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eSport-Einstieg |23.04.2020|09:00

Bonner SC zockt und spendet

An der Konsole spielen und Gutes tun: Der Bonner SC will 50 Prozent der Einnahmen spenden.[Foto: Bonner SC]

Ein eigenes eSport-Team haben mittlerweile viele Fußballvereine. Dazu gehört jetzt auch der Bonner SC aus der Regionalliga West. Für den Ex-Zweitligisten aus der früheren deutschen Bundeshauptstadt zocken von nun an begeisterte FIFA 20-Spieler. Der Ansatz ist jedoch anders als bei zahlreichen Klubs mit eSportlern in den eigenen Reihen. "Es geht uns nicht darum, die oder den besten Zocker zu finden, sondern Fans und Spieler zu vernetzen und den Verein so erlebbar zu machen", teilt der Verein mit.

Daniel Exner, Marketingmitarbeiter beim BSC, erläutert im Gespräch mit FUSSBALL.DE das eSport-Konzept: "Wir wollen unsere Fans mit einbeziehen und ihre Bindung zum Verein damit stärken." Genauer gesagt heißt das: Die FIFA 20-Spieler des Bonner SC sind Vereinsanhänger, die sich beworben haben und in Abstimmung mit Captain Peter Müller ausgewählt wurden. Jetzt ist das Team voll, 25 bis 30 Spieler gehören zum FIFA-Aufgebot der Rheinländer. "Die Resonanz war überwältigend", so Exner. "Wir haben extrem viele Bewerbungen erhalten. Das zeigt uns, dass unsere Fans Bock auf dieses Projekt haben."

Dass so viele FIFA-Spieler zum Team gehören, liegt daran, dass beim BSC "Pro Clubs" gespielt wird. Der Modus kurz erklärt: "Pro Clubs" ist ein in FIFA integrierter Spielmodus, in dem man mit bis zu elf Spielern gegen andere Klubs antritt - bestenfalls gibt es also Elf-gegen-Elf-Duelle. Jeder Spieler steuert dabei nur seinen selbst erstellten Charakter.

Ziel des Vereins ist es, in diesem Modus bald an Ligen teilzunehmen und sich dort wöchentlich mit anderen Klubs zu messen. "Die Jungs trainieren bereits fleißig zusammen, und wir hatten vor wenigen Tagen unser erstes Testspiel gegen unseren Ligakonkurrenten SC Verl ", sagt Exner: "Die Partie ging zwar verloren. Aber wir haben gesehen, welch großes Potenzial der eSport mit sich bringt."

"Unsere Fans haben Bock auf dieses Projekt"

Damit meint Exner gleich mehrere Aspekte. Er bezieht sich unter anderem auf die Möglichkeit, in Zeiten von Corona in Kontakt mit den Fans zu treten und ihnen ein Unterhaltungsformat zu bieten. So wurde das Match gegen den SC Verl per Livestream übertragen und von BSC-Blindenreporter Marcus Gastmann kommentiert. "Wir hatten prompt rund 100 Zuschauer, die Spaß hatten und mit uns im Chat des Streams interagieren konnten", zieht Exner nach dem erfolgreich verlaufenen ersten Livestream des neu gegründeten eSport-Teams ein positives Zwischenfazit.

Spenden für den guten Zweck

Außerdem birgt der eSport auch Einnahmenpotenziale. Mit den Livestreams, die der Bonner SC regelmäßig anbieten wird, möchte der Verein finanziell Gutes tun. Unabhängig davon, welche Summe herausspringen wird: Der BSC will rund 50 Prozent der Einnahmen spenden. "Wir werden damit unsere bestehenden Förderprojekte in den Bereichen Inklusion, Integration und Bildung fördern und freuen uns, wenn wir unsere Hilfe dank des eSports in Zukunft erweitern können", betont Daniel Exner.

Um das Livestreamangebot für die Fans so attraktiv wie möglich zu gestalten und viele Spendengelder einzusammeln, sollen in den kommenden Wochen und Monaten weitere Testspiele zu Charityzwecken stattfinden. Exner: "Wir fordern hiermit andere Klubs zu FIFA 20-Duellen auf. Ob es sich um professionelle Spieler oder Fanauswahlen handelt, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass sich Fans und Vereine auch in diesen Tagen untereinander verknüpfen und wir gleichzeitig etwas für den guten Zweck tun können."

Kurios: Persönlich kennenlernen konnten sich die Mitglieder des neuen Bonner eSport-Teams aufgrund der Corona-Verordnungen noch nicht. Bislang gibt es nur so Kontakt, wie auch gespielt wird: virtuell. Das soll sich aber so schnell wie möglich ändern. "Sobald die Maßnahmen gelockert werden, möchten wir ein Treffen organisieren, bestenfalls natürlich im Rahmen eines Heimspiels unseres Vereins", kündigt Exner an. "Wie gesagt: Wir möchten die eSportler so nah wie möglich an den Bonner SC heranlassen und die Fanbindung intensivieren."

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