier im Verein denken gerne an ihn zurück", ergänzt Nachwuchsleiter Wolfgang Oesert. "Er ist ein guter Junge, frei von jeglichen Eitelkeiten und verlässlich."

"Die Jungs waren Leuchttürme, bei denen alles zusammengepasst hat"

Zur selben Zeit wie Tah spielte auch Eric Maxim Choupo-Moting in der Jugend von Altona 93 - nur eben sieben Jahrgänge höher. Die Erinnerungen an Christian Rahn, der Anfang des Jahrtausends fünf Länderspiele für Deutschland bestritt, liegen etwas länger zurück. Zwischen 1984 und 1994 trug er das weiß-rot-schwarze Trikot des Hamburger Stadtteilvereins. "Wir sind natürlich super stolz auf Jonathan, Choupo und Christian Rahn", sagt Oesert. "Aber das waren Leuchttürme, bei denen alles zusammengepasst hat. Die Jungs hatten großes Talent, bekamen den richtigen Trainer und hatten auch die richtigen Mitspieler."

Nächster Halt: HSV oder St. Pauli

Ohnehin kommt bei großen Talenten irgendwann der Zeitpunkt, an dem sie in die Nachwuchsabteilung eines Profivereins wechseln. Tah ging mit 13 Jahren zum Hamburger SV, Choupo-Moting als 14-Jähriger zum FC St. Pauli, Rahn tat selbiges mit 15 Jahren. Oesert hat Verständnis für diese Schritte. "Wenn ein nachweislich talentierter und familiär sowie persönlich gefestigter Spieler die Chance auf eine Profikarriere hat und wir das nicht anbieten können, sind wir stolz, wenn eines unserer Talente zu einem großen Verein wechselt und unterstützen den Spieler in seinem Werdegang", erzählt er. "Wenn wir aber einen E- oder F-Jugendlichen verlieren, weil ein Club verfrüht junge Talente an sich binden möchte, sind wir enttäuscht." Laut Oesert ist auch Letzteres vorgekommen.

Überhaupt wechseln die meisten Top-Talente aus Altona zu den benachbarten Profivereinen Hamburger SV und FC St. Pauli. St. Pauli Sportchef Thomas Meggle sagt zu dem Thema Jugendtransfers: "Es gibt Spieler, die für einen kleinen Verein irgendwann zu gut werden und dann zu einem Profiverein gehen. Genauso gibt es Spieler, die für den FC St. Pauli zu gut werden und dann zu einem größeren Verein gehen." Kurz zuvor hatte St. Pauli den elfjährigen Youssoufa Moukoko an Borussia Dortmund verloren.

Fördergelder vom DFB

Zurück zu Altona 93: Nationalspieler hervorzubringen, sorgt bei Amateurvereinen für gewisse Einnahmen. Oesert erklärt: "Über den DFB gibt es Fördergelder, wenn jemand aus der eigenen Jugend einen gewissen Status erreicht, wenn er zum Beispiel in den Profifußball gelangt oder erste Kontakte zum DFB hat. Natürlich haben wir für die Ausbildung von Jonathan nachträglich Fördermittel des DFB erhalten. Aber das lässt sich überhaupt nicht mit den Summen vergleichen, die im Profifußball existieren."

Jegliche Einnahmen werden dazu verwendet, optimale Bedingungen für alle Spieler zu schaffen. "Es ist unser Ziel, in allen Jahrgängen möglichst hoch zu spielen", sagt Oesert. "Das hat bislang nicht durchgängig geklappt. Es gab aber immer wieder positive Ausreißer, wie zum Beispiel unsere B-Jugend, die voraussichtlich wieder in die Oberliga aufsteigt." Der Verein hat den Jugendbereich personell optimiert. Die Qualifizierungsmaßnahmen für die Trainer wurden ausgebaut. Die Voraussetzungen für viele Aufstiege sind also gelegt. Irgendwann soll die A-Jugend, die momentan in der Landesliga spielt, in der Regionalliga mitmischen.

Ein Selbstläufer wird das nicht. Wie im Falle von Tah, Choupo-Moting und Rahn verlassen viele talentierte Jugendliche Altona 93, bevor sie in der A-Jugend überhaupt ankommen. "Um die starken Spieler in Altona zu halten, müssen wir ihnen eine gute Perspektive für den Herrenfußball bieten", weiß Oesert. Dazu entsteht bei Altona 93 eine neue U 23. Die 1. Mannschaft spielt in der Hamburger Oberliga. Der Aufstieg in die Regionalliga ist das erklärte Ziel. Fast wäre das in diesem Jahr gelungen: In der entscheidenden Partie der Aufstiegsrunde war Altona auf Kurs Richtung 4. Liga. Aufgrund eines Elfmeters, der erst in der Nachspielzeit gegen Altona gepfiffen wurde, platzte der Traum. "Im nächsten Jahr kommen wir in die Regionalliga", hat Trainer Berkan Algan bereits versprochen. Wolfgang Oesert und die vielen Jugendspieler würden sich freuen.

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